Das FBO, das 1987 von Absolventen der Freiburger Musikhochschule gegründet wurde, um Barockwerke in historischer Aufführungspraxis zu Gehör zu bringen, legt eine Sammlung von Aufnahmen vor, die anzuhören sich wirklich lohnt. Und man versteht, dass sie heute zu einem der besten Orchester in diesem Bereich gehören.
Die von einem Rezensenten bemängelte klangtechnische Aufbereitung stört mich nicht, was aber vielleicht auch daran liegt, dass ich keine so ausgezeichnete Anlage habe, die das zu einem wesentlichen Kriterium für mich machen könnte.
Mir gefällt diese Edition vor allem, weil sie hier nicht zum x-ten Male Gehörtes herausbringt, sondern Musik von Komponisten erklingt, von denen ich vorher noch nicht gehört hatte und ich mich nun frage, warum sie nicht so bekannt sind.
Hier möchte ich vor allem L.G. Zavateri erwähnen und seine "Concerti da Chiesa e da Camera dedicati al Nobil Uomo il Signor Cornelio Pepoli Musotti" Op.1, von 1735, die auf zwei der CDs zu finden sind. Das fehlte in meiner Sammlung, und ich bin froh, sie in dieser exzellenten Interpretation nun hören zu können.
Ähnlich ergeht es mir mit den "Introduttioni Teatrali" von P.A. Locatelli und den Kompositionen von J.G. Pisendel und J.D. Zelenka, der erst wieder in der 2. Hälfte des 20. Jhdts. ins Bewusstsein einer größeren Öffentlichkeit gelangte und wegen des häufigen Einbaus tonartfremder Akkorde bekannt ist.
Auch H.I.F. Biber ist ein wirklich exzellenter Komponist, von dem man leider in öffentlichen Konzerten nicht genug vernimmt.
Ansonsten fehlen nicht solche Größen wie Telemann (1 CD mit Suiten und Concertos) und natürlich Purcell, Bach und Vivaldi.
Alles in allem eine für mich sehr lohnenswerte Anschaffung - sogar ohne den wirklich günstigen Anschaffungspreis dabei im Auge zu haben.