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Freispruch für den Hund der Baskervilles: Hier irrte Sherlock Holmes
 
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Freispruch für den Hund der Baskervilles: Hier irrte Sherlock Holmes [Gebundene Ausgabe]

Pierre Bayard , Lis Künzli
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 205 Seiten
  • Verlag: Kunstmann; Auflage: Leicht gekürzte Fassung (3. September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3888975298
  • ISBN-13: 978-3888975295
  • Originaltitel: L'affaire du chien des Baskerville
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 12,8 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 389.094 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Pierre Bayard
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Wie sich A.C. Doyle im Dartmoor verirrte und wie man als Leser den wahren Mördern in literarischen Texten auf die Schliche kommt. Ein neuer Geniestreich paradox-witziger Literaturanalyse von Pierre Bayard.Who dunnit? Die meisten Krimileser verlassen sich ganz auf den Autor, wenn es um die Aufklärung literarischer Morde geht. Falsch, sagt Pierre Bayard: Selbst Meisterdetektive wie Sherlock Holmes können irren, ohne dass der Autor es bemerkt. In Conan Doyles berühmtestem Buch »Der Hund der Baskervilles« deuten zahlreiche Indizien darauf hin, dass der Hund keineswegs der Mörder war. Anlass genug für eine furiose »Kriminalkritik«. Denn viele in der Literatur erzählte Morde sind gar nicht von denjenigen begangen worden, denen sie zur Last gelegt werden. In der Literatur wie im richtigen Leben entkommen die wirklichen Verbrecher nicht selten den Ermittlern, und zweitrangige Figuren werden angeklagt und verurteilt. Die Kriminalkritik, Verfechterin der Gerechtigkeit, bringtendlich die Wahrheit ans Licht und eröffnet ungeahnte Perspektiven. Ist Ödipus wirklich des Vatermords schuldig Versteckt sich nicht selbst in »Hamlet« ein unbekannter Mörder? Wenn schon literarische Personen hinter dem Rücken des Autors ein Eigenleben entwickeln, können wir uns auch als Leser aktiver, lustvoller in literarische Texte einbringen. Die Zeit der passiven Lektüre ist vorbei!, ruft Pierre Bayard, Autor des Bestsellers »Wie man über Bücher spricht, die man nicht gelesen hat«. Wie man mit Literatur auf Augenhöhe verkehrt und die wahren Mörder enttarnt, zeigt sein ebenso witziges wie kluges Buch.

Über den Autor

Pierre Bayard hat mehrere literarische Essays veröffentlicht und lebt als Literaturprofessor und Psychoanalytiker in Paris. In Deutschland wurde er durch seinen Bestseller »Wie man über Bücher spricht, die man nicht gelesen hat« bekannt.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Überfällig 19. Dezember 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Hercule Poirot hatte bekanntlich eine Abneigung gegen die Sorte Kriminalermittler und Dedektive, die auf Knien mit der Lupe in der Hand vermeintlichen oder echten sogenannten "Indizien" hinterher schnüffeln und jagen wie ein Hund. Ihm war es wichtiger, anhand psychologischer Kriterien, sprich: durch Menschenkenntnis, dem Täter auf die Spur zu kommen. Das Wichtigste dabei war, ist und bleibt: das Motiv. Kaum verstellt zielten Poirots Spitzen gegen die jagdhundartig ermittelnden Detektive auf seinen englischen Fachkollegen S. Holmes und es gibt sicher nicht wenige Freude des Kriminalromans, die es sehr bedauern, daß die beiden Lichtgestalten fiktiv-kriminalistischer Aufklärung nicht zumindest einmal miteinander oder gegeneinander zu Werke gegangen sind, um in einem fairen Wettkampf den Besseren (quasi seinerseits) "zu ermitteln".

