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Die Freiheit und das Gehirn. Eine neurophilosophische Ethik
 
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Die Freiheit und das Gehirn. Eine neurophilosophische Ethik [Taschenbuch]

Detlef B. Linke
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Taschenbuch, 14. Februar 2005 --  

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 271 Seiten
  • Verlag: Beck; Auflage: 1 (14. Februar 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406528740
  • ISBN-13: 978-3406528743
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 636.535 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Detlef Linke
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Kurzbeschreibung

Die Freiheit des menschlichen Denkens wird durch einige prominente Vertreter der gegenwärtigen Hirnforschung grundsätzlich bestritten. Zu Unrecht, wie der renommierte Neurologe und Philosoph Detlef B. Linke meint. Er zeigt, weshalb der Kreativität und der Zeit eine zentrale Rolle im menschlichen Denken und Handeln zukommt und sich genau darin die Freiheit des Denkens manifestiert. Glaubt man einigen renommierten Vertretern der Hirnforschung, dann ist die Überzeugung von der grundsätzlichen Denk- und Handlungsfreiheit des Menschen eine zwar nützliche Vorstellung, aber eben doch nicht mehr als eine Illusion. Eine Ansicht, der Detlef B. Linke mit seinem neuen Buch entgegentritt. Danach gilt jenes Modell vom Gehirn, das längst entschieden habe, bevor uns ein Gedanke bewußt wird, keineswegs für alle Vorgänge des Denkens. Vor allem nicht bei den Reflexionsprozessen, die langfristigen Lebensentscheidungen und begründetem Handeln vorangehen. Mag das Gehirn auch "selbst" rasch entscheiden, ob wir einen Fuß heben oder den Kopf einem Geräusch zuwenden. Bei allen längerfristigen Fragen und in der Zukunft liegenden Zielen - z.B. denen nach dem richtigen Weg zu unserem individuellen Glück, nach den Normen und Werten unseres Handelns - befindet sich das Denken keineswegs außerhalb der individuellen Kontrolle. Sobald sich größere Zeitfenster auftun, besitzen wir die Fähigkeit, eine Szenerie verschiedener Denkinhalte und Handlungsalternativen zu entwerfen, zu korrigieren und gegebenenfalls auszuführen. Menschliche Kreativität ist in diesem Sinne der beste Beleg für die menschliche "Denk- und Handlungsfreiheit".
Ein wichtiger und kontroverser Beitrag zur Frage nach der Autonomie des Denkens und Handelns und eine gewichtige Gegenstimme zu den Verfechtern des neurobiologischen Determinismus.

Über den Autor

Detlef B. Linke, Mediziner und Professor für Klinische Neurophysiologie und Neurochirurgische Rehabilitation an der Universität Bonn sowie Professor für Philosophie der Naturwissenschaften an der Gustav-Siewerth-Akademie der Privaten Hochschule Weilheim-Bierbronnen, zählt zu den profiliertesten Neurophilosophen. Linke ist u.a. Mitbegründer des Zentrums für Altersforschung der Universität Bonn sowie Vizepräsident der "Society for the Philosophical Study of Genocide and the Holocaust". Bei C.H.Beck liegen vor: Das Gehirn (2003); Einsteins Doppelgänger. Das Gehirn und sein Ich (2000).

