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Frauen
 
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Frauen [Gebundene Ausgabe]

Steinar Bragi , Kristof Magnusson
2.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
  • Verlag: Kunstmann (29. August 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 388897724X
  • ISBN-13: 978-3888977244
  • Originaltitel: Konur
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 14,2 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 420.138 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die junge Künstlerin Eva Einársdottir trifft sich in New York mit einem isländischen Banker, der ihr eine Förderung ihres nächsten Dokumentarfilms in Aussicht gestellt hat. Es geht ihr nicht gut. Beruflich nicht, und auch privat steht sie vor einem Scherbenhaufen: Hrafn, ihre große Liebe, hat sich von ihr abgewendet und ist zurück nach Island gegangen. Er ist mit dem plötzlichen Tod ihrer kleinen Tochter nicht fertig geworden. Und sie auch nicht. Sie betäubt sich mit Alkohol und Zigaretten und kann nur daran denken, Hrafn wieder zurückzuholen. Im Gespräch mit dem Banker erzählt sie mehr von sich, als sie will, und er bietet ihr an, sein verwaistes Luxusappartement in Reykjavik zu hüten. Ein Glücksfall. Aber als sie dort ist, hat Eva immer mehr das Gefühl, dass man sie in eine Falle gelockt hat. Dass sie das Objekt einer perfiden Inszenierung ist, in der die Grenzen zwischen Realität, Albtraum und Kunst zunehmend verschwimmen... Wie ein Thriller beginnt der Roman des jungen isländischen Autors Steinar Bragi und zeichnet das vielleicht radikalste Bild Islands vor der Finanzkrise ein Land, in dem unter der Oberfläche des letzten Booms immer das Unheimliche, der Wahnsinn und das Grauen lauern.

Über den Autor

Steinar Bragi, geboren 1975, studierte Komparatistik und Philosophie an der Universität Island. Mit 23 veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband »Svarthol« und seinen ersten Roman »Turnin«. Sein Roman »Frauen« wurde von der Kritik hoch gelobt und für den Nordic Council Literature Prize nominiert.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Frauen 10. Februar 2012
Im Oktober war ich im Literaturhaus München bei einer Lesung von Gyrðir Elíasson und Steinar Bragi. Während "Am Sandfluss" von ersterem mein Interesse nicht wecken konnte, fand ich die Thematik von "Frauen" sofort spannend. Nun habe ich das Buch gelesen und bin froh, dass ich meine Bedenken bezüglich des schwierigen Themas überwunden habe.

Eva ist Künstlerin und hat lange Zeit in den USA gelebt. Nach dem plötzlichen Kindstod ihrer kleinen Tochter, der auch der Grund für die immer schwieriger werdende Beziehung zu ihrem Freund ist, kehrt sie in ihre Heimat Island zurück und bekommt ein verlockendes Angebot: Sie kann in einer großen Wohnung mitten im Zentrum mietfrei wohnen, soll nur die Blumen gießen und die Katze füttern, während die eigentliche Mieterin auf Reisen ist. Der erste Verdacht kommt auf, als sie in der Wohnung weder Blumen noch Katze vorfindet. Dann erfährt Eva auch noch, dass die Vormieterin in der Wohnung Selbstmord begangen hat. Bei ihren Ausflügen in die Stadt fühlt sie sich stets verfolgt und auch andere Dinge kommen ihr immer komischer vor.

Denkt man auch als Leser zu Beginn nichts Schlimmes, unterstellt Eva ein Alkoholproblem und Paranoia, merkt man doch recht schnell, dass an der Situation etwas nicht stimmt. Spätestens im zweiten Teil des Buches begreift man das volle Ausmaß der Geschichte, in die Eva da hineingeraten ist. Mein Entsetzen wurde jedenfalls mit jeder gelesenen Seite größer und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, obwohl ich mich andererseits auch abgestoßen fühlte und manche Details lieber nicht erfahren hätte. Mehr möchte ich darüber auch gar nicht sagen, da ich nicht zu viel über den Inhalt verraten will.

Eva ist eine wahnsinnig interessante Hauptfigur. Bis zum Ende bin ich nicht schlau aus ihr geworden und auch wenn sie in diesem Buch mit einer extremen Situation konfrontiert wird, war sie doch auch vorher schon ein extremer Mensch. Alkoholexzesse wechseln sich ab mit Reue und guten Vorsätzen. Auch zwischenmenschliche Beziehungen kann sie nicht konstant führen, sie schwankt zwischen absoluter Vertrauensseligkeit und starker Abneigung. Als Erzählerin macht sie sich schnell unglaubwürdig, Erinnerungslücken durch übermäßigen Konsum von Alkohol oder Drogen sind keine Seltenheit und manche ihrer Erlebnisse muten wie Wahnvorstellungen an. So verschwimmt auch für den Leser immer mehr die Grenze zwischen Realität und grausamem Albtraum. Trotz ihrer schlimmen Situation fügt Eva sich schnell und nimmt vieles als gegeben hin. Hin und wieder lehnt sie sich auf, ihre gescheiterten Versuche, der Situation zu entkommen, lassen sie allerdings sofort aufgeben. Ihre absolute Lethargie kann man aus folgendem Zitat herauslesen:

