Lange haben die Freunde der Dickblattpflanzen auf eine Neuauflage dieses Werkes warten müssen. Mitte März war es endlich soweit, dass der neue "Köhlein" erscheinen konnte. Der unter Pflanzenfreunden wohl bekannte Autor hat es nicht bei einer einfachen Neuauflage belassen, sondern die ganze Materie gründlich überarbeitet. Sämtliche Kapitel sind neu geschrieben, auch alle Fotos sucht man in den früheren Auflagen vergebens. Die meisten prachtvollen Fotos stammen vom Autor, nur wenige kamen von anderen Sukkulentenfreunden dazu. Auf diese Weise ist ein großartiges Werk entstanden, welches sich würdig in die lange Reihe der Publikationen von Dr. Fritz Köhlein einreiht.
Zum Inhalt:
Das erste Kapitel beschäftigt sich mit der Vielfalt der Freilandsukkulenten, ihren Vorkommen am Naturstandort und botanischen Grundlagen. Dann werden auf 42 Seiten die vielfätigen Verwendungsmöglichkeiten der Dauerkünstler im Garten, auf dem Dach, dem Balkon und in vielen unterschiedlichen Gefäßen erläutert. Es gibt praktisch keinen Platz, wo man keine Sukkulenten verwenden kann! Nur im Wasserbecken sollte man andere Gewächse bevorzugen.
Das Hauptkapitel befasst sich mit den Sortimenten der einezelnen Gattungen. Fetthennen (Sedum und Rhodiola) erhielten 25 Seiten, Hauswurz (Sempervivum und Jovibarba) 38 Seiten. Neben vielen Arten werden auch allerneueste Züchtungen vorgestellt. Winterharte Kakteen erhielten 20 Seiten, Lewisien 9 Seiten. Hinzu kommen noch verschiedene Gattungen, welche nicht überall vollständig winterhart sind, sondern eine besondere Behandlung im Winter benötigen (Agave, Aloe, Chiastopyllum, Crassula, Orastachys, Rosularia, Delosperma).
Weiterhin findet man noch einige Seiten mit Hinweisen zur Kultur und Verwendung. Hier werden die langjährigen praktischen Erfahrungen des Pflanzensammlers an zukünftige Generationen weitergegeben. Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit Kombinationspartnern, dazu zählen auch einjährig kultivierte Sukkulenten, wie viele Portulakgewächse und Aeonien, Laucharten und Gräser.
Ein besonders wichtiges Kapitel betrifft die unterschiedlichen Vermehrungsarten. Zum Abschluss findet man im Anhang viele Anschriften von Bezugsquellen, Liebhabervereinigungen und Literaturempfehlungen.Der Autor hat sich erfreulicherweise nicht an die neueste Nomenklatur gehalten, wo im Sukkulentenlexikon von t'Hart (Herausgeber Eggli, Ulmer Verlag) die Gattung Jovibarba als Sektion von Sempervivum gilt. Der Autor ist der Auffassung, dass die unterschiedliche Blütenform eine Trennung rechtfertigt. Auch die neuen Namen bei Sedum wurden nicht übernommen, sondern allenfalls als Synonym erwähnt.
Das mögen die Systematiker nicht gut heißen, doch dieses Werk wendet sich an den Praktiker, welcher die dauernden Änderungen der wissenschatlichen Namen verwünscht.
Fazit:
Dieses neue Sukkulenten-Buch ist eine besonders wichtige Grundlage für den Liebhaber der Fettpflanzen, aber auch unverzichtbar für alle Pflanzenfreunde, die pflegeleichte Pflazungen im Sonnenbereich lieben.