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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Wer sich einlässt, wird belohnt, 21. Juli 2005
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Freiheit und das Gehirn. Eine neurophilosophische Ethik (Taschenbuch)
Im gleichen Monat, in dem dieser gross angelegte Entwurf einer neurophilosophischen Ethik erschien, ist Detlef B. Linke nach längerer Krankheit gestorben. Der Professor für klinische Neurophysiologie und neurochirurgische Rehabilitation war zweifelsohne eine Ausnahmeerscheinung in der Akademikerwelt. Und zwar nicht nur wegen seiner immensen Schaffenskraft, von der unter anderem 250 Publikationen, 1'200 Vorträge, Radio- und Fernsehsendungen sowie 14 Bücher Zeugnis ablegen. Was mich an Linke fasziniert, ist sein weiter Blick über die Grenzen, der ihm die Kunst des Brückenbauens erleichterte. Wer sich für mögliche Zusammenhänge von Neurologe und Kunst bzw. Neurologie und Religion interessiert, kommt an den Überlegungen Linkes nicht vorbei. Dass es die Werke Linkes nicht in die Bestsellerlisten populärwissenschaftlicher Sachbücher schafften, liegt nicht nur an der Vermarktung, sondern auch an seinem Stil, der nicht jedermanns Sache ist. Das zeigt sich auch in diesem Buch. So ist „Verrückte sind Verliebte" durchaus eine Titelüberschrift, die neugierig macht. Aber wenn dann der Text beginnt, braucht es höchste Konzentration, um den Ausführung Linkes folgen zu können. Wer es müde ist, Hegel'sche Satzkonstruktionen in verständliche Häppchen zu zerlegen, wird Linkes Bücher eben nicht lesen, wenn ihm Alternativen zur Verfügung stehen. Das ist schade für den Autor und den Leser.

Ob nachlassende Energie des Autors der Grund ist, weshalb „Die Freiheit und das Gehirn" die Aufmerksamkeit des Lesers ganz besonders in Anspruch nimmt, weiss ich nicht. Aber ich vermute, dass dieses Werk nicht das verdiente Publikum erreichen wird, weil ihm Detlef B. Linke einfach zu viele Gedankensprünge zumutet. Es ist auch nicht so, dass jede Seite und jedes Kapitel den gleichen Schwierigkeitsgrad aufweist, was aber eher zusätzlich verwirrt. Soweit also zum Stilistischen.

Was bietet das Buch inhaltlich? Er zeigt in zwölf Kapiteln und einem Nachwort auf, wie sich die Freiheit des menschlichen Denkens und Handelns in der Kreativität manifestiert und wo es Zusammenhänge mit den Erkenntnissen der Neurologie gibt. Wer sich Zeit und Musse nimmt, den Gedankengängen von Linke zu folgen, wird reich belohnt. Ich hoffe, dass ich mit meinen Bemerkungen zu Stil und Sprache nicht allzu viele potenzielle Leser davor abschreckte, an Linkes Expeditionen teilzunehmen. Inhalt fünf Sterne, Form drei.

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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eines der wichtigsten Bücher zur Freiheitsthematik in den letzten Jahren, 25. August 2006
Von 
Michael Weber "plodriges" (Nisterau, Westerwald) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Freiheit und das Gehirn. Eine neurophilosophische Ethik (Taschenbuch)
Einsam, aber überaus kompetent und umfassend gebildet schreitet Linke auf seinem Weg, der in der Tat ein schmaler Grat der Freiheit ist. Der renommierte Hirnforscher zeigt einerseits die dramatischen Konsequenzen der Hirnforschung für unser Selbstverständnis auf - denen er als Experte durchaus ins Auge sehen will - andererseits plädiert er eindringlich für ein Festhalten an einem Freiheitskonzept menschlichen Handelns aus Gründen. Mit brillianter gedanklicher Tiefe zeigt er auf, dass deterministische Konzepte der Neurophysiologie nicht automatisch zu einer Verabschiedung menschlicher Selbstverantwortung und Selbstbestimmung führen müssen, weil das menschliche Bewußtsein stets eine "Bühne für Korrekturen" neuronaler Impulse zur Verfügung stellt. Als Naturwissenschaftler sieht Linke die Kollegen der eigenen Zunft hier besonders in der Verantwortung, da das Freiheitskonzept weder von gesellschaftlichen und juristischen Diskursen noch von der Frage nach der menschlichen Würde überhaupt abgetrennt werden kann. Mit dem Wissen des beginnenden 21. Jahrhunderts knüpft Linke in seiner Darstellung ohne weiteres an große Freiheitskonzepte an, von denen das eines Kant als erstes zu nennen wäre. Ein außergewöhnliches Buch, das sich freilich nicht als Bettlektüre empfiehlt.
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