Liest man Bayards lobenswerte Abhandlung zu den kriminalistischen Leistungen S. Holmes im "Baskerville"-Fall, wird schnell klar, wer Sieger einer solches Wettkampfes aller Voraussicht nach geworden wäre - nämlich der belgische Genußmensch und verhinderte Kürbiszüchter Poirot. Zwar hat Bayard in einer Darstellung zu A. Christies "Alibi" wohl bereits angedeutet, daß auch Poirot nicht frei von Fehlern war und mitunter - errare humanum est - sogar meilenweit danebenlag mit seinen Deduktionen. Diese Fehlleistungen sind aber nichts im Vergleich zu den hier von Bayard luzide, schlüssig und mit durchschlagender Überzeugungskraft nachgewiesenen Schnitzern Holmes, Fehlleistungen, die bislang vereinzelt bereits bemerkt wurden, aber hier erstmals in einer ebenso umfangreichen wie erschütternden Gesamtschau dargeboten werden.

Doch Bayard, der nebenberuflich auch als Psychotherapeut tätig ist, beläßt es nicht dabei, lediglich aufzuzeigen, wo sich der Dedektiv aus der Bakerstreet irrte und welche seiner Schlußfolgerungen falsch sind (nämlich fast ausnahmslos alle). Er untersucht auch die Hintergründe dieses größten Versagens der fiktiv-kriminalistischen Literatur, wie man es nach der Lektüre der schonungslosen Abhandlung Bayards wohl bezeichnen muß. Bayard stellt die prekäre Beziehung zwischen Conan Doyle und Holmes, geprägt durch Minderwertigkeitskomplexe und einer daraus resultierenden "Haßliebe" des Autors auf den Dedektiv, der bald berühmter war als der Autor selbst, überzeugend dar, ohne allerdings der Versuchung zu unterliegen, die psychoanalytische Betrachtung als einziges Erklärungsmuster für das Versagen Holmes/Conan Doyles heran zu ziehen. Selbstverständlich finden aber auch die Positionen von Kritikern und Zweiflern genügend Raum in diesen Erörterungen, insbesondere auch solcher Bedenkenträger, die es ablehnen, literarischen Gestalten ein Eigenleben zuzusprechen. Bayard gelingt es aber, diese Kritikaster und Ungläubige argumentativ nieder zu ringen und eindrucksvoll in die Schranken zu weisen.

Und nicht zu letzt unternimmt Bayard einen durchaus überzeugenden Versuch, das Verbrechen selbst anhand der vorliegenden Akte, mithin der Erzählung "The hound of the Baskerville's", endlich aufzuklären. Letzte Fragen müssen aber auch offen bleiben, können aber in dieser Rezension leider nicht angesprochen werden, um nicht zu viel zu verraten.

Fazit: Holmes entzaubert, Hund enlastet. Lesen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
In 'Ermittlung' geht Bayard systematisch durch 'Der Hund der Baskervilles' und erklärt dem Leser die Handlung. Zudem beschäftigt er sich mit der holmesschen Untersuchungsmethode, die grundlegend für das Kriminalgenre geworden ist: Indizien suchen, Vergleiche durchführen und Schlüsse ziehen. In diesem Rahmen kommt Bayard auch auf die Unvollständigkeit von Holmes' Methode zu sprechen, denn was nicht in sein Erklärungsmuster passt, wird ignoriert.

Die 'Gegenermittlung' besteht darin, den Leser in die Kriminalkritik einzuweihen - denn nicht jedem Zeugen oder Erzähler darf vertraut werden. Hier entkräftigt Bayard dann auch die Vorwürfe gegen den Hund und den vermeintlichen Mörder Stapleton.

