Kurzbeschreibung
Jenseits eines verklärten orientalischen Frauenbildes stellen dieses Märchen Frauen unterschiedlichen Alters und Standes in ihren Rollen als Ehefrauen, Mütter, Töchter und Schwestern vor. Diese Frauen stellen sich den Herausforderungen der männlich dominierten Welt mit Klugheit und Charme. Sie meistern auf geschickte Weise ihr nicht immer leichtes Schicksal. So sind diese Märchen Parabeln für weibliche Tatkraft und weiblichen Mut in einer von Männern dominierten Kultur.
- Märchen aus Ägypten, Syrien, Kurdistan, Iran, Marokko, Tunesien, Türkei u.a.
- Eine Hommage an die orientalische Welt und ihre Frauen.
- Mit einem ausführlichem Nachwort zu islamischen Glaubens- und Wertvorstellungen, familiären Rollenbildern, charakteristischen Motiven und Handlungselementen.
Der Verlag über das Buch
Mit den „Frauenmärchen aus dem Orient“ liegt uns eine weitere Auflage des Buchs von Hannelore Marzi vor, dass uns in eine fremde Welt entführt. Wie Frau Marzi selbst sagt (S. 167), sind die orientalischen Märchen weit realistischer als die europäischen. Auch die gar nicht so blumige Sprache, wie wir sie mit dem Orient verknüpfen, verdeutlicht Hannelore Marzis Ansicht. Mag es sein, dass die Rolle der Frau noch viel beschränkter auf den häuslichen Raum, den Innenraum ist, Beschreibungen von Landschaft und Außenwelt wegfallen, und der Machtkampf zwischen den Geschlechtern auch meist zu Hause stattfindet? Drei Märchen fallen aus diesem Rahmen: „Von dem Vater und seinen sechs Töchtern“, und auch „Die Frau, die den Wesir zum Lachen brachte“. Beide Frauen gehen in die Welt hinaus und messen sich dort mit Männern, die nicht zur Familie gehören oder geheiratet werden sollen, und siegen haushoch durch Einsatz von Mut, Stärke, List und Selbstbewusstsein. Das Märchen „von den mutigen kurdischen Mädchen“ erzählt von der Wanderung in den Bergen, doch auch hier ist die Natur nicht Sache der Frauen und ihnen nicht freundlich gesonnen. In vielen Märchen spielt die böse Stiefmutter eine wichtige unheilvolle Rolle und die Schwäche der Väter. Ein jüdisches Märchen „Die Frau, die ihren Mann aus dem Gefängnis befreite“ und ein Märchen der Lasen aus der Türkei „Das Märchen von der treuen Frau“ fällt durch die starke Liebe der Frau zu ihrem Mann auf. Ansonsten sind die Märchen islamischen Ursprungs, wenn auch aus recht verschiedenen Gegenden, von Marokko über Palästina bis zum Iran. Die Schönheit der Mädchen spielt eine große Rolle - wie auch in den europäischen Märchen -, und anscheinend ist den Männern genügend Möglichkeit gegeben, diese auch zu sehen (Die Geschichte vom verbotenen Teich, Meyane Hanim, Die Geschichte von den zwei jungen Mädchen und den zwei jungen Männern,...), oft genug allerdings heimlich. Hannelore Marzi zeigt uns im Nachwort noch einmal die verschiedenen Möglichkeiten der Frau auf, in ihrer von Männern dominierten Welt mit ihrem Schicksal zurechtzukommen. Sie verzichtete bei der Anordnung der Märchen auf eine Zuordnung in Kategorien, so ist der Reigen bunter und abwechslungsreicher, und der Leser, die Leserin sind angehalten, selbst diese Katalogisierung vorzunehmen, so er/sie das will.