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Freelander
 
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Freelander [Gebundene Ausgabe]

Miljenko Jergovic
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 232 Seiten
  • Verlag: Schöffling; Auflage: 2. (15. Februar 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3895613932
  • ISBN-13: 978-3895613937
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 13,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 309.806 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Miljenko Jergovi wurde in Sarajevo geboren. Heute lebt der Journalist und Autor in Zagreb - doch seine Geburtsstadt hat ihn nie wirklich losgelassen. Bereits das im vergangenen Jahr endlich auf Deutsch erschienene "Sarajevo Marlboro" lieferte großartige Momentaufnahmen aus dem belagerten Sarajevo der 1990er-Jahre. In Jergovi ' neuem Roman fährt der pensionierte und verwitwete Geschichtslehrer Karlo Adum von Zagreb aus mit seinem alten Volvo in die bosnische Hauptstadt. "Freelander" erzählt in oft sehr langen und sprachlich fast schon kindlich formulierten Sätzen von einer Reise durch das äußerlich, aber auch mental noch vom Krieg gekennzeichnete Nordbosnien und von Erinnerungen an ein Leben zwischen Weltkrieg, Titoismus und Sezessionskriegen in den 90er-Jahren. Dabei schafft es Jergovi , die ebenso skurrilen wie von Melancholie geprägten Erlebnisse seines Protagonisten und Bruchstücke eines mit der jugoslawischen Geschichte verwobenen Lebens zu einer brillanten Erzählung zu verdichten. Es geht um nationale Identitäten und Mentalitäten und - da verspricht der Klappentext des Romans nicht zu viel - tatsächlich nichts Geringeres als die Suche nach dem Sinn des Lebens. (jul)

Kurzbeschreibung

Freelander nimmt den Leser - wie schon der Roman Buick Rivera - mit auf eine rasante Fahrt. Der pensionierte Gymnasiallehrer für Geschichte Karlo Adum erhält ein Telegramm, das ihn zu einer Testamentseröffnung in seine Geburtsstadt Sarajevo zitiert. Widerwillig und eigens mit einer Pistole bewaffnet, verlässt er Zagreb und begibt sich auf eine abenteuerliche Reise. Je näher er in seinem treuen alten Volvo dem Ziel seiner Reise kommt, desto mehr Erinnerungen steigen in ihm auf: an seine hübsche, grausame »Mama Cica«, die gern mit deutschen und italienischen Offizieren flirtete; an den verrückt gewordenen Vater; an die von der Ustascha erhängten Kommunisten vor der Kathedrale; an die Fahrt zum Meer in einem Bus mit geistig behinderten Kindern und an seine eigenen Verfehlungen in einer Welt voller nationaler Animositäten. Miljenko Jergovic zeigt sich erneut als Sprachkünstler von fulminanter Erzählfreude. Inspiriert von der Landschaft, durch die die Reise geht, sinniert er mal melancholisch, mal urkomisch über die menschliche Dummheit und den Sinn des Lebens.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Unterwegs 20. Mai 2010
Format:Gebundene Ausgabe
Eine Reise nach Sarajewo in einem alten, geliebten und auch gehassten Volvo. Eine Reise in die blutige Vergangenheit der Region, die Balkan genannt wird. Und eine Reise in die eigene Vergangenheit. Karlo Adum macht sich auf diese Reise und hängt dabei seinen Gedanken und Erinnerungen nach. Dieses assoziative Erzählen zieht einen von Anfang an in den Bann, denn es ist wild, böse, archaisch, mal liebevoll, mal pathetisch. Ich werde mir die anderen Werke von Jergovic besorgen, unbedingt.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Der pensionierte Geschichtsprofessor Karlo Adum fährt mit seinem alten Volvo von Zagreb in seine Geburtsstadt Sarajevo um das Erbe seines mysteriösen Onkels anzutreten. In seinen inneren Monologen nimmt er uns mit auf eine Fahrt durch die Abgründe der Mentalität der Bewohner des ehemaligen Jugoslawien. Bissig, stirisch, prägnant, in langen Sätzen voller überraschender und zum Lachen anregender Wendungen nimmt der Autor seine Landsleute auf's Korn. Nebenbei ist es eine Reise durch die Geschichte dieses Landes im 20. Jahrhundert, die Fülle der Anspielungen erfordert einiges an Hintergrundwissen um siene volle Wirkung zu entfalten (Wikipedia hilft da sehr).
(Diese Rezension bezieht sich auf die kroatische Originalausgabe)
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Carl-heinrich Bock HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Der Kroate Miljenko Jergovic, der zu den größten osteuropäischen Autoren zählt, ist ein wirklich großer Erzähler, der sich durch seine grandiose, erzählerische Phantasie auszeichnet, wobei es ihm seine Menschenkenntnis erlaubt auch immer wieder die Finger in die Wunden zu legen, die die jüngere Geschichte des Balkans gerissen hat. Die Botschaft in "Freelander" ist wieder unmissverständlich zwischen den Zeilen platziert. Krieg ist totaler Irrsinn, den Sieg erringt derjenige der den Krieg vermeidet, denn durch den Krieg wird dem Menschen alles genommen.

