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Freitisch: Novelle [Gebundene Ausgabe]

Uwe Timm
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

15. Februar 2011
Sind wir die geworden, die wir sein wollten?»Damit hatte er nicht rechnen können, ausgerechnet hier, am Mare Balticum, von seinem Vorleben eingeholt zu werden.« Uwe Timm erzählt vom späten Wiedersehen zweier Männer, die in den frühen Sechzigern, noch vor dem großen Aufbruch, als Studenten in München ihren Weg suchten.Am Freitisch saßen sie mittags beieinander, in der Kantine einer spendablen Versicherung, und ihre Gespräche kreisten um Gott und die Welt und einen gemeinsamen Bezugspunkt: Arno Schmidt. Als sie sich in Anklam wiedertreffen, prallen zwei Lebensentwürfe aufeinander. Der Erzähler hat hier als Lehrer gearbeitet, Deutsch und Geschichte, und führt seit seiner Pensionierung ein Antiquariat. Der andere, Euler, damals Mathematiker mit literarischen Ambitionen, kommt als Investor und sondiert das Terrain, um eine Mülldeponie zu bauen.Beide helfen sich und der Erinnerung auf die Sprünge, geben Anekdoten zum Besten, zitieren ihre Lektüren und landen immer wieder bei dem Dritten im Bunde: Falkner, der damals schrieb, ohne jemals einen Text vorzuzeigen, und mittlerweile ein bekannter Schriftsteller ist. Und bei jener merkwürdigen Reise, die sie in die Heide, zu Arno Schmidts Grundstück führte.Wie man wurde, was man ist, und was man vielleicht hätte werden können – davon handelt Uwe Timms geistreiche, gewitzte, glänzend geschriebene Novelle, die voller Anspielungen steckt und der existenziellen Frage nachgeht: Was lässt sich umsetzen von den Wünschen und Hoffnungen, mit denen man angetreten ist? 

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer&Witsch (15. Februar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3462043188
  • ISBN-13: 978-3462043181
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12,2 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 172.693 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Uwe Timm gehört zu den erfolgreichsten deutschen Autoren der Gegenwart. Er wurde 1940 in Hamburg geboren. Nach einer Kürschnerlehre und einem Philosophiestudium in München und Paris veröffentlichte Timm 1971 seine ersten Gedichte. 1974 erschien sein Romandebüt "Heißer Sommer". Mit "Rennschwein Rudi Rüssel" machte er sich auch als Kinderbuchautor einen Namen. Geprägt von der 68er-Bewegung, nahm er sich als Autor auch immer wieder der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit an. Timm ist vierfacher Vater und lebt heute in München und Berlin.

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Timms Novelle ist ein leichtfüßiges, geistreiches Spiel mit der Gattung und ihren Konventionen.«
Florian Welle, Süddeutsche Zeitung 05.10.2012 -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Uwe Timm, geboren 1940, freier Schriftsteller seit 1971. Sein literarisches Werk erscheint im Verlag Kiepenheuer & Witsch, zuletzt Vogelweide, 2013, Freitisch, 2011, Am Beispiel eines Lebens, 2010, Am Beispiel meines Bruders, 2003, mittlerweile in 17 Sprachen übersetzt, Der Freund und der Fremde, 2005, und Halbschatten, Roman, 2008. Uwe Timm wurde 2006 mit dem Premio Napoli sowie dem Premio Mondello ausgezeichnet, erhielt 2009 den Heinrich-Böll-Preis und 2012 die Carl-Zuckmayer-Medaille.Weitere Titel bei Kiepenheuer & Witsch: Der Mann auf dem Hochrad, Legende, 1984 Morenga, Roman, 1984. Der Schlangenbaum, Roman, 1986. Vogel, friß die Feige nicht. Römische Aufzeichnungen, 1989. Kopfjäger, Roman, 1991. Erzählen und kein Ende, 1993. Die Entdeckung der Currywurst, Novelle, 1993. Johannisnacht, Roman, 1996. Nicht morgen, nicht gestern, Erzählungen, 1999. Eine Hand voll Gras, Drehbuch, KiWi 580, 2000. Rot, Roman, 2001, Sonderausgabe 2005. Am Beispiel meines Bruders, 2003. Der schöne Überfluss. Texte zu Leben und Werk von Uwe Timm, hrsg. von Helge Malchow, 2005.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie man Arno Schmidt aus dem Haus lockt. 12. April 2012
Format:Gebundene Ausgabe
'Vor dem Rathaus habe ich auf ihn gewartet.
Entschuldigung, sagte ich, wir kennen uns.
Er sah mich an, sucht in meinem Gesicht und sagte dann: Hm.'

