... ist eine passende Zusammenfassung dieses Buches, in dem es um die Beziehung zwischen Geld, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft geht.
Die erste Auflage hieß "20 Totschlagargumente gegen Gold"; diese werden im ersten Kapitel widerlegt. So ist es z. B. kein Nachteil, dass Gold nicht beliebig vermehrt werden kann: Auf diese Weise wird die Inflation begrenzt und die Wahrscheinlichkeit von Finanzkrisen verringert.
Der Hauptteil des Buches beschäftigt sich mit den Gründen, die für Gold sprechen. Hier geht es vor allem darum, die Nachteile des heutigen Finanzsystems aufzuzeigen; diese beruhen sämtlich auf der Abkehr vom Goldstandard. In diesem Zusammenhang erhält der Leser viele interessante Informationen, u. a.:
- wie hoch ist die Kaufkraft des Goldes?
- was bestimmt die Nachfrage nach Gold?
- was gibt die US-Bundesregierung aus und was bzw. wem nützt es?
- kann der Euro bestehen bleiben?
- was haben die Rettungsmaßnahmen gekostet?
- welche Staaten werden von der Finanzkrise und deren Folgen profitieren, welche nicht?
- was ist von einer Weltwährung / Weltregierung zu halten?
Der Autor zeigt, wie die Regierungen bzw. deren Zentralbanken den Dollar stützen und versuchen, den Goldpreis zu senken. Das soll Vertrauen für das bestehende Finanzsystem und Misstrauen gegen Gold bewerkstelligen. Trotzdem ist damit zu rechnen, dass die Goldpreise tendenziell steigen werden. Jedoch soll man Gold nicht zur Spekulation einsetzen, sondern es als Versicherung gegen die staatliche Wirtschaftspolitik betrachten.
Das Kapitel über Politiker beschreibt, wie diese wegen der Finanzkrise von Gipfel zu Gipfel stürmen, ohne etwas zu erreichen. Zwar werden Milliarden und Billionen für Rettungsmaßnahmen bewilligt, aber niemand kann sagen, (1) ob die Maßnahmen erfolgreich sein werden und (2) wer das Ganze bezahlen soll. Wenn die Zentralbanken die drohende Inflation durch Anhebung der Leitzinsen bekämpfen, können die Staaten ihre Schulden nicht mehr bezahlen. Der Autor konnte nur einen bekannten Politiker finden, der zumindest ansatzweise die Zusammenhänge erkannte: Die Zitate des ehemaligen US-Präsidenten Reagan zeigen das.
Das in der zweiten Auflage hinzugefügte 6. Kapitel bringt aktuellere Erkenntnisse zur Finanzkrise und geht auch auf den neuen US-Präsidenten Obama ein. Es endet mit drei mehr oder weniger wahrscheinlichen Szenarien, wie es nach der Finanzkrise weiter gehen könnte. Dass bei den Politikern Einsicht einkehrt und sie den Goldstandard wieder einführen, ist sehr unwahrscheinlich.
Mir hat das Buch gut gefallen. Den Punktabzug gibt es für die teilweise etwas sarkastische / polemische Sprache. Im Vorwort des Verlegers wird bezüglich der wirtschaftswissenschaftlichen Hintergründe auf die "Wiener (bzw. Österreichische) Schule" der Volkswirtschaftslehre verwiesen. Eine gute Ergänzung zu diesem Buch, welche auch für Wirtschaftswissenschaftler interessant sein könnte, ist Baader: "Geld, Gold und Gottspieler".