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Freiheit statt Kapitalismus
 
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Freiheit statt Kapitalismus [Gebundene Ausgabe]

Sahra Wagenknecht
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Eichborn Verlag; Auflage: 4 (13. Januar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821865466
  • ISBN-13: 978-3821865461
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,6 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (38 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 72.765 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Sarah Wagenknecht entwirft in ihrem neuen Buch einen kreativen Sozialismus - und beruft sich dafür auf liberale Grundfeste. Sie lobt Wettbewerb, Gewinne und den echten Unternehmer (...) Dabei zeigt sie ... ein tieferes Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge als viele Politiker aus Parteien, denen man gemeinhin Wirtschaftsnähe und -kompetenz zuspricht." (Handelsblatt, Juli 2011)

"Gute Krisenanalyse ...Wagenknecht demaskiert die Mythen und Schwachstellen des globalen Hyperkapitalismus." (Max Otte, 27. Mai 2011)

"Eine bemerkenswerte Arbeit, schlüssig geschrieben und klar durchargumentiert. Wagenknecht hat die alte sozialistische Tradition wieder aufgenommen, als politische Person, die mit im Zentrum der Partei steht, selbst theoretisch zu arbeiten und damit gleichsam den geistigen Vorlauf für die eigenen politischen Positionen zu schaffen und in die öffentliche Diskussion einzubringen." (Erhard Crome, Neues Deutschland, 20. Mai 2011)

"Sahra Wagenknechts Versuch, den Sozialismus neu zu denken, (ist) ambitioniert und mutig." Winfried Kretschmer, Süddeutsche Zeitung, 18./19. Mai 2011)

"Nein, sie ist keineswegs schrill oder polemisch, diese aktuelle politische Positionierung von Sahra Wagenknecht. Ganz im Gegenteil: Sauber recherchiert, faktenreich, kompetent und in verständlicher Sprache zeigt die Autorin ihre gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Grundlinien der Neuzeit auf." (Jörg Riemenschneider, NDR Info, 18. Mai 2011)

"Freiheit statt Kapitalismus formuliert den Zweifel, den viele mit sich herumtragen." (Arno Orzessek, DeutschlandRadio Kultur, 12. Mai 2011)

Kurzbeschreibung

Ein Plädoyer für eine neue Wirtschaftsordnung Sahra Wagenknecht nimmt Ludwig Erhard beim Wort: Wohlstand für alle! In ihrer brillanten Analyse entwirft Sie ein Zukunftsmodell, das dort weiterdenkt, wo die meisten Marktwirtschaftler auf halbem Wege stehen bleiben. Ebenso wie die Marktwirtschaft sozial wird, wenn man sie vom Kapitalismus befreit, wird Sozialismus kreativ, wenn man ihn von der Planwirtschaft erlöst. Schon lange sind nicht mehr Wettbewerb oder gar Leistung die zentralen Merkmale und Perspektiven unserer Wirtschaft, sagt Sahra Wagenknecht. Der Kapitalismus hat seine Produktivität und Kreativität verloren. Wenn Ökonomie die Kunst des Anreizesetzens ist, wirken heute die falschen, denn sie belohnen abstrakte Renditeziele und Jobvernichtung statt Erhalt und Ausbau von Arbeitsplätzen, Umweltschonung und Unternehmenswachstum. Die aktuelle Wirtschaftskrise ist auch eine Kreativitätskrise, sagt die Autorin. Sie nimmt die Theoretiker der Sozialen Marktwirtschaft wie Walter Eucken und Ludwig Erhard beim Wort und beschreibt es als dringlichste Herausforderung an die Wirtschaft, wieder produktiv und innovativ zu sein. Denn es muss nicht nur gerechter verteilt werden, es muss auch wieder mehr zu verteilen geben. Dazu gehört neben öffentlichen Banken als Kreditgeber für den Mittelstand auch eine radikal veränderte Eigentumsordnung, die eine echte Leistungsgesellschaft erst möglich macht. Kreativer Sozialismus, so Sahra Wagenknecht, belohnt nicht den, der sich auf ererbten Werten ausruht, sondern den, der Werte schafft

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124 von 138 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Die stellvertretende Vorsitzende und wirtschaftspolitische Sprecherin der Linken hat ein neues Buch mit dem Titel Freiheit statt Kapitalismus geschrieben. Der Name Sahra Wagenknecht ist für viele Konservative ein rotes Tuch. Die - jetzt ruhende - Mitgliedschaft der Politikerin in der kommunistischen Plattform der Linken sowie unbedachte Äußerungen aus ihrer Frühzeit haften im Gedächtnis.