Mit diesem Satz beginnt das Wiedersehen zweier ehemaliger Freunde. Der eine (der mit dem "Hm"), jetzt ein erfolgreicher Fachmann für Abfallwesen, ist eigentlich zu einem Geschäftstermin in die Kleinstadt im Nordosten Deutschlands gekommen, in die der andere, der Ich-Erzähler, vor Jahren als Lehrer zugezogen ist und hier in einer Idylle mit Frau, zwei Kindern, und vielen Büchern lebt. Die Frau hat ihn inzwischen links überholt, wie er sagt, die zwei Kinder rechts, und er selbst hält weiterhin an Arno Schmidt fest, dem Autor, dem damals die ganze Begeisterung der Tischrunde gegolten hat, die sich täglich am FREITISCH zur gesponserten Gratisausspeisung versammelte.

Jetzt sitzen einander also zwei aus dieser Runde im Stadtcafé gegenüber und vergleichen die Erinnerungen die ihnen von damals geblieben sind. Den erfolgreichen Geschäftsmann amüsiert, dass der Lehrer Gratisnachhilfe gibt: "Das ist also aus dem revolutionären Projekt der neuen Gesellschaft geworden 'Nachhilfe in Deutsch für die bildungsferne Jungend des Dorfes', und beide sehen die damaligen Zeitgenossen aus der Distanz ihrer heutigen soliden Existenz: '...sie hatten Träume, in denen sie ihre Haut wechselten. Vielleicht war es auch nur ein bestimmtes Hasch, das sie so träumen ließ. Sahen morgens in den Spiegel und erkannten sich nicht wieder.
Was? Den kenn ich nicht! Dich rasier ich nicht! So kam es zu diesen Dreitagebärten, die sich bis heute bei älteren Medienleuten wie Schimmel im Gesicht gehalten hat'.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wiedersehen nach Jahrzehnten 29. November 2011
Format:Gebundene Ausgabe
Zwei ehemalige Münchener Studienkollegen treffen sich nach Jahrzehnten zufällig in einer Kleinstadt in den neuen Bundesländern wieder. Sie lassen ihre Erinnerungen an die frühen 1960er Jahre auferstehen, als beide für ein paar Monate zum Mittagessen an einem Freitisch zusammenkamen, einem kostenlosen Mahl, das eine Versicherungsgesellschaft einigen besonders hoffnungsvollen Studenten gewährte.

Der revolutionäre Geist von '68 lag damals allenfalls vage in der Luft. Es war die Zeit, als man seine Kommilitonen noch siezte, und Persönliches wie Partnerschaft, Sex, Gefühle unter Männern tabu war. Dafür war Arno Schmidt mit seinen subversiven Sprachschöpfungen das In-Thema der intellektuellen Jugend. Einer der Freitischler heftet sich gar in Stalker-Manier an dessen Fersen, was in einer Ernüchterung endet.

Ernüchterung wird auch spürbar beim Wiedersehen des Ich-Erzählers und seines damaligen Tischgenossen Euler. Von den Lebensplänen der ehemaligen Hoffnungsträger ist wenig geblieben: Der eine betreibt nach seiner Pensionierung als Lehrer in besagter Provinzstadt ein praktisch unrentables Antiquariat, der andere ist vom Mathematiker mit literarischen Ambitionen zum Fachmann für Müllentsorgung geworden. In dieser Eigenschaft ist er auch in die Stadt gekommen: Eine geplante Mülldeponie lässt die Stadtoberen auf den ersehnten wirtschaftlichen Aufschwung hoffen, die Bürger indes vor Geruchs- und Giftbelästigung bangen. Zusammen mit den detailgenauen Ortsbeschreibungen, kleingeistiger und rechtslastiger Tendenzen inklusive, wird so auch ein Stück deutscher Nach-Wende-Geschichte erzählt.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Achtundsechziger Prelude 22. Juni 2011
Format:Gebundene Ausgabe|Verifizierter Kauf
Dieses Buch ist Tertiärliteratur über Arno Schmidt. Es ist meine erste Timm-Begegnung, aber vermutlich nicht die letzte.
Für mich als ehemaligen Abonnenten des Bargfelder Boten war mir diese kurze Erzählung fast eine Notwendigkeit, nachdem sie mir ein alter Freund (der nie Arno Schmidt gelesen hat) empfohlen hatte.
Von Timm wusste ich nur, dass er einige ordentliche Preise (Döblin-Preis? nein, meine Erinnerung trog, es war nur der Boell-Preis) erhalten hat, was ihn empfiehlt, und ein ehemaliger DKPler ist, was ihn nicht empfiehlt.

