Die Hausmeisterin Angela Cavio findet eine, der Kleidung nach, Prostituierte in einem Straßengraben am Rande von Turin. Sie verständigt die Polizei.
Es stellt sich heraus, dass die Tote die Rumänin Milena Masserano ist. Milena kam illegal ins Land, arbeitete zunächst als Prostituierte. Sie wurde jedoch von Patre Traversa von der Straße geholt. Im kirchlichen Rehabilitationszentrum Ianua wurde sie betreut.
Danach gelangte sie über Umwege in den Haushalt des Bankiers Giacomo, dessen Enkelkinder sie betreute. Milena und Giacomo verliebten sich und heirateten.
Die Geschichte wird aus der Sicht verschiedener Frauen erzählt, unter anderem von der Tochter Camilla und der guten Freundin Beatrice des Bankiers, von der Ehrenamtlichen Lucia des Centro Ianua und der Carabiniera Rita.
Wiederholt wird ein Eklat erwähnt, in dem auch der ehemalige Zuhälter Milenas, Janko, eine Rolle zu spielen scheint.
Carlo Fruttero liefert dem Leser häppchenweise Informationen, die zum Miträtseln einladen, zumal die Anzahl der Personen überschaubar ist.
Die Spannung ist zwar nur gering, aber das wird durch die Sprache ausgeglichen.
Stilistisch ist der Roman sehr gelungen. Auch durch die individuelle Sichtweise der Frauen ist das Bild, welches man von den Geschehnissen erhält, sehr vielseitig.
Man erfährt nicht nur immer mehr über Milena und ihr Umfeld, die Erzählenden bleiben nicht blass, sondern bieten tiefen Einblicke in ihr Inneres.
Für einen Krimi mäßig spannend, der sprachlich aber aus der '"Massenware Krimi"' heraussticht.