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Anno Neun. Der Freiheitskampf von 1809 unter Andreas Hofer. Ereignisse, Hintergründe, Nachwirkungen
 
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Anno Neun. Der Freiheitskampf von 1809 unter Andreas Hofer. Ereignisse, Hintergründe, Nachwirkungen [Broschiert]

Michael Forcher
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 136 Seiten
  • Verlag: Haymon Verlag; Auflage: 2., zahlreiche s/w-Abbildungen (10. November 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3852185823
  • ISBN-13: 978-3852185828
  • Größe und/oder Gewicht: 23,2 x 15,4 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 347.066 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Michael Forcher
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

„Der ehrenwerte Versuch, A.H.s Überzeugungen zu respektieren.“ Profil „Forcher versteht es sehr gut, den Leser durch dieses Jahr 1809 zu führen, und gestaltet die Ereignisse spannend und kurzweilig. Es ist damit ein Abriss der Tiroler Geschichtsschreibung gelungen, der jedem an den Ereignissen dieser Tage Interessierten als Einstiegslektüre sehr empfohlen werden kann.“ Österreichische Militärische Zeitschrift „Besser als in ‚Anno neun’ kann man das Thema für den interessierten Laien nicht darstellen, ansprechender und schöner als hier kann man ein solches Büchlein nicht gestalten.“ Redaktion Fachdienst Germanistik, Dr. Klaus Hübner „Im Tiroler Gedenkjahr 2009 ein wichtiger, ein hilfreicher und nützlicher Band zum Verständnis Tiroler Geschichte und Tiroler Helden.“ Bücherrundschau „Michael Forcher räumt mit Klischees auf.“ Kleine Zeitung, Jutta Fenk-Esterbauer „Dem Autor, ausgewiesener Kenner der Tiroler Geschichte, gelingt es, in seinem schmalen Band Verlauf, Hintergründe und Nachwirken des Aufstandes sachkundig und unterhaltsam darzustellen.“ ekz-Informationsdienst

Kurzbeschreibung

War das Jahr 1809 mit dem Freiheitskampf der Tiroler gegen Bayern und Franzosen ein Heldenjahr , ein Schicksalsjahr ?
Oder war Anno Neun der Aufstand hinterwäldlerischer Reaktionäre gegen moderne Entwicklungen? War es ein unsinniges, weil von vornherein aussichtloses Gefecht von Schießstandkönigen, Wirten, Raufbolden und Wilderern gegen die gedrillten Heere Napoleons und seiner Vasallen? Oder sind die Leistungen der Tiroler, die damals ganz Europa erstaunt haben, auch heute noch zu bewundern? Und war Andreas Hofer, der Anführer des Freiheitskampfes, nichts anderes als ein erzkonservativer, dem Trunke nicht abgeneigter religiöser Fanatiker? Oder wird er, einer der weltweit bekanntesten Tiroler, zu Recht als Freiheitsheld gefeiert?

Michael Forcher, ausgewiesener Kenner der Tiroler Geschichte, gibt in seiner fundierten, spannend zu lesenden Darstellung der Ereignisse dieses einen Jahres nicht nur Antworten auf solche Fragen. Er durchleuchtet auch Vorgeschichte, Hintergründe und Nachwirkungen und versorgt selbst den eiligen Leser mit jenen Fakten und Zusammenhängen, die es ihm erlauben, Klischees zu erkennen und sich eine eigene Meinung zu bilden.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Michael Forchers neuestes Werk "Anno Neun" steht als eines der ersten Publikationen, welche die Tiroler Freiheitskämpfe des Jahres 1809 zum Inhalt haben, neben der überarbeiteten Neuauflage von Meinrad Pizzininis "Andreas Hofer" am Beginn der Flut von Veröffentlichungen, die im Laufe des Jahres 2009 noch auf die Leser zukommen wird. Mit seinem profunden historischen Fachwissen und seinen exzellenten literarischen Fähigkeiten, die er schon kürzlich in seinem Buch "Die Geschichte der Stadt Innsbruck" unter Beweis stellte, gelingt es dem Autor, die Ereignisse dieses für Tirol so schicksalsreichen Jahres einem breiten Publikum näher zu bringen.

Nicht nur die Ereignisse, also die historischen Fakten, sondern die Hintergründe und Nachwirkungen werden in "Anno Neun" thematisiert. Schon im Vorwort hält Michael Forcher seinen Umgang mit der Materie fest: Es soll nicht die Person Andreas Hofer beurteilt, sondern die Geschehnisse im Jahr 1809 dargelegt werden, woraufhin sich der Leser seine eigene Meinung über diese Episode der Tiroler Landesgeschichte bilden kann.

