Aus der Amazon.de-Redaktion
Zu sich finden in der Natur, Bäume, Sträucher und Blumen für kreative Gestaltung einsetzen, den Garten als Forum für künstlerische Ausdrucksformen nutzen: all dies, aber noch weit, weit mehr steckt hinter Charlotte Seelings stimmungsvollem Bildband. Die Journalistin und Chefredakteurin u.a. bei
Vogue,
Cosmopolitan und
Marie Claire präsentiert 23 Porträts ausgefallener, exotischer, einfach umwerfend schöner Gärten. Dazu Bilder, in die man hineinspringen möchte, Bilder, die einem mit ihrer lebendigen Schönheit schlichtweg den Atem rauben. Aber es sind auch 23 Visitenkarten, Auszüge aus Tagebüchern oder unbedingt wichtige Mosaikstücke aus Biografien so ganz verschiedener Frauen. Da werden die Gärten zum Medium: was Dichtern die Worte, Komponisten die Noten, das sind diesen Frauen Bäume, Büsche, Blumen und Beete.
Da sind Gärten von berühmten, aber auch von weniger bekannten Frauen. Gärten von Frauen, die überaus erfolgreich ihr Hobby zum Beruf machten oder aber zumindest erstaunlich schöpferische Talente entwickelten. Es sind Gärten in sieben verschiedenen Ländern, von Großbritannien bis Südafrika, Gärten voller Verschwendung, dann wieder streng, gegliedert, übersichtlich, klar, oder vor Üppigkeit und Lebenslust überlaufend. Riesige Areale und wilde Natur, die, einmal von gestalterischen Ideen beseelt, zu Außergewöhnlichem herangewachsen sind: wie etwa der größte Kakteengarten Europas auf Mallorca oder ein englischer Garten in Südafrika, der zum nationalen Denkmal erklärt wurde.
Nicht selten ist die Geschichte eines Gartens ganz eng mit der eines Hauses verknüpft, dem Heim, für das der Garten zum Nest wurde, irgendwann an einer Lebensstation einmal mit Liebe begonnen, verändert, aus-, um- oder angebaut, gewachsen eben, mit Geschichte, Charakter, Gesicht und damit unverwechselbar.
"Über kurz oder lang wird jeder Garten zum getreuen Abbild seiner Gestalterin", sagt die Autorin im Vorwort -- eine überzeugend schöne und bewundernswert engagierte Art der unbewussten Selbstdarstellung. --Barbara Wegmann
Neue Zürcher Zeitung
Frauengärten Gartenfrauen. Bücher von, für und über Frauen haben seit längerem Konjunktur so erstaunt es kaum, dass jetzt auch ein Buch über Frauen und ihre Gärten seinen Siegeszug in einer durchaus erfolgreichen Sparte des Bildbandmarktes antreten soll. Grossformatig, auf Hochglanzpapier mit teilweise leider mangelhaft belichteten Photos und etwas allzu naiv, schülerhaft gezeichneten Plänen kommt das Schaubuch daher, herausgegeben von der Journalistin Charlotte Seeling, besser bekannt als ehemalige Chefredaktorin der Magazine «Vogue», «Cosmopolitan» und «Marie Claire». In der ziemlich willkürlichen Auswahl der vorgestellten Gärten und ihrer Gestalterinnen stossen aufmerksame Leserinnen und Leser auf Trouvaillen wie den berühmten Waldgarten «Le Vastérival» der norwegischstämmigen Gräfin Greta Sturdza an der normannischen Küste oder den geheimnisvollen Baumgarten «The Hermitage» der englischen Krimiautorin Joan Aiken in West Sussex. Bei manchen der Gärten scheint die Autorin indes eher die Prominenz der dazugehörenden Gärtnerin interessiert zu haben, wie etwa bei Diandra Douglas, der Frau des Hollywoodstars Michael Douglas, die ihren wenig inspirierenden Weingarten auf Mallorca vorstellt. Auch das ehemalige Topmodel Vera Munro, das sich von einem Gartenarchitekten auf Ibiza ihr privates Paradies mit Lavendelbeeten, Steinen, Granatapfel-, Orangen- und Olivenbäumen anlegen liess, hat ihre Gärtnerleidenschaft erst vor kurzem entdeckt. Aus der Schweiz kommt dagegen eine wahre Gärtnerin zu Ehren: Elsbeth Stoiber zeigt ihr «Rosenstöckli» an der Albiskette, wo sie seit bald vierzig Jahren ihrer Leidenschaft für historische Rosen, Tulpenbäume, Ginkgos und andere botanische Kostbarkeiten frönt. Die umtriebige Frau passt in ihre kreative Wildnis, wird geradezu ein Teil von ihr. S. K.