"Frauenschwimmen" vereint mehrere Faktoren in sich, die das Lesen zu einem wirklichen Vergnügen machen:
Spannung:
Der rote Faden zieht sich an einem Mordfall entlang, bei dem der Leser bis zum Schluss miträtseln kann. Die Darstellung der verdächtigen oder sonstwie Misstrauen erweckenden Charaktere geht einerseits deutlich mehr in die Tiefe als bei einem "leichten" Roman zu erwarten, andererseits bleiben genügend Fragen offen, um den Leser weiter an die Story zu fesseln.
Charaktere, denen man nah kommt:
Nicht nur die Verdächtigen, auch die Hauptperson Juliane Bach und die anderen Figuren rund ums Geschehen, ja sogar eher unwichtige Randfiguren erwecken durch die lebendige Schilderung den Eindruck, als würden sie so (oder zumindest fast so) wirklich existieren. Sie bedienen teilweise durchaus auch Klischees, zeigen aber dann doch oft Facetten, die für Überraschungen sorgen.
Witz:
Die Hauptfigur Juliane erzählt die Story in der Ich-Form. Dabei beschränkt sie sich nicht auf die Fakten des Kriminalfalls, sondern erzählt auch von einer peinlichen Kanu-Fahrt, unbeholfenen Flirtversuchen, einem ziemlich verunglückten Friseurbesuch und anderen kleinen und großen Missgeschicken mit sympathischer Selbstironie.
Auch ernstere Themen, die (ab einem gewissen Alter) die meisten von uns nachdenklich machen wie das Älterwerden, missglückte Ehen, schwindende Schönheit, Arbeitslosigkeit haben in "Frauenschwimmen" ihren Platz, werden durchaus auch nicht nur seicht angerissen, dann aber mit humoristischer Akzeptanz erstmal zur Seite gelegt, weil die Aufklärung des Mordfalls ja wieder pressiert.
Liebe:
Ja, auch die ein oder andere Romanze entwickelt sich im Roman, aber da läuft natürlich auch nicht alles glatt ...
"Frauenschwimmen" hat wirklich alles, um den Leser prima zu unterhalten. Bewohner und/oder Kenner der Region um Bad Vilbel kommen noch zusätzlich mit Wiedererkennungseffekten auf ihre Kosten (herrlich: der nervöse, hessisch babbelnde Privatdetektiv!).
Ein überraschend guter Krimi mit Witz!