John Simpson hat mit "Freeze Frame" einen außergewöhnlichen Thriller geschaffen, in dem der Zuschauer die meiste Zeit nur Beobachter eines Alltags ist, der komplett aufgezeichnet wurde. Durch die eingesetzte Kameraführung, gerade bei den Szenen, in denen Sean die anmontierte Kamera trägt und sich mit dieser bewegt, ist die Atmosphäre jedoch auch in den alltäglichsten Situationen enorm und der Zuschauer vermag Sean - nicht zuletzt wegen des hervorragenden Schauspiels - ganz nahe zu sein und seine Emotionen praktisch zu spüren.
Die Technik einer am menschlichen Körper anmontierten Kamera wurde bereits in "Angst", einem österreichischen Film von Gerald Kargl 1983, sehr gelobt, doch im direkten Vergleich sieht man, wie so etwas wirklich gekonnt und hochwertig eingesetzt auszusehen hat und wirken sollte.
Lee Evans, den Zuschauern vor allem aus "Das fünfte Element" bekannt, liefert eine mehr als beachtliche Leistung ab, die bei der fremdartigen Optik - ganz haarlos - beginnt, dort aber längst nicht endet. Das Zwanghafte vermag Evans ebenso zu transportieren, wie die vorgetäuschte Ruhe, die Verzweiflung und die Angst.
Bis zum Ende darf der Zuschauer mitfiebern, ob Sean Veil wirklich der harmlose Mann ist, als den man ihn den Zuschauern verkauft. Oder ist alles doch nur eine Finte und Sean ist tatsächlich einfach nur ein Psychopath?
Lassen Sie sich überraschen - von einem tollen Thriller, hervorragendem Schauspiel, ungewöhnlichen Aufnahmen und ebensolcher Kameraführung, düsterer Atmosphäre.