Die psychologische Behandlung chronischer Schmerzen ist zwar einerseits unbestritten zwingend notwendig, andererseits bot die Psychotherapie bislang weder wegweisende Konzepte noch logistische Voraussetzungen zur Erfüllung dieser Forderung. Ständig mußten sich Patienten anhören, daß ihre Erkrankung ein bio-psych-soziales Phänomen darstellt, wenn dann aber die Frage nach psychotherapeutischer Begleitung kam, wurde der Patient entweder auf die unendlich lange Warteschleife der Psychotherapeuten gesetzt, oder, -endlich bei diesem zum Erstgespräch vorgelassen, begriffen die Patienten erstmals, daß die Schmerztherapeuten nichts von Psychotherapie und die Psychotherapeuten in aller Regel nichts von Schmerztherapie verstehen. Um sein Gewissen zu beruhigen, steckt der Schmerztherapeut seine Patienten in "Entspannungsgruppen" und hofft darauf, daß bei "mit mein Arm ist ganz angenehm schwer ...) der Schmerz wie von Zauberhand verschwindet. Beim Psychotherapeuten hingegen gab es dann "Psychotherapie von der Stange" nach dem Gießkannenprinzip getreu dem Motto: was bei Depression hilft, kann bei chronischen Schmerzen nicht schaden. Und so endet auch heute (wenn überhaupt eine Psychotherapie zustande kommt) die Situation damit, daß die Patienten hin und hergeschickt werden, wobei der Schmerztherapeut vieles von dem kaputt macht, was der Psychotherapeut mühsam aufgebaut hat und umgekehrt. Achtsamkeits basierte Schmerztherapie läßt sich schnell und leicht verstehen und umsetzen. Der Schmerztherapeut, der die Methode in sein Behandlungskonzept aufnehmen möchte, bedarf keiner psychotherapeutischen Ausbildung. Umgekehrt erfährt ein Psychotherapeut bei der Lektüre des Grundlagenbuches
Frei sein im Schmerz, genügend Information über Schmerztherapie, daß er beruhigt
in fremden Gewässern fischen kann. Sogar als Selbsthilferatgeber kann das Buch dem Betroffenen eine wertvolle Hilfe geben.
Danke!