Dabei kann es sich durchaus lohnen, sich mit den wirtschaftspolitischen Thesen der Sahra Wagenknecht auseinanderzusetzen. Menschen sind lernfähig, und die studierte Philosophin und Literaturwissenschaftlerin hat offensichtlich dazugelernt. Viele Ihrer Analysen hätten so auch von den Begründern der sozialen Marktwirtschaft - Ludwig Erhard, Wilhelm Röpke oder Alfred Müller-Armack -, die Wagenknecht ausgiebig zitiert, verfasst worden sein können. Eine Stalinistin ist Wagenknecht nicht, sondern eine Politikerin, die ihre Bücher selber schreibt und über ihren Gegenstand nachgedacht hat.

Wagenknecht demaskiert die Mythen und Schwachstellen des globalen Hyperkapitalismus. Dazu kann der sozialistische Standpunkt nur hilfreich sein. Schon der Ordoliberale Alexander Rüstow sprach in seiner Schrift Zwischen Kapitalismus und Kommunismus 1949 davon, dass Marxisten und Sozialisten eine bessere Krisentheorie als die liberalen Ökonomen hätten, weil sie einen größeren Abstand zum Geschehen haben.

Im ersten Teil, der mit Unproduktiver Kapitalismus überschrieben ist, zeigt sie auf, warum der heutige Hyperkapitalismus ein unproduktive und unfaire Ordnung ist. Die Macht der Finanzoligarchie - von den Nazis "Plutokratie", von Rudolf Hilferding das "internationale Finanzkapital" genannt - unterwirft sich die Politik ganzer Länder und führt letztlich zum dem jetzigen Sozialismus für Banken und Bankmanager: Banker können riskante Wetten eingehen. Gewinnen Sie, erhalten sie extreme Vergütungen, verlieren sie, zahlen alle. Damit entsteht das Gegenteil einer Leistungsgesellschaft und produziert gerade die Finanzoligarchie viele leistungsfreie Einkommen.

Wagenknecht prangert das Firmenmonopoly bloße Renditestreben in den Großkonzernen an. Wenn man ihr entgegenhält, dass sie sich damit nicht auf dem Boden einer Marktwirtschaft befindet, sollte man zweimal nachdenken. Schon Peter Drucker, der größte Managementdenker des 20ten Jahrhunderts, hat darauf hingewiesen, dass Unternehmen, die Kapitalrendite als oberstes Ziel haben, irgendwann zugrunde gehen. Gewinne werden nach Drucker dann dauerhaft gemacht, wenn das Unternehmen durch intelligente Produkte und Dienstleistungen dauerhaft Kunden zufriedenstellen kann. Die Rendite ist laut Drucker eine Residualgröße, wenn man seinen Job gut macht. Auch die Tatsache, dass heute meistens die Konzerne herrschen und sich die Politik kaufen und gefügig machen, wird detailliert erläutert und belegt.

Der zweite Teil - Kreativer Sozialismus: Einfach. Produktiv. Gerecht. - ist allerdings weiter eher Analyse als Präskripition. Interessant die Ausführungen zu den Staatsschulden. Von Ihnen lebt eine Klasse von Rentenbeziehern - leistungsfreie Einkommen. Der Französische Arzt Francois Quesnay (1694 - 1774) sprach zum ersten Mal von den Einkommen der verschiedenen Klassen - den Grundbesitzern, den Händlern und eben auch den Rentiers. Wagenknecht zeigt auf, dass in den letzten Jahrzehnten die Vermögen der Reichen um ungefähr dieselbe Summe gestiegen sind, wie auf der anderen Seite die Staatschulden. Das zwingt zum Nachdenken.

