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45 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Für eine wahre Geschlechtergerechtigkeit, gegen Klischees, 5. April 2006
Von Ein Kunde
Dieses Buch ist lehrreich, fesselnd, aufrüttelnd und mutig. Vom Titel her kann schon darauf geschlossen werden, dass es sich hier um eine kritische Prüfung eines feministischen Weltbildes handelt, in dem der Frau tendenziell die Rolle des Opfers und des guten Menschen, dem Mann hingegen tendenziell die Rolle des Täters und des schlechteren Menschen zukommt. Dem Autor gelingt es, durch das Anführen von unzähligen nachprüfbaren Fakten sowie durch logische, unentrinnbare Argumentation, nicht nur die These vom Mann als schlechteren/gewalttätigeren/minderbemittelten Menschen zu dekonstruieren, sondern auch die überall tausendfach gehörte Behauptung, Frauen würden in unserer Gesellschaft nahezu überall systematisch diskriminiert und benachteiligt als 100%tigen Humbug zu erweisen. Die Gegenbeispiele sind so zahllos, dass man/frau wirklich an Realitätsverlust oder -verweigerung leiden muss, um trotzdem zu einem anderen Schluss zu kommen. Nur ein Beispiel sei hier genannt: Männerspezifische Krebserkrankungen sind genauso häufig und genauso lebensgefährlich wie frauenspezifische, für die Erforschung der letzteren wird aber ein Vielfaches an Geldmitteln und Aufmerksamkeit mobilisiert.„Sind Frauen bessere Menschen?" zeichnet sich darüber hinaus durch Fairness aus. Sowohl Männer als auch Frauen können dieses Buch lesen und viel lernen, ohne dass erstere zu einer „Vergeltungsmentalität" angesichts der männerfeindlichen Auswüchse so mancher feministischer Agitation ermuntert werden und ohne dass letztere sich nun wieder als Geschlecht angegriffen fühlen müssten. Es werden ausschliesslich die wirklich absurden und unfairen ideologischen Komponenten bestimmter feministischer Theorien auseinandergenommen sowie deren fatale und letzlich für beide Geschlechter geradezu zerstörerischen sozialen, politischen und psychologischen Folgen aufgezeigt. Nicht in einem einzigen Satz geht es um das Zurückholen eines reaktionären Frauenbildes. Wahre Gleichberechtigung und eine vernünftige Sicht auf die tatsächlichen Verhältnisse in unserer Gesellschaft sind das Ziel. Neben logischer Stringenz und gedanklicher Klarheit und Nachvollziehbarbeit gehört zu den selbstverständlichsten und notwendigsten Eigenschaften wissenschaftlicher Recherche und Ergebnisdarstellung die Nachprüfbarkeit. Das sollte vor allem jeder Person, die mal akademische Luft geschnuppert hat, völlig klar sein. Umso bezeichnender ist es dann, wenn man bemerkt, dass die reißerische radikalfeministische Literatur nahezu ganz auf Belegbarkeit verzichtet und nur Behauptung an Behauptung reiht, gewürzt mit ein paar fragwürdigen Zahlen und Statistiken. Dem Autor des vorliegen Plädoyers ist hingegen die Wissenschaftlichkeit sogar in einem hohen Maße zuzubilligen. Politiker(inne)n, Autor(inn)en und Journalist(inn)en, die solche Ergebnisse nicht widerlegen können oder nicht einmal kennen, sollte man mit Dieter Nuhrs Spruch „Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten" begegnen. Sympathisch wird die Darstellung dadurch, dass ganz verschiedene Meinungen und Erfahrungen in Zitaten zu Wort kommen und auch die feministische Bewegung in ihrer ganzen Bandbreite vorgestellt, vieles an ihr ja oft sogar ausdrücklich gewürdigt wird. Der unerträglichen Schwarz-Weiß-Einseitigkeit der radikalfeministischen Hasstiraden (nein, das ist nicht übertrieben formuliert) wird hier also gerade nicht mit den gleichen Waffen begegnet. So kann sich hier jeder Leser und jede Leserin(!) ernstgenommen und wohl fühlen. Mehr noch als die geglückte Widerlegung männerfeindlicher Klischees (nein, auch diese Formulierung ist nicht zu hart) und der berechtigten Anklage ihrer Entsprechungen in so mancher abstrusen Gesetzgebung beeindruckt mich an Arne Hoffmanns Buch Folgendes: Man lernt nicht nur über das eigentliche Thema mehr als einem manchmal lieb sein kann, sondern ebenso über allgemeinere Phänomene wie z. B. das Zustandekommen und Funktionieren ideologischer Weltbilder, die psychologischen Mechanismen, die fanatisches Verhalten und Denken erklären können, den überproportionalen Einfluss mancher kleiner Interessengruppen auf die Meinungsöffentlichkeit und die politischen Aktionen in einer Demokratie, die gesellschaftliche Wirkung von Feindbildern, Sündenböcken und simplifizierenden Erklärungen. Besonders möchte ich die Erkenntnis hervorheben, dass der Hauptpfeiler totalitärer Macht und Kontrolle (und wenn es sich um praktische Denk- und Sprechverbote in einer Demokratie dank kleiner fanatisierter Gruppen handelt) aus Angst und Einschüchterung besteht. Solange die mundtot gehaltenen Menschen Angst verspüren und sich einschüchtern lassen, triumphieren die Tyrannen. (Nebenbei gesagt: Diese Schlüsselrolle der Angst ist das Hauptthema in der aktuellen sehenswerten Comicverfilmung „V for Vendetta".) Sehr bedauernswert ist es, dass Hoffmanns Buch äußerst unbekannt ist und wohl vorerst bleiben wird. Wahrscheinlich erst in naher oder ferner Zukunft wird es angemessen gewürdigt werden. Auch die Tatsache, dass der Autor für dieses Buch nur einen kleinen, weitgehend unbekannten Verlag gefunden hat, und das Manuskript allen anderen ein zu heißes Eisen war, spricht alleine schon Bände. Was hingegen die Diskussionen und die Regale in Buchhandlungen und Unibibliotheken beherrscht, sind einfach gestrickte feministische Abhandlungen, in denen eine ewige Wiederholung von oft längst widerlegten Klischees abgespult wird. Auch wird jeder, der sich zu dem hier besprochenen Buch öffentlich positiv äußert, mit Beschimpfung und Verunglimpfung rechnen müssen. So ist das nun mal in einem Klima, daß teilweise tatsächlich quasitotalitäre Züge trägt. Die Stimme der Vernunft war immer schon eher eine leise und relativ einsame im Getöse ihres jeweiligen Zeitgeistes. Sie wird und wurde schnell niedergeschrieen, sobald sich bestehende Machtkonstellationen bedroht fühlen. Hier heisst es jedoch: kein Selbstmitleid, kein Klagen, kein Defätismus, sondern Mut, solchen Strukturen entgegenzutreten. Mut zur Gerechtigkeit. Mut zur Wahrheit. Fazit: Wir sollten eine Gesellschaft mit wahrer statt vermeintlicher Gleichberechtigung sowie Respekt vor Frauen UND Männern anstreben. Eine Benachteiligung von Männern oder Frauen und sei sie mit dem angeblich gegenteiligen Ziel getarnt, kann nicht akzeptiert werden. In einer solchen ungleichen und ungerechten Gesellschaft gibt es keine glücklichen Menschen und schon gar keine glücklichen Partnerschaften zwischen Mann und Frau. Ich kann mir kein vollständigeres und schlüssigeres Werk zu diesem Themenkomplex vorstellen, als diese Publikation.
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