In den USA hat dieses Buch für viel Aufsehen gesorgt. Teiweise wird der Autor dabei als wissenschaftliches Nachwuchsgenie gefeiert, dass seine Erkenntnisse endlich lesbar aufbereitet, teilweise wird die vermeindliche Amoralität seiner Thesen kritisiert.
Blickt man hinter die Kulissen und sieht sich die Thesen und die Begründung in Ruhe an, so bleibt leider ein Grundproblem bestehen. Der Autor leitet viele seiner Aussagen aus statistischen Daten ab, er sucht nach ungewöhnlichen Häufigkeiten und Verteilungen. Oft scheint mir jedoch die zu wenig darauf eingangen zu werden, dass Statistik gerade nicht dazu taugt, Aussagen über Kausalitäten zu treffen. Begriffe wie Verantwortung, Anlass, Grund und Folge, menschliche Motivation oder auch Schuld sollten daher in Zusammenhang mit diesem Buch nicht gebraucht werden. Immer wenn der Autor hier in diese Richtung argumentiert, bleibt es nur bei Vermutungen und die Aussagen werden dünn.
So scheint mir denn auch das wahre Genie des Autors eher im Bereich Marketing zu liegen als in dem eigentlichen Inhalt seines Buches.
Aber immerhin: Unterhaltsam ist das alles. Nimmt man die Thesen einfach als Anregegungen und als Kuriositäten, so hat man ein paar vergnügliche Abende.