Unter den schönsten Reisezielen in Deutschland gehört Freiburg ganz klar in die Top Ten. Die Stadt im Dreiländereck liegt inmitten eines enorm abwechslungsreichen Umlandes, das - außer vielleicht Hochseesegeln - so ziemlich alle Freizeitaktivitäten bietet. Zudem hat Freiburg selbst auch allerhand parat, mehr als viele andere vergleichbar große Universitätsstädte. Das exzellent geschriebene Buch von Peter H. Untucht widmet sich einem Facettenspektrum, das die historischen Verwicklungen der Stadt ebenso heraus arbeitet, wie die sportlichen Möglichkeiten oder das beachtliche Angebot an kulturellem Müßiggang, der vom üppigen Musikgeschehen bis hin zu (gut kommentierten) gastronomisch-kulinarischen Vergnügungen und einem recht agilen Nachtleben reicht. Dem Autor gelingt es überzeugend, die zahlreichen Aspekte dieser Stadt zu zeichnen: etwa die Baugeschichte seit dem Mittelalter, die Entwicklung der Universität (mit einem Beitrag über Martin Heideggers biographisch trübste Zeit) sowie einfühlsame Portraits der wichtigsten Stadtteile, inklusive mancher Anekdote. Freiburgs bedeutendstes Bauwerk, das Münster, wird in einer kenntnisreichen Gesamtschau ausführlich dargestellt, dies mit subtilen Überlegungen zur verwickelten Entstehungsgeschichte der wohl gelungensten Kathedrale der deutschen Gotik. Viele Passagen sind mit nachdenklicher Distanz geschrieben, wenn nicht gar mit gekonnter Ironie gewürzt. Etliche der DuMont-typischen „Themen" werden hier als kommentarhafte Beiträge genutzt, etwa in einer selbstironisch reflektierten Radtour auf den Schauinsland oder der satirisch-geschickten Verwendung einer in Freiburg angesiedelten Döblin-Erzählung, um sich dem grün-ökologischen Phänomen der Stadt zu nähern. Regelrecht bissig auch das „Thema" über die unnötige Zuschreibung des Markgräflerlandes als „Toskana Deutschlands". Fazit: Dieser Reiseführer hat ein beachtliches Niveau, von dem manch anderes Produkt in der Sparte Reise-Literatur, gleich welches Ziel es zum Thema hat, sich eine Scheibe abschneiden könnte.