Öffentliche oder genossenschaftliche Banken lobt die Autorin - in Deutschland die Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken - hätten der Realwirtschaft besser als Goldman Sachs, McKinsey & Co. gedient und auch öffentliche Unternehmen funktionierten oftmals, zum Beispiel bei der Modernisierung Frankreichs.

Insgesamt bleiben die Lösungsvorschläge allerdings etwas vage. Die vorgeschlagene stückweise Überführung des Anteils von Großkonzernen in Belegschaftseigentum löst die Probleme noch nicht, obwohl gerade die Begründer der sozialen Marktwirtschaft sich eine breite Streuung des Aktienvermögens gewünscht haben.

Hier zeigt sich eine Schwäche der großen Utopien, sei es nun Kapitalismus oder Sozialismus. Für im heutigen Sinne Neoliberale richtet der Markt alles. Das ist der gängige Glaube. Für Sozialisten ist der Mensch primär gut. Sie übersehen, dass jeder Mensch gut und böse sein kann, dass der Mensch eine duale Natur hat. Mit anderen Worten: der Sozialismus hat nicht wirklich eine Theorie der Macht und Ihres Ge- und Missbrauchs in Organisationen und Staaten.

Die heutigen Konzerne sind massive Ansammlungen von Macht und gigantische Bürokratien. Schon Walther Rathenau, Siemens-Lenker und genialer Wirtschaftspolitiker, sprach von Beamten in den großen Konzernen. Josef Ackermann ist danach kein produktiver Unternehmer, sondern ein Spitzenbeamter, der nach bestimmten Regeln agiert.

Daneben haben die Staatsbeamten immer weniger Gewicht. Wir es gelingen, einen schlanken, aber starken neopreußischen Staat als Gegengewicht zu den globalen Konzernen zu bauen? Einen Staat, der die den Superreichen verpflichteten Konzerne, wieder in einen Ordnungsrahmen einbettet, der allen nützt? Werden wir es schaffen, Government statt Governance zu re-etablieren? Werden wir eine neue Staatselite aufbauen? Bei den Lösungsvorschlägen bleibt Sahra Wagenknecht vage. Das mindert aber nicht den Wert den hervorragenden Analyse.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sehr lesenswert 7. Juni 2011
Von A. Hecht
Format:Gebundene Ausgabe
Die Publikation von Sahra Wagenknecht sollte jedem Adepten der Politikwissenschaften als Pflichtlektüre verordnet werden. Keine Sorge. Das wird so lange nicht geschehen wie die Katheder in den Hörsälen von den Epigonen eines kompromisslosen Neoliberalismus eingenommen werden. Ludwig Erhard und seine Stichwortgeber sind schon lange out. Wer spricht gegenwärtig noch vom Wohlstand für alle? Weder Angela Merkel noch ihre ökonomischen Ratgeber.
Die "rote" Sahra kann formulieren. Der Text fließt ihr nur so aus der Feder und ist in seinen Aussagen leicht zu verstehen. Die Lesbarkeit würde durch ein Personenregister, ein Glossar und ein Abkürzungsverzeichnis zusätzlich gewinnen. Doch sind das Formalien, die sein können aber nicht müssen.
Eine klarere Begriffsbestimmung hätte sich der Leser bei den Begriffen Sozialismus, Kapitalismus, Marktwirtschaft und Planwirtschaft gewünscht. insbesondere wurde der "kreative" Sozialismus nicht überzeugend herausgearbeitet und gegenüber dem realen abgegrenzt. Auch beantwortet die Autorin nicht die im Hintergrund auftauchende Frage, wie sich bei der herrschenden Dominanz der Wirtschaft der Wandel zu einem kreativen Sozialismus vollziehen soll. Ein friedlicher scheint zumindest fraglich.
Nun, es ist dies gewiss noch nicht die letzte Veröffentlichung der klugen Sahra Wagenknecht, deren Gedanken einer öffentlichen Diskussion wert wären. Es ist anzuzweifeln, ob das in dieser alternativlosen Gesellschaft geschieht. Auch Freiheit ist ein realiver Begriff.
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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Erklärung der Schuldenkrise 1. September 2011
Von Oliver Völckers TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Laut Gliederung und Inhaltsverzeichnis ist dieses Buch in zwei Hälften geteilt, erst eine Kritik des Kapitalismus und dann ein Plädoyer für einen "kreativen Sozialismus". Doch der tatsächliche Inhalt ist ein anderer.

