Wem die Chili Peppers von Californication oder By the Way her ein Begriff sind, sollte erst einmal genau in diese Scheibe hineinhören. Sie ist ein wüstes Sammelsurium harter Drumbeats, abgedrehter und energiegeladener funkiger Bassläufe und schräger Gitarreneinsätze. Die Krönung allerdings stellt Anthony Kiedis dar, der unbekümmert daherrappt und stimmlich meistens ziemlich danebenliegt. Von "Texten" zu sprechen ist geradezu Blasphemie; es geht - fast - auschließlich um eindeutig Zweideutiges: "I'm a jungleman, I get all the bush I can..."
Die Platte spiegelt damit die damaligen Probleme der Peppers mit harten Drogen ebenso wie die jugendliche Unbekümmertheit und Ausgelassenheit wider, die sie zur Zweckentfremdung von Socken auf der Bühne trieb.
Höhepunkte dieser Platte sind das von einem coolen Basslauf getragene "If you want me to stay", das explosive "Nevermind", das ultraschnelle "Blackeyed Blonde", der punkige "Sex Rap" und das extrem entspannte, mit Bläsereinsätzen gespickte "Yertle, the turtle".
Obwohl das Album bald 20 Jahre auf dem Buckel hat, klingt es bei jedem Anhören wieder erfrischend neu und chaotisch. - Nicht umsonst galten die Chili Peppers mit dieser Art von Musik als stilbildend für eine Generation neuer Bands, die Funk, Punk und Metal mischten.