'"Freitag der 13." hatte ich auf VHS in meinen Sturm-und-Drang-Zeiten gesehen. Jüngst habe ich in relativ kurzer Zeit - bis auf Teil Sieben - die ersten acht Teile der Filmreihe (er)neu(t) angeschaut. Gerade wegen ihres simplen, aber effektiven Musters sind die Jason-Filme meiner Meinung nach würdevoller gealtert als etwa die Freddy-Filme.
Nach dem Erfolg von "Freitag der 13." wurde sehr schnell diese Fortsetzung nachgeschoben. Der zweite Teil wiederholt im wesentlichen die Handlung des ersten Teils, diesmal halt mit anderem Mörder. Allerdings bekam vor der Kinoauswertung strikte Schnittauflagen: Er fällt ungleich unblutiger aus als der erste Teil (die herausgeschnittenen Szenen sind offenbar mittlerweile verloren) Und Jason trägt noch nicht seine Hockeymaske, sondern einen Sack über dem Kopf.
Entsprechend gering waren meine Erwartungen, doch Teil Zwei macht überraschend viel Spaß. Es mag an den Figuren liegen, die effektiver sind als im ersten Teil. Die Hauptpersonen thematisieren den "Freitag der 13."-Mythos: Die Handlung spielt fünf Jahre nach dem Original, und die Figuren, die sich im Ferienlager auf ihren Einsatz als Jugendbetreuer vorbereiten, kennen bzw. erfahren die Ereignisse im ursprünglichen Camp Crystal Lake, das hier ein unheimliches, verlassenes Lager ist. Der zweite Teil funktioniert hervorragend als Bindeglied zwischen dem Original und den folgenden Filmen, in denen sich Jason die Hockeymaske überstreift und zur Horrorikone wird. Er ist auch interessant, weil er Material hat, das Marcus Nispel in seiner "Freitag der 13."-Neuauflage aufgreift: den der Reihe zugrunde liegende Mythos, den Sack über Jasons Kopf und das verwaiste Camp Crystal Lake als unheimliches Setting.