Langsam kehrte so etwas wie Routine ein. Anfangs schien es, als ob sich alles in ihrem Leben verändert hätte, doch nun fiel ihr auf, dass in Wahrheit gar nicht so viel anders geworden war, außer vielleicht die Art und Weise, wie sich das Leben ihr "präsentierte". Die Ratlosigkeit, die Resignation und dieses Gefühl des Eingeengtseins begleiteten sie schon lange Zeit, nun hatte all das eine konkrete Gestalt angenommen - ihre inneren Mauern waren nun außen und sie konnte das Problem beim Namen nennen [S. 165]

Ich lese sehr selten Bücher dieser Art, da ich Szenen, in denen es um körperliche und psychische Gewalt geht schlecht vertrage. Das Wort "Thriller" allein schon schreckt mich ab. "Frauen" ist aber viel mehr als das, die Handlung kreist hauptsächlich um die Hauptfigur und ihre Selbstfindungsphase, ihre Probleme mit ihrem Leben fertigzuwerden und später auch ihre Art und Weise, mit ihrer veränderten Situation fertigzuwerden und gibt dabei tiefe Einblicke in die menschliche Psyche. Für mich war es sehr spannend zu lesen, ich habe von Seite zu Seite zwischen absoluter Faszination und Abstoßung geschwankt und das Buch innerhalb kürzester Zeit durchgelesen.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Aintschel TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Meine Rezension
Ich habe mich bei BloggdeinBuch für dieses Buch beworben, weil mich die Kurzbeschreibung neugierig gemacht hat. Allerdings fand ich schon damals, dass der Preis des Buches doch sehr hoch ist. Denn immerhin sind es knapp 20 ¤, die ich normalerweise nicht mal so schnell für ein gutes Buch ausgeben würde. Nachdem ich das Buch nun komplett gelesen habe, würde ich sagen, dass dieser Preis irgendwie nicht gerechtfertigt ist. Der Roman setzt sich eigentlich aus zwei Teilen zusammen. Im ersten Teil geht es um folgendes:
Die Hauptdarstellerin des Buches Eva ist nach Island zurückgekehrt. Sie zieht in ein luxuriöses Appartment, welches einem in Amerika lebenden Bankers gehört. Die Wohnung wird ihr kostenfrei zur Verfügung gestellt, wenn sie nach den Blumen schaut und sich um die Katze kümmert. Komisch, denn schnell stellt Eva fest, dass es weder Pflanzen noch eine Katze in der Wohnung gibt. Zudem wird sie auf eine Überwachungskamera aufmerksam, in der sich seltsame Dinge abspielen. Auch ihre neue Nachbarin ist ihr nicht ganz geheuer. Sie erzählt ihr zudem auch beunruhigende Dinge. Vielleicht auch deshalb fühlt sich Eva sehr schnell einsam.
Im ersten Teil ist nicht besonders viel passiert. In der zweiten Hälfte des Buches geht es dann darum, dass Eva sich völlig gehen lässt und beispielsweise auch eine durchzechte Nacht erlebt. Nach dieser Nacht kann sie sich an nichts mehr erinnern. Natürlich ist gerade in dieser Nacht aber wohl sehr viel gelaufen. Jetzt ist es aber zu spät. Sie kann wohl ihr Appartement nicht mehr verlassen. Ab dieser Stelle finde ich den Roman nur noch seltsam. Die erste Hälfte war ok, auch wenn relativ wenig passiert ist. Jetzt aber kommen komische Ausdrucke sowie auch eine seltsame Art und Weise der Erzählung zum Vorschein. Hin und wieder bin ich am Überlegen das Buch einfach wegzulegen, weil es um Dinge geht, die mich anwidern bzw. die ich nicht lesen möchte. Ich habe mich dazu entschieden das Buch zur Seite zu legen, als in dieser Geschichte ein wehrloses Kind in abstruse perverse Spiele hineingezogen wird. Dies hat dann doch meine persönliche Grenze weit überschritten und ich habe mich entschlossen das Buch nicht mehr fertig zu lesen.