Michael Forchers Erzählwerk wird von den meist guten Beziehungen zwischen Tirol und Bayern eingerahmt. Bereits im ersten Kapitel versucht der Autor die Gründe des Aufstandes von Teilen der Tiroler Bevölkerung zu erörtern. Diese können mit den "verhassten Maßnahmen der Münchner Regierung" auf den Punkt gebracht werden (S. 8). In den folgenden Kapiteln wird die direkte Vorgeschichte zu den Tiroler Freiheitskämpfen dargelegt. Im Frieden von Pressburg am 26. Dezember 1805 wurde die Angliederung von Tirol und Vorarlberg an das Königreich Bayern (seit 1. Januar 1806) beschlossen (S. 17). Dieser erzwungene Herrschaftswechsel und die damit einhergegangenen Reformen führten schließlich zur Erhebung der Tiroler Bauern im März 1809 (S. 24).

In den folgenden Seiten wird die Rolle des Österreichischen Hofes angesprochen, der die Tiroler zum Aufstand ermunterte, sich aber dann aus der Verantwortung zog und nicht helfend eingriff. Das sonst trockene Kriegsgeschehen mit den Bergiselschlachten und die wechselnde Herrschaft über Innsbruck, welche immer wieder Plünderungen mit sich brachte, werden durch Tagebucheinträge von Innsbrucker Zeitgenossen belebt.
Aufschlussreich ist der Abschnitt, in dem erklärt wird, warum die Schützen so erfolgreich im Kampf gegen die Bayern und Franzosen waren (S. 47).

Michael Forcher verabsäumt nicht die Rolle der Frauen in den Freiheitskämpfen anzusprechen. Auf drei Seiten (S. 76-78) erzählt er von einzelnen weiblichen Persönlichkeiten und die Rolle, welche die Frauen am heimatlichen Hof für die Aufrechterhaltung der Wirtschaft spielten.
Mit Beurteilungen von einzelnen Protagonisten sonst zurückhaltend, geht Michael Forcher an zwei Stellen (S. 39 und 53) auf die Beziehung des damaligen Direktors des Haus-, Hof- und Staatsarchivs und späteren Intendanten für Tirol, Joseph Hormayr, mit Andreas Hofer ein und stellt dort heraus, dass Hormayr den Sandwirten als Konkurrenten begriff.
Andreas Hofer, der erstmals auf Seite 27 auftaucht, wird mit den Schlagwörtern "Hausverstand, Bauernwitz, natürliches Rechtsempfinden, respektgebietendes Auftreten, Redlichkeit, Volksverbundenheit, Leutseligkeit, Frömmigkeit, Gottvertrauen, Patriotismus" charakterisiert. Sein Auftreten als stellvertretender Regent an der Spitze Tirols wird vom Autor als die einzige Möglichkeit, um das Versinken des Landes in Anarchie zu verhindern, beschrieben (S. 80).

Als der Krieg zwischen Österreich und Frankreich beendet war und sich die Niederlage der Tiroler abzeichnete, wird das Umschlagen einiger Schützen ins Fanatische, es kam dabei sogar zu Exekutionen in den eigenen Reihen, nachvollziehbar beschrieben (S. 103). Mit dem Sieg der Franzosen über die Aufständischen und einer kurzen Schilderung der Hinrichtung Andreas Hofers am 20. Februar 1810, wird in den letzten Kapiteln auf die Wiedereingliederung Tirols in das Österreichische Reich und die Rezeption der Freiheitskämpfe eingegangen. Gerade der Umgang mit der Geschichte von 1809 und deren langsamer Mythifizierung machen das letzte Kapitel zum wertvollsten des ganzen Buches.
Am Ende angekommen, zeichnet sich für den Leser ein Bild, das ein ereignisreiches Kriegsjahr und einen überwiegend positiv bewerteten Andreas Hofer beinhaltet. Michael Forcher versucht das Jahr 1809 mit einer neuen Wertigkeit zu belegen und fragt nach dessen neuen Funktionen für die Gegenwart.

