Wer Günter Ederer und Roland Baader liebt, wird von Gerd Habermann nicht enttäuscht. Das Handlexikon, versehen mit einem markigen Vorwort von Günter Ederer, ist ein erfrischender Wegweiser, der einem hilft sich im Dschungel politisch-korrektem Etikettenschwindels und bewusster Manipulation bis Indokrination die klare Sicht auf die Dinge zu bewahren. Die Sprache ist ein machtvolles Instrument, welches das Denken zu beeinflussen kann. Von daher ist es notwenig hin und wieder inne zu halten und Gelesenes und Gesprochenes zu dechiffrieren, um sich über die eigentliche Aussage klar zu werden. Dieses Buch hilft dabei. Es enthält Definitionen zu gängigen Begriffen in Politik und Gesellschaft, sowie Lesetipps und Buchverweise zu den jeweiligen Erklärungen.
Ein Beispiel:
Streikrecht
Fragwürdiges "Recht" in einer freien Gesellschaft, welche Nötigung oder Erpressung eigentlich sonst kriminalisiert. Die Herstellung einer "Kampfparität" durch das analoge Instrument einer "Aussperrung" ist eine verständliche Gegenmaßnahme, aber keine Lösung des Problems . "Tarifautonomie" schließt das Streikrecht nicht selbstverständlich ein. Durch Schwerpunkt-, Warnstreiks usw. ist heutzutage diese Parität überdies gestört. Die Schweiz zeigt, dass man diese mittelalterlichen Fehdeeinrichtungen durch ,,Friedensabkommen" ersetzen kann. Im Übrigen gilt: Wenn man sich mit seinem Gegenüber nicht einigen kann, ist ein Vertrag aufzukündigen und man wechselt gegebenenfalls seinen Arbeitsplatz, was bei ungestörtem Arbeitsmarkt kein Drama ist.
Habermanns Handelexikon für liberale Streiter sollte in keiner Bibliothek fehlen, soweit der Besitzer Wert auf eigenständiges, freiheitliches Denken legt. Einziger Kritikpunkt: Es gibt keine Kindle-Version des Buchs, was gerade bei einem Lexikon sehr hilfreich wäre.