Vorwort vom 07. Mai 2008
Meine 1. Rezension haben ja viele gelesen, aber nun ist fast ein halbes Jahr vergangen und ich benutze seit längerem nicht mehr die Firmware Version 1.30, sondern 1.47, wodurch Fehler beseitigt und neue Features hinzugekommen sind.
Kurz: Mir gefällt der Musicpal, er macht Spass, manches kann man noch verbessern.
Übersicht
Ich hatte den Musicpal für das Schlafzimmer gekauft. Er sollte dort zum einen meine Frau und mich mit Hilfe des eingebauten Weckers früh morgens wecken und zum anderen sollte er mit Hilfe seiner Cinch Ausgänge Musik an unsere Stereo Anlage dort ausgeben.
Grundsätzlich klappt beides sehr gut.
Etwas doof ist allerdings, dass man die Lautstärke für das normale Spielen von Musik, den Sleeper und den Wecker nicht jeweils separat einstellen kann: Für alles gilt eine Lautstärke, nämlich die, die aktuell eingestellt ist. Man kann also nicht leise einschlafen und dann lauter geweckt werden und wenn man abends noch Laut über die Anlage gehört hat (Musicpal steht auf 90%), dann wird man morgens auch mit 90% über den internen Lautsprecher geweckt, was eine Katastrophe ist.
Meine Frau will immer mit 5% Lautstärker morgens geweckt werden. Bevor sie einschläft schaut sie immer, ob der Musicpal auch dies als aktuelle Lautstärke hat. Wenn nicht, regelt sie die Lautstärke runter.
Praktisch finde ich vor allem, dass der interne Lautsprecher für das Wecken auf jeden Fall angeht, auch wenn ich eingestellt habe, dass er nur über die Cinch Ausgänge funktionieren soll. Dadurch verschlafe ich nicht, wenn die Stereo-Anlage aus ist.
Zur Qualität des eingebauten Lautsprechers: Manche haben geschrieben, dass der eingebaute Lautsprecher sehr bescheiden klingt. Nun, das stimmt. Aber das ist keine Kritik, denn der Musicpal ist nicht dafür gedacht, eine Anlage oder zumindest aktive Boxen einzusparen. Der Musicpal kostet ja gerade mal 100 Euro und ist winzig klein. Für mich ist das eher positiv: Zum Wecken brauche ich keine supertolle eingebaute Boxen, mit Bass oder so, sondern es soll möglichst leise und angenehm sein. Wenn ich es schön klingen haben möchte, schalte ich meinen Verstärker ein und höre über richtige Boxen.
Wer keinen Verstärker hat / haben will, kann sich ja den Terratec Noxon Radio for IPod holen: Der hat einen super Klang, aber kostet auch fast 300 Euro, also 3 x soviel und darüber hinaus hat die Kiste auch einige Probleme (siehe meine Rezension hierzu). Ich empfehle aber eher den Musicpal für 100 Euro und dann aktive PC Lautsprecher für 40 oder 60 Euro. Ist preisgünstiger als der Terratec Noxon Radio for Ipod, klingt besser und der Musicpal macht finde ich einfach mehr Spass als der Noxon, den ich im Wohnzimmer im Einsatz habe.
Zu den sonstigen Vorteilen: Der Musicpal hat eigentlich keine Bootzeit, also der Musicpal ist quasi immer online, immer bereit. Eine Taste drücken und man kann loslegen. Nur wenn man den Stecker das erste mal rein steckt, braucht er ca. 30 Sekunden, bis er soweit ist.
Zum Display: Was beim Ton nicht geht (getrennte Einstellungen für verschiedene Zustände) geht aber beim Display: Bei uns ist das Display in der Nacht komplett aus und beim Wecken ist es hell. Die Helligkeit kann man Stufenweise einstellen. Echt toll.
Allerdings ist das Display schwer von der Seite zu lesen und die Technik auf dem Stand von 10 Jahre alten Handy Telefonen. Also von vorne und von nah geht es.
Die Navigation ist dafür sehr schnell und einfach. Eine Fernbedienung ist am Bett eigentlich überflüssig.
Toll ist, das sich der Musicpal die Uhrzeit aus dem Internet holt.
Gut ist auch, dass der Musicpal einen guten WLAN Empfang hat, schnell arbeitet und keine Hänger hat. Hier bin ich rundherum zufrieden.
Sehr gut ist auch die Möglichkeit, sämtliche Einstellungen am PC im Browser vornehmen zu können: Einfach die IP Adresse im Browser eingeben und schon kann man die Weckzeit, die Favoriten usw. ändern. Ganz einfach. Sehr übersichtlich: Vorbildlich.
So funktioniert der Musicpal mit Macs, Linux und Windows.
Seit der Firmware 1.46 kann der Musicpal auch WMA jetzt auch WMA und RealAudio Radiosender empfangen. Somit kann der Musicpal nun auch alle deutschen Sender abspielen, die oft nicht im MP3 Format senden.
Noch mehr Details zum Wecken (für wen das wichtig ist): Man kann im Weckmenü nicht direkt einstellen, mit welcher Quelle (Internetradio Sender, MP3 Lied, Playlist) man geweckt werden möchte: Der Musicpal startet einfach mit dem 1. Eintrag in der Favoritenliste.
Allerdings kann man die Favoritenliste sehr bequem am Musicpal oder im Browser am PC pflegen, also Einträge hinzufügen, löschen, umbenennen und die Reihenfolge ändern.
Hier wäre es wünschenswert, man könnte im Weckmenü nicht nur eine Weckzeit, sondern auch die Quelle und die Wecklautstärke einstellen :-) Das würde es leichter machen.
Zum Gehäuse (der Verpackung): Der Musicpal ist von seiner Verarbeitung dem Preis angemessen. Man kann nicht poliertes Aluminium wie bei der Squeezebox von Logitech für fast 300 Euro erwarten. Der Musicpal ist aus Kunststoff und sehr leicht.
Für meine Begriffe etwas zu leicht, so dass man beim Drehen der beiden Knöpfe das Gerät festhalten muss, so dass es nicht nach hinten rutscht.
Die Verarbeitung der beiden Räder (sind aus Gummi) könnte besser sein. Die Laufen teilweise unrund und schleifen am Gehäuse. - Auch darüber haben sich ja schon einige Benutzer in den Foren ausgelassen.
Aufgemacht habe ich den Musicpal auch schon, weil manche schrieben, man könnte da USB leicht nachrüsten: Das kann ich bestätigen. Ist alles schon da, nur den Stecker muss man auflöten. Die Firmware erkennt es automatisch, ohne dass man was machen muss.
Fazit: Als UPnP Streaming Client gut zu gebrauchen: Kostet wenig, leicht in Betrieb zu nehmen und arbeitet zuverlässig. Die Weckfunktion ist schon zuverlässig und gut, kann aber dennoch verbessert werden.