Rezension in Form eines "Briefes an die Autorin": Ihr Buch ist ein großes Aufklärungsbuch, eine immense wissenschaftliche Arbeit, dazu sehr interessant geschrieben - einmalig dokumentiert. Für sehr wichtig halte ich auch, dass so vieler großartigen Menschen gedacht wurde, von denen sonnst niemand weiß, die mit ihrem Kampf und ihrem aufrechten Leben Mut geben. Durch Ihr Buch habe ich ein tieferes Verständnis bekommen, wie weit die Politik von damals noch heute Auswirkungen auf unser persönliches Leben hat, wie in unseren Auffassungen, Gedankengut, Lebensweise, auch was man so Mentalität nennt, das Gedankengut von Vorkriegs- und Kriegszeit noch heute lebendig ist. Es ist verblüffend und erschreckend, wie sehr auch der dem Klischee der damaligen Zeit entsprechende Frauentyp bis heute eine Rolle spielt. Während des Lesens bemerkt man nicht, dass Sie selbst so ein unglaublich schweres Schicksal hatten. Dass Sie nicht im Hass steckengeblieben sind, empfinde ich als eine ebenso große innere Leistung, wie die, dass Ihr Buch die vergangene Zeit erklärbar nahebringt, diese Entwicklung der unfassbaren Grausamkeiten, die geschehen sind. Ihr Buch ist eine Ermutigung zum Reflektieren und zum Handeln, weil immer ein Stück Verständnis bleibt, ein Hineinversetzen in den Anderen. Mir persönlich hat Ihr Buch sehr geholfen, meine Großmutter und Mutter zu erfassen in ihrer Art, Denk- und Redeweise, letztlich in ihrem Schicksal, das natürlich auch mit meinem zusammenhängt. Es hat zu einem Stück Versöhnung beigetragen, auch mit den Leuten meiner Umgebung, in der ich aufgewachsen bin. Das Buch hilft mir bei dem Versuch, Hass und Wut zu bewältigen. Auf der Rückseite der Taschenbuchausgabe steht (von Susanne v. Paczensky) der Satz: Sie führt uns eine Vergangenheit vor Augen, aus der wir auch heute lernen können. Mehr noch, denke ich, dass wir heute endlich daraus lernen müssen. In Dankbarkeit