Dieses Buch erklärt verständlich und überzeugend die Schuldenkrise, in der sich die meisten Staaten heute befinden: USA, Griechenland, Portugal, Irland, Japan usw. Die meisten Medien und Politiker tun so, als wären die überquellenden Staatsschulden enfach Schicksal oder Folge eines verschwenderischen Lebens. Sahra Wagenknecht macht deutlich, dass die Schulden konsequente Folge eines profitorientierten Wirtschaftssystems und der Privatisierungen sind.

Die Autorin teilt den gesellschaftlich neu geschaffenen Reichtum in drei Teile: Löhne, Profit und Staatshaushalt. Der Profitanteil muss im Kapitalismus immerzu steigen, sonst gibt es Krisen. Also müssen entweder die Löhne sinken, was jedoch den Lebensstandard senkt und die Nachfrage zusammenbrechen lässt. Alternativ kann sich der Staat gegenüber Banken und Konzernen verschulden, doch damit wird das Problem in die Zukunft verschoben. Die einzige Lösung, abgesehen von Krieg und Zusammenbruch, ist die Änderung der Eigentumsverhältnisse.

In der ersten Buchhälfte beschreibt Wagenknecht die Probleme des Kapitalismus. M.E. kommt der jedoch zu schlecht weg. Wer andere Zeiten oder andere Kontinente erlebt hat, muss anerkennen, dass das Leben in Deutschland 2011 trotz aller Probleme ein ordentliches Bildungs-, Gesundheits- und Sozialsystem bietet. Doch das ist kein Verdienst des Kapitalismus, sondern für jeden Fortschritt haben Gewerkschaften und Sozialisten seit über hundert Jahren mühsam gekämpft. Diesen Klassenkampf würdigt Wagenknecht mit keinem Wort, und Marx zitiert sie auch nicht.

Stattdessen bezieht sie sich auf bürgerliche Ökonomen wie Ludwig Erhard oder Joseph Schumpeter. Im Ergebnis kommt sie zu der steilen These, Sozialisten von heute würden die Ideale liberaler und konservativer Theoretiker am besten verwirklichen. In der Tat kann man das hoch gehaltene Leistungsprinzip und Chancen für alle kaum in der heutigen Wirtschaft umgesetzt sehen. Vielmehr werden unfähige Manager geschont und reiche Millionenerben verfügen über den größten Besitz.

Über Sozialismus ist in diesem Buch kaum etwas zu lesen. Zur Sowjetunion heißt es lapidar, ihr Scheitern, das alle vergangenen Sozialismusversuche geprägt hätte, spräche dagegen, dies für ein mögliches Zukunftsmodell zu halten (S. 319). Das ist ein bisschen mager für ein Wirtschaftsmodell, das weltweit einen enormen Einfluss hatte. Eine mögliche Antwort wäre die Staatskapitalismus-Theorie des Tony Cliff, State Capitalism in Russia.

Zum Schluss fordert die Autorin die Verstaatlichung der Großbetriebe und eine Erbschaftssteuer für alles über 1 Mio ¤, während Kleinbetriebe privat bleiben sollen: "Der echte Unternehmer im Sinne Schumpeters darf nicht gegängelt und unterdrückt, er muss gefördert und unterstützt werden" (S. 334). Mit Unternehmern meint Wagenknecht hier allerdings keine Kapitalisten, sondern eher die freie Assoziation der Produzenten im Sinne von Marx.

Insgesamt ein spannendes und kontroverses Buch für alle, die sich für Wirtschaft interessieren. Der undogmatische Ansatz dürfte insbesondere konservativen Marktanhängern zu denken geben.
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