'Fantastisches' entfernt sich dann etwas vom Text und wird allgemeiner. Denn hier stellt Bayard die Frage, inwiefern literarische Figuren die reale Welt beeinflussen - man denke nur an die Reaktionen, die Holmes' Tod im Jahre 1893 hinterließ, und an den Druck, dem Conan Doyle ausgesetzt war, bis er letztendlich Holmes wieder zum Leben erweckte.
Zum Ende diesen Teils kommt Bayard auf den Holmes-Komplex Conan Doyles zu sprechen - denn obwohl der Detektiv wohl die bekannteste Schöpfung des Autors ist, war dieser nicht gut auf ihn zu sprechen, fand sein übriges ¼uvre doch weniger Anklang beim Publikum. Aus diesem Komplex wurde dann auch die Notwendigkeit geboren, die eigene Schöpfung umzubringen. Damit befasst sich der letzte Teil, 'Wirklichkeit'.

Bayard argumentiert, dass die vielen Fehler, die Holmes in 'Der Hund der Baskervilles' unterlaufen, dem Umstand Rechnung tragen, dass Doyles Versuch, Holmes umzubringen, aufgrund der heftigen Gegenreaktionen der Leser und Fans dieser Figur gescheitert war. Der Autor will sozusagen seinen Helden durch die Literatur umbringen, indem er dessen Fähigkeiten und Intelligenz in Frage stellt.
Erst nach all diesem beschäftigt sich Bayard mit der Frage, welcher Mord denn jetzt wirklich im Buch geschah und wer der (bisher ungefasste) Mörder ist.

Bayards Schreibstil ist flüssig und leicht zu verstehen. Auch seine eher theoretischen Abhandlungen vom Eigenleben literarischer Figuren sind angenehm geschrieben und auch ohne Literaturstudium zu verstehen.
Er deckt methodisch alle Fehler von Holmes auf, um sie gleich darauf zu verbessern, was ihm eine gewisse Glaubwürdigkeit verschafft, denn seine Ausführungen bleiben immer neutral, auch wenn sie selten zugunsten von Holmes ausfallen.

Am meisten beeindruckt seine Art der Kritik, die er im Anklang an das Genre Kriminalkritik nennt: So wird der Leser dazu gebracht, die Lösung von Mordfällen selbst zu suchen, anstatt sich auf die glaubwürdigen Erzähler wie Watson oder Holmes zu verlassen.

Ob man den Ausführungen nun glauben schenkt, sich davon überzeugen lässt, wer unschuldig und wer schuldig ist, tut hier wenig zur Sache. Interessant ist die Art, wie Bayard sein Buch aufzieht, denn nie wird es langweilig, auch nicht, wenn er tief in den Text geht oder weiter ausholt, um seine Schlüsse zu rechtfertigen. So sollten Bücher sein.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Hier irrte Sherlock Holmes 4. September 2008
Von Thorsten Wiedau HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Das muss man dem Autor Pierre Bayard schon lassen, sich in seinem Buch FREISPRUCH FÜR DEN HUND DER BASKERVILLES mit dem Meisterdetektiv Sherlock Holmes anzulegen - doch wo er Recht hat, hat er Recht - denn hier irrte Sherlock Holmes tatsächlich.

Zuerst einmal ist Eingangs die Methode und Art und Weise Sherlock Holmes bei seinen Ermittlungen aufgeführt und es zeit sich schon hier, das er doch einige Lücken aufweist und seine Argumente manches Mal aus Quellen zieht, welche nicht bewiesen sind.

Gerade dieses Vorwissen ist es jedoch, was die literarische Figur des Sherlock Holmes zu überirdisch macht. Der Autor Pierre Bayard räumt hier nun gewissenhaft mit so manchem Vorurteil auf und zeigt anhand des Beispieles Der Hund von Baskerville" wie man dem Tier eine Schuld zu schieben wollte die ihm allein gar nicht zusteht.

Anhand des literarischen Textes zeigt sich sehr schnell, wie Holmes auf dem Holzweg ist, innerhalb seiner Argumentation und obwohl der Autor damit ein wenig den Mythos Sherlock Holmes demontiert, ist es doch interessant dieses Analyse des Tathergangs zu lesen.

Für Sherlock Holmes und Krimifans unverzichtbar - sehr interessant und einleuchtend.

Sehr empfehlenswert!
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