Für das geschichtsinteressierte Publikum, welches sich über die Geschehnisse vor 200 Jahren informieren möchte, ist die narrative Historiographie von Michael Forcher sehr zu empfehlen. Das handliche Format und die auf 134 Seiten geglückt zusammengefassten Fakten, welche durch reichliche Zitate und zeitgenössische Darstellungen lebendig gemacht wurden, verursachen ein spannendes und informatives Leseerlebnis.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Damals mit Andreas Hofer 8. Februar 2009
Format:Broschiert
Anno Neun - Buchbesprechnung
Im Haymon Verlag ist das Buch von Michael Forcher erschienen. Das Buch beginnt damit, dass es uns in die geschichtlichen Zusammenhänge einführt. So wird z.b. auch über die Besetzung von Lienz im 1 Franzosenkrieg von 1796/97 berichtet und die Kämpfe um das kärntner Tor.
Seit ca. 40 Jahren beschäftige ich mich mit dem Aufstand von 1809. In dem Buch konnte ich erstmals nachvollziehen wo sich die Chrysanter Schanzen befinden, in Ost-Tirol bei Dösslach.
Auch wird in diesem Werk genau der Religionskonflikt zwischen Tirolern und Bayern beschrieben, die den Aufstand auslösten. Die Reformen der Bayern stießen in Tirol auf Ablehnung.
Als am 1. Mai 1805 die neue Verfassung in Kraft trat, gab es kein Tirol mehr, es trug nun die Bezeichnung Südbayern".
Auch der Besuch von Andreas Hofer in Wien im Jänner 1809 wird gut beschrieben. Dort wurde der Aufstand mit Erzherzog Johann abgesprochen. In Wien fällt Hofer durch seinen Bart in der Oper auf. Dabei sollte niemand mitbekommen, dass eine Abordnung aus Tirol in Wien ist. Auf der Rückreise von Wien trifft sich Andreas Hofer in Tirol mit seinen Vertrauten, so z.B. mit dem Schupfenwirt Johann Baptist Etschmann.
Am 8. April wird von Erzherzog Johann von Villach aus, sein Besitzergreifungspatent von Tirol veröffentlicht. Auch die Unruhen in Axam bei einer Rekrutenaushebung am 10. April werden sehr gut beschrieben.
In dem Buch wird behauptet, die 1. Bergiselschlacht sei am 25. Mai und die 2. Bergiselschlacht am 29. Mai 1809 gewesen. Dies sehe ich anders: die 1. Bergiselschlacht fand am 12. April statt, als Martin Teimer aus Schlanders Innsbruck befreite. Die 2. Bergiselschlacht hat zwei Termine, den 25. und 29 Mai 1809.
Sehr gut sind auch Details erwähnt, so der Gasthof Schupfen als Hauptquartier, das alte Lehnerhaus und der Gasthof Domanig, In Schönberg wohin Hof ausgewichen war, wenn es während der Kämpfe am Schupfen zu heiß wurde.
Sehr interessant ist in dem Buch auch die Darstellung der Delegiertenversammlung in Matrei/Brenner wo es um die Frage ging, weiterkämpfen oder aufgeben?
Sehr umfangreich wird auch auf Josef Freiherr von Hormayr eingegangen, der Intendant des Kaisers. Leider wird dabei unterschlagen, dass Hormayr in seinen Aufzeichnungen berichtet, dass Hofer von einem Pfarrer verraten wurde, der sich nicht an das Beichtgeheimnis hielt. Das Buch bringt an dieser Stelle die alte Leier, dass Franz Raffl den Sandwirt verraten hätte.
Für Neueinsteiger in diesen Teil der Tiroler Geschichte, ist das Buch sehr wertvoll, nicht nur für Mitglieder des Andreas-Hofer-Bundes e.V. Auch dient das Buch hervorragend um sich auf das Gedenkjahr 1809-2009, 200 Jahre Tiroler Freiheitskampf einzustimmen.

M. D.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Michael
Format:Broschiert
Das Buch von Michael Forcher gibt einen kompakten, aufschlussreichen und sehr informativen Überblick über die Ereignisse von 1809 in Tirol. Es stellt die Geschehnisse in den Vordergrund und nicht die Person Andreas Hofer. Weiters versucht der Autor sehr sachlich und neutral zu bleiben.

Anfangs wird die Vorgeschichte kurz erläutert, was ich sehr wichtig finde, um die Dinge richtig einordnen zu können. Es werden die Truppenbewegungen der Allianzarmeen und die der Verteidiger Tirols sehr genau beschrieben. Dazu dienen Tagebucheintragungen, Zeugenberichte oder Briefwechsel.

Die handelnden Personen werden sehr ausführlich und ohne Pathos vorgestellt. Man bemerkt die inneren Zerissenheiten, die Enttäuschungen über nicht geleistete Schützenhilfe der Österreicher oder das Aufgeben Tirol in den Friedensverhandlungen.

Michael Forcher gibt auch wider, wie sehr die Zivilbevölkerung unter diesem Krieg gelitten hat. Da wird vom Anzünden der Höfe berichtet, dem Zerstören ganzer Dörfer und der Strafgerichte, mit denen die Franzosen den Widerstand der Tiroler brechen wollten.

Was ebenfalls sehr gut gelungen ist, dass der Autor die spätere Vereinnahmung der Person Andres Hofer von den verschiedensten Gruppierungen und politischen Richtungen aufzeigt, wie glorifiziert und missbraucht Hofer wurde und immer teilweise noch wird.

Sehr positiv zu erwähnen sind die zahlreichen Abbildungen der handelnden Personen, Schlachtgemälden, Skizzen, Propagandamaterial, Denkmälern oder Erinnerungsfeierlichkeiten. Leider fehlt mit persönlich eine Landkarte des betreffendne Gebiets um auch den Verlauf der Kriegshandlungen besser nachvollziehen zu können und die zahlreichen Ortsangaben besser zuordnen zu können.

Alles in Allem ist es ein gelungenes, objektiv und sachlich geschriebenes und daher ein sehr lesenswertes Buch über die Ereignisse aus dem Jahre 1809.
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