Eigentlich muss ich zugeben, dass ich mir "Frei, vogelfrei" nur wegen des Untertitels "Südstaaten-Roman" gekauft habe, weil ich nach leichter Sommer-Lektüre suchte. Dabei hatte ich (natürlich!) "Vom Winde verweht", "Fackeln im Sturm" oder doch zumindest die Bücher von Alexandra Ripley im Kopf. Leider wurden diese Erwartungen komplett enttäuscht. Statt eines großen historischen Romans, in dem auch die Emotionen nicht zu kurz kommen, versucht die Autorin so nah wie möglich an der historischen Wahrheit zu bleiben und vergisst hierüber scheinbar so essentielle Dinge wie Spannungsaufbau, Tiefe der Charaktere und Dramatik. Obwohl (oder weil?) der Roman in der Ich-Erzähler Perspektive geschrieben ist, bleibt selbst die Protagonistin seltsam blass. Sehr schade um das interessante Thema. Leider wird nicht einmal erwähnt, dass die populäre Liebesgeschichte zwischen Thomas Jefferson und Sally Hemings mittlerweile von Historikern ins Reich der Mythen verbannt worden ist (siehe: "Not so! Popular Myths about America from Columbus to Clinton"), so dass es sich nicht einmal lohnt den Roman aufgrund seiner Authentizität zu lesen.