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Frauen dürfen alles fragen. Rundfunk-Journalistinnen in Wirtschaft und Politik
 
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Frauen dürfen alles fragen. Rundfunk-Journalistinnen in Wirtschaft und Politik [Taschenbuch]

Susan Kades
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

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Produktinformation


Produktbeschreibungen

aus RezE-Zine vom 14.9.04

Ein ausgezeichnetes Buch, das nicht nur für (angehende) MedienwissenschaftlerInnen, sondern für alle an Frauenthemen, Soziologie und Journalismus Interessierte sowie angehenden AbiturientInnen höchst aufschlussreich ist. Allen, die diese Themen nicht reizen, sei es gerade deswegen besonders empfohlen. © S. Strohschneider-Laue

Kurzbeschreibung

Wo stehen Frauen in der Medienbranche? Wie hat sich ihre Situation speziell in den "harten Ressorts" Wirtschaft und Politik entwickelt? Warum sind sie in Führungspositionen immer noch rar, obwohl es heute mehr Journalistinnen gibt als je zuvor? Stimmt die Vermutung, dass Frauen das familiäre Glück mehr am Herzen liegt als Macht und beruflicher Erfolg? Die Medienwissenschaftlerin Susan Kades hat mit 15 Fernseh- und HörfunkjournalistInnen über ihre berufliche Situation und private Lebenswünsche gesprochen, darunter mit Front-Frauen des deutschen Fernsehens wie Sandra Maischberger und Maybrit Illner. Das Fazit ist optimistisch: "Wir befinden uns auf dem besten Weg!" Die renommiertesten Polit-Talks werden zur Zeit von Frauen moderiert. Anscheinend sind Frauen in der politischen Berichterstattung regelrecht in Mode geraten. Dennoch sind sie auch in der "Generation ohne Rollen-Vorbilden" noch eine Minderheit im Journalismus. Die Hauptschwierigkeit besteht für sie allerdings nicht mehr darin, überhaupt Zugang zum Journalismus zu bekommen, sondern in die Führungspositionen vorzustoßen. Denn die meisten Journalistinnen sehen sich auch heute noch gezwungen, sich zwischen Karriere und Familie zu entscheiden. Und nach wie vor sind Schönheit und Jugend von Vorteil für den Aufstieg auf der Karriereleiter. "Es stimmt, dass Frauen im Fernsehen eine andere Halbwertzeit haben als Männer", bemerkt Sandra Maischberger, "und ich glaube, es wird sich auch nicht wirklich ändern."

Nach ihren Gesprächen mit neun Frauen und sechs Männern aus Fernsehen und Hörfunk kommt Susan Kades zu dem Ergebnis: Für junge Frauen in der Medienbranche ist die Gleichwertigkeit von Mann und Frau heute eine Selbstverständlichkeit. Die Identifizierung mit dem Feminismus verliert für sie immer mehr an Bedeutung. Die HR-Journalistin Ulrike Holler warnt deswegen vor fehlender kollektiver Solidarität und Durchsetzungskraft: "Diese jungen, emanzipierten Frauen glauben, wenn sie eine Niederlage erleben, dass es ihr individuelles Problem sei."


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Auschlussreich! 9. Juni 2004
Von "cgrigat"
Dieses Buch ist für mich ein ungemein aufschlussreiches und trotzdem nie langweiliges Leseerlebnis. Dies liegt meiner Meinung nach vor allen Dingen daran, dass Susan Kades nicht im Theoretischen verbleibt, sondern die "Betroffenen" selbst zu Wort kommen lässt. Das hat nichts mit Feminismus alter Schule zu tun, sondern ist im Sinne qualitativer Sozialforschung ein Projekt, dass für die/den interessierte/n Leser/in sehr instruktive Informationen bereit hält. Es geht hier um Lebensläufe, die hinter den Personen stehen, die viele von der Mattscheibe oder aus dem Radio zu kennen glauben - und die daraus eventuell zu ziehenden Rückschlüsse...!
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Von "japeba"
Da Susan Kades in ihrem Buch vor allem Journalisten zitiert, die ja per se eine große Klappe haben und im Gegensatz zu vielen Wissenschaftlern geradeaus reden können, läßt sich das Buch sehr gut lesen. Frau Kades angenehmer Schreibstil hilft natürlich auch. Jedenfalls ist das Buch keine trockene Wissenschaftslektüre, bei der man sich von Seite zu Seite quälen muss.

Trotzdem: Der wissenschaftliche Teil kommt nicht zu kurz. Dabei wird nicht mit vielen Zahlen und Statistiken hantiert, sondern das Thema anhand von Interviews und Erfahrungsberichten von Journalisten aus dem ZDF und dem HR aufgearbeitet. Die Ergebnisse werden dann verglichen mit bisher in diesem Bereich geleisteten Forschungen (hier kommen dann doch einige Zahlen ins Spiel, aber man wird nicht davon erschlagen). Mir ist beim Lesen mal wieder klar geworden, dass pure Zahlen und Statistik eben nicht immer einen klareren Blick auf ein Thema ermöglichen - sondern dass Kades' Ansatz über Interviews und Heuristik einen ebenso verläßlichen, aber dafür menschlicheren Einblick ermöglicht. Deswegen ist mir die Kritik der Frankfurter Rundschau unverständlich: Für die FR magelt es dem Buch an "Human Touch" - ich persönlich finde, diese Arbeit hat genau den richtigen Touch in punkto Mischung von Information und Unterhaltung. Trotzdem muss ich mich wohl bei der FR bedanken, dadurch bin ich erst auf das Buch gestoßen.

Besonders interessant fand ich das Interview mit Ulrike Holler, eine der ersten Reporterinnen des HR und eine Art Urgestein, die dort auch heute noch arbeitet. Ihre Erzählungen über die Probleme und Startschwierigkeiten von Journalistinnen beim Funk in den 60er Jahren empfand ich als wirklich faszinierend.

Für Interessierte bietet das Buch Wissenswertes und Unterhaltung. Für Studenten bietet es jede Menge Zitiermaterial, nicht nur durch die Interviews mit Maischberger und Illner, sondern vor allem dadurch, weil Susan Kades tatsächlich etwas zu sagen hat.

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