Wie schon sein Roman "Buick Rivera", so nimmt auch Freelander, sehr schnell rasante Fahrt auf. Der Protagonist Professor Karlo Adum, pensionierter Gymnasiallehrer für Geschichte. 1975 hatte er sich in einem Anflug von jugendlichem Leichtsinn den auf dem Cover abgebildeten Volvo gekauft, ein Auto das sich damals eigentlich niemand leisten konnte. Das Auto ist gleichzeitig ein Symbol dafür, dass sein Leben nach vielen Höhen und Tiefen aufgehört hat. Die Fronten sind komplex - das Auto ist westlich, die Geisteshaltung des Lehrers schwer definierbar.

Er bekommt eines Tages ein Telegramm aus seiner Geburtsstadt Sarajewo. Sein Onkel, von dem er glaubte er sei schon längst tot, ist im Alter von 102 Jahren gestorben. Er wird nun gebeten, als einer von drei Erben, das Erbe anzutreten. Unter schrecklichen Umständen musste er als Kind Sarajewo verlassen und ist in Zagreb gelandet. Widerwillig, mit großen inneren Ängsten entschließt er sich letztendlich sich auf den Weg nach Sarajewo zu machen. Weil er glaubt nun durch Feindesland zu kommen bewaffnet er sich mit einer Pistole. Vielleicht war diese Entscheidung richtig.

Je näher er auf der abenteuerlichen Reise seinem Ziel kommt je mehr Erinnerungen aus früheren Zeiten beschäftigen ihn, inspiriert durch die Landschaft durch die er fährt. Seine Frau ist verstorben und was ist doch alles passiert? Reflektierend denkt er an seine Verfehlungen in einer Welt voll nationaler Feindseligkeiten; an den Bruder seines Vaters der diesem mit einem Beil den Daumen abgehackt hat, woran sein Vater seelisch zerbrochen ist und schließlich verrückt wurde; seine hübsche, drakonische vor kurzem verstorbene "Mama Cica", die Schneiderin, die es während der Kriege geschafft hat sich nicht nur mit italienischen Faschisten und deutschen Wehrmachtangehörigen einzulassen, sondern später auch mit Tito Kommunisten; er denkt an seine Erlebnisse während einer Busfahrt mit geistig behinderten Kindern und schließlich an die von der Ustascha" vor einer Kathedrale erhängten Kommunisten.

Das alles hat diesen Karlo Adum verbittert und ihm einen bösartigen Blick auf die Welt gegeben. Das großartige an diesem Buch ist eigentlich, dass es dem Autor durch seine berauschende Erzählfreude gelingt Sympathie für diese doch eigentlich unsympathische Figur zu wecken einem Menschen voller Rassismus und Chauvinismus. So wird in "Freelander" letztlich eine archaische Kultur auf einer spannenden Irrfahrt durch die Geschichte des Balkans mittels phantasievoller literarischer Schreibkunst ad absurdem geführt. Auch Dank einer grandiosen Übersetzung durch Brigitte Döbert ist mit "Freelander" ein sehr schönes und über weite Strecken sowohl skurriles als auch melancholisches Buch über "menschliche Dummheit und Sinn des Lebens" entstanden. In diesem Buch kann einem alles Mögliche zustoßen, aber bestimmt kein einziger erzählerischer Unfall.
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