Das Buch kann ich empfehlen. Mit 5 Sternen ist es allerdings gut bedient. 4 und ein halber hätten es auch getan. Die Story selbst hat Konstruktionsmängel, aber sie ist thematisch interessant genug für 5 (sofern man Schmidtianer ist oder war).
Sie spielt teils in den frühen 60ern, noch vor der Notstandsgesetzgebung und den dadurch ausgelösten Studentenunruhen, und teils heutzutage, in Anklam an der Peene, unweit der Ostsee. Der 60er Teil ist in München und Bargfeld angesiedelt, wobei ein Schmidtscher Kameoauftritt (nebst Alice) eher irrelevant bis albern ist. Wichtiger sind die Münchner Gespräche und Gedanken über ihn.

Der zeitgenössische Teil ist ein Treffen zweier Mitglieder der alten Clique, mit Reminiszenzen von alten Tagen, und Erzählungen vom Seitherigen, angereichert mit Ortskunde (viel 30jähriger Krieg und viel Bombardierung im 2. Weltkrieg, was als Erklärungsmittel für den lokalen Hang zur Xenophobie missbraucht wird). Nette Nebenwirkung durch die Tatsache, dass der Ort Heimat des Fliegers Otto Lilienthal war. Lilienthal war Thema und Titel des letzten unvollendeten Schmidt-Werkes (sofern meine Erinnerung mir keine Falle stellt).
Spass, aber nicht unbedingt nachhaltige Tiefenwirkung. Manche Bücher bleiben bei einem ohne dass man es erwartete. Von diesem erwarte ich es nicht ...
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen uwe timm ist einfach immer klasse.
ich habe neulich bemerkt, dass dieses buch noch in meiner uwe timm sammlung fehlt und es gleich bestellt und in einem rutsch ausgelesen. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von jurifi veröffentlicht
2.0 von 5 Sternen Vor Arno Schmidts Pforte
Treffen sich zwei alte Studienfreunde nach ca. 40 Jahren in Anklam, als quasi Gegner, der eine lebt dort, der andere will dort eine Müllkippe errichten. Lesen Sie weiter...
Vor 11 Monaten von Kunde veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Mittlerer Durchschnitt.....
Uwe Timm soll einer der ganz großen Deutschen Autoren der Gegenwart sein.Nun ja, das überschwängliche Lob hat mich zugegebenermaßen gereizt. Lesen Sie weiter...
Vor 11 Monaten von Tobias Claaßen veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Zwei Männer reden über alte Zeiten. Na ja.
In den frühen Sechzigern saßen sie als Studenten am Freitisch einer Versicherung zusammen und redeten über alles Mögliche, besonders aber über Arno... Lesen Sie weiter...
Vor 12 Monaten von Gospelsinger veröffentlicht
1.0 von 5 Sternen Opa erzähl mal...
"Ich hatte Ihnen einen Text von mir geschickt. Es dauerte einige Zeit, bis der Meister begriff, und sein Gesicht machte dabei interessante Entwicklungen durch, zuerst Staunen, ja,... Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von Steffen Rutter veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ostdeutsche
Auf dem Klappentext steht, es sei eine Novelle über Wünsche und Hoffnungen und was aus ihnen geworden ist. Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von Stadtbär Alexander veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Ach, weiß auch nicht...
Früher hab ich die Bücher von Uwe Timm verschlungen. Jetzt ... naja, irgendwie wirken die müde. Lesen Sie weiter...
Vor 18 Monaten von Timoh veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen etwas zu banal
Uwe Timm schreibt über den ganz banalen Alltag.

An einem Nachmittag treffen sich zwei ehemalige Münchner Studenten in der Hansestadt Anklam nach 40 Jahren... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 11. Juli 2011 von Chaostante
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Auch weiterhin warte ich auf ein Buch von Uwe Timm, das ich nach Lektüre nicht streicheln möchte. Den Inhalt des Buches (auch den zwischen den Zeilen ... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 8. April 2011 von jfobg
5.0 von 5 Sternen Eine Hommage an den experimentellen Schriftsteller Arno Schmidt
In seinem neuesten Buch "Freitisch", einer kleinen eindrucksvollen Novelle, hält Uwe Timm Rückschau auf das Leben seiner beiden Protagonisten, die sich 70 jährig... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 25. März 2011 von Carl-heinrich Bock
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