Obwohl die Leistungen der Frauen in allen athletischen Disziplinen etwa 10% unter denen der Männer liegen, man sich über Intelligenztestleistungen von Schwarzen in dem Buch von Rushton „Rasse, Evolution und Verhalten" informieren kann und die Behinderten in jeder Einkommensstatistik weit unter dem Durchschnitt liegen, schafft es der Verfasser bereits mit der Wahl seines Buchtitels, deutlich zu machen, worauf es ihm ankommt. Er ist Humangenetiker, und eigentlich versteht sich diese Wissenschaft als die Wissenschaft von der erblichen Ungleichheit des Menschen. In kommunistischen Ländern war diese Fachrichtung deshalb jahrzehntelang unerwünscht, ehe sie sich als „Medizinische Genetik" in bescheidenem Rahmen wieder etablieren durfte. Da aber auch in der freien Welt nach den Regeln der inzwischen geltenden politischen Korrektheit alle Menschen in den wesentlichen Leistungsmerkmalen erblich gleich zu sein haben, unterzieht sich der Verfasser der Aufgabe, die fachwissenschaftlichen Ergebnisse der Humangenetik in den Grenzen des allein seligmachenden Dogma zu deuten. Nachdem er die Quadratur des Kreises gefunden hat (schon das allein verdient fünf Sterne), kann er sich nicht enthalten, noch einige weiterführende Informationen zu streuen. Der erstaunte Leser erfährt, daß derzeit z. B. rund 16 Millionen Männer durch eine Variante des Y-Chromosoms ihre Abstammung auf Dshingis-Khan zurückführen können. Haben sich seine Frauen und die seiner Söhne in den Harems zu wenig gewehrt? Die Hazara, die Nachkommen einer kleinen mongolischen Reitertruppe, stellen heute ein Fünftel der Bevölkerung Afghanistans. Und über der Grenze in Pakistan leben in einem abgeschiedenen Gebirgstal noch 3000 blonde, blauäugige, nicht-moslemische Kalash-Kafir, die ihre Abstammung der Sage nach auf versprengte Soldaten Alexander des Großen zurückführen. Sehr richtig - und es gilt und galt auch für Juden und andere - stellt der Verfasser (auf S. 66) fest, daß deren kulturelle „Anpassung ihre langfristige Auslöschung bedeuten würde". Gilt das aber nicht auch für Noch-Mehrheitsbevölkerungen, die einem wachsenden Einwanderungsdruck ausgesetzt sind? Oder sollte man die Zäune in Ceuta und Melilla nicht besser einreißen? Wenn die Wirkung der Gene ein Mythos ist, wie der Verfasser meint, dann macht doch auch jede Art von Abgrenzung und Einwanderungsbeschränkung keinen Sinn.