Der Spiegel Nr. 18 / 28.04.2003
Wie schafft man es, bekannte Produkte prägnanter zu gestalten? Wie kann man Menschen von gestern zu Menschen von morgen küren? Ganz simpel: Man lässt sie zeichnen. Mit Pinsel oder Kohle, mit Air-Brush-Pistole oder als Collage aus Bildschnipseln. Böse überzeichnet oder modern aufgemotzt, je nach Intention. Illustrationen wirken manchmal ehrlicher als am Computer glatt retuschierte Fotos. Das Revival hat inzwischen auch den Werbemarkt und die Medien erreicht: Nach Magazinen wie Spex, Brand Eins und Jetzt setzen auch Tages- und Wochenzeitungen auf Gezeichnetes. Modefirmen wie Balenciaga und Calvin Klein lassen Fotos ihrer neuen Kollektion übermalen, die Modeschöpferin Stella McCartney ließ ihre Werbekampagne von einem Maler gestalten, und sogar die britische Mantel-Legende Burberry erhofft sich neuen Schwung von Tuscheklecksen über karierten Capes.
Deutscher Drucker, 8. Mai 2003
Zu sprechen ist von einem silbern glänzenden Ziegelsteinchen, 17,5 auf 24 cm und 473 Seiten stark, Freistil, das neueste Buch aus dem Verlag Hermann Schmidt Mainz, versammelt unter der Federführung von Herausgeber Raben Ruddigkeit die junge deutsche Illustratoren-Szene. Über die Vielfalt an Stilen, Techniken, Motivvorlieben für Werbung, Zeitschriften- und Buchgestaltung wäre einiges zu berichten, hier aber seien einmal einige herstellungstechnische Details hervorgehoben; dieses Buch ist nämlich ein schönes Beispiel für perfekte Zusammenarbeit. (...) Holografiekarton als Einbanddeckel, freier, gerader Rücken, darauf, gleichsam als verlängerte Flattermarken, die Regenbogenfarben, sichtbarer blauer Heftfaden und dazwischengesetzt noch die Buchstaben des Titels eine Herausforderung. Die folienkaschierten Buchdeckel wurden schließlich im Siebdruck bedruckt, der Rücken mit einem speziell angefertigten Leim verarbeitet. So ist am Ende das Design blickfangträchtig, vor allem aber zeigt das nicht eben schmale Buch bestes Aufschlagverhalten, also optimale Handhabbarbeit. (...) Das Experiment ist gelungen glänzend.
Buchkultur Februar/März 2005
Mehr als tausend Worte... Illustrieren ist wieder in. Es wird drauflosgepinselt dass es eine wahre Freude ist. Im bemerkenswerten Stil ist jetzt ein Überblicksband zum Thema: Wie finde ich für meine Publikation den passenden Illustrator erschienen. Das Herausgeberteam um Raban Ruddigkeit sammelt auf 448 Seiten Beweisstücke für eine sehr lebendige deutsche Illustratoren-Szene. 175 Kreative liefern beeindruckende Arbeitsproben. Die Autoren treffen Klaus Voormann, den Gestalter der legendären Beatles-Plattencover. In Form eines Fragebogens werden namhafte Art-Direktoren und Art-Buyer zum Thema Illustrieren interviewt.
Kurzbeschreibung
Nach dem Bilderrausch aus den Fotoarchiven erleben wir ein Revival der Illustration. Der individuelle Strich sprudelnder Fantasie und Kreativität, die Macht des Individuellen treten ihren Siegeszug in Medien und Werbung an. Doch wie findet man den passenden Illustrator? Mit Freistil, dem ersten Jahrbuch für Illustratoren im deutschsprachigen Raum. Auf 478 Seiten stellt Raban Ruddigkeit als Herausgeber 175 Kreative mit Arbeitsproben vor und gibt damit nicht nur Überblick über die individuelle Arbeitsweise, sondern im Blättern auch Einblick in aktuelle Tendenzen in der Illustration. Dazu kommen Textbeiträge von Edith Arnold über die Rolle der Illustration in der Visualisierung von Mode-Ideen, Freistil trifft Klaus Voormann, der die legendären Beatles-Cover entwarf, und Klaus Mai, die Techno-Legende. Andreas Platthaus beleuchtet die Rolle der Illustration für Zeitschriften und Zeitungen, und in Fragebogenform treten ein Illustrator, eine Agentin und ein Art-Buyer in Dialog. Sie reflektieren die Power der Illustration, die Zusammenarbeit mit Illustratoren und die Honorarfrage sowie die Frage, ob uns ein Bild nicht mehr sagt als tausend Worte...
Der Verlag über das Buch
Diplom für buchbinderische Verarbeitung bei der Berliner Type 2003 in der Kategorie Prospekte für PR. Auszeichnung beim DDC-Wettbewerb 2003.