Mein Fazit
Das Buch Frauen bekommt von mir 0,5 Sterne, da die erste Hälfte ja immerhin noch gelungen war. Es ging zwar nicht groß vorwärts, aber dennoch war es so geschrieben, dass man es lesen konnte. In der zweiten Hälfte wurde es dann für mich richtig abstoßend und widerlich. Ich kann viel vertragen, aber wenn es um Menschen- bzw. um Frauenverachtung geht ist es bei mir doch schon an der Grenze. Das es dann aber noch um wehrlose Kinder geht war für mich der Gipfel des Buches. So etwas kann und will ich nicht in einem Roman bzw. Thriller lesen.
Klar gehen die Meinungen auseinander. Jeder hat auch eine eigene persönliche Grenze, die er für sich festlegen muss. Ich hab mir meine Grenze gesetzt und deshalb auch nicht fertig gelesen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
"Frauen" war von Anfang an ein seltsamer Roman und ich habe einige Zeit gebraucht, bis ich erkannt habe, worum es eigentlich geht. Im ersten Teil des Romans beginnt es ganz harmlos. Eva erkundet die Umgebung ihrer neuen Wohnung, freut sich über den Luxus, freundet sich mit Nachbarn an und denkt an Hrafn. Man erfährt, dass er sich von ihr getrennt hat, weil sie ein Alkoholproblem hat. Nach und nach wird es auch immer deutlicher, dass er Recht hat. An dieser Stelle setzt der Autor das Problem einer Beziehung mit einem Alkoholiker sehr gut um. Man spürt die Verzweiflung von Hrafn und liest die Beteuerungen von Eva eher aus seiner Sicht, auch wenn der ganze Roman aus ihrer Sicht geschrieben ist. Mehr als einmal hat man ja schon gelesen, wie sie nicht vom Alkohol lassen kann und kann ihr deshalb die Beteuerungen nicht glauben.

Vom Charakter her ist Eva erstmal viel zu vertrauensselig. Wer stellt einer ihm praktisch unbekannten Person schon kostenlos ein Luxusappartement zur Verfügung? Sie freundet sich, weil sie es nicht erträgt allein zu sein, mit zwei Nachbarinnen an und ist auch hier viel zu naiv, als sich die ersten Ungereimtheiten auftun. Als sie irgendwann darauf kommt, dass sie ihr Leben nicht in dem Appartement ändern kann ist es schon zu spät. Wenn man das symbolisch nimmt, kann man davon ausgehen, dass es nicht nur für einen Auszug aus dem Appartement zu spät war, sondern generell für einen kompletten Neuanfang. Der hätte in ihrer Vergangenheit stattfinden müssen, damit ihre Beziehung zu Hrafn noch eine Chance hat. Insgesamt war mir Eva nicht wirklich sympathisch bis zu dieser Stelle, weil sich viel zu sehr in ihrem Elend suhlt und den Alkohol die Kontrolle übernehmen lässt.

Teil 2 des Romans verändert dann alles. Wo es vorher noch ruhig (Spaziergänge) und freundlich (Nachbarinnen) zuging, sind nun alle Wege in die Freiheit versperrt. Eva versucht verzweifelt aus ihrem Gefängnis auszubrechen und muss schließlich erkennen, dass es unmöglich ist. An diesem Zeitpunkt ist man sich als Leser noch nicht sicher, ob es der Realität oder dem Alkohol geschuldet ist, dass sie eingesperrt ist. Erst nach und nach wird klar, dass es wohl die Wirklichkeit ist. Nun wird einem Eva kurzzeitig doch noch sympathisch. Man leidet mit und kann nicht erwarten zu lesen, was als nächstes passiert. Im Endeffekt ist Teil 2 des Romans auch endlich die Geschichte, die ich bei dem Klappentext erwartet hatte. In diesem Teil wird auch nach und nach aufgelöst, was es mit der Situation auf sich hat. Tragisch ist an dieser Stelle, dass Eva auf Grund des Alkohols die Situation völlig falsch einschätzt und viel zu spät erkennt, dass alles eine Falle ist. Ihr wurde längere Zeit die Möglichkeit gegeben das Appartement zu verlassen und wenn sie genauer auf Andere und nicht nur auf ihr Elend geachtet hätte, wäre es ihr auch aufgefallen, dass sie besser so schnell wie möglich verschwinden sollte.

Ich war überrascht, wie wenig der Klappentext dem Roman gerecht wird. "Frauen" ist nicht einfach nur ein Thriller und wird von mir auch nicht als solcher wahrgenommen. Obwohl Teil 2 der Geschichte sehr spannend ist, geht Frauen irgendwie tiefer und nach kurzer Zeit ist es nicht mehr wichtig, wer sie eingesperrt hat, sondern wie sie ihre Dämonen bekämpft. Auch einige Tage nach dem Lesen bewegt mich die Geschichte und ich denke über sie nach, denn Frauen ist zeitgleich voller Möglichkeiten, wie es hätte sein können. Hätte Hrafn sie zurückgenommen, hätte sie aufgehört zu trinken, bevor es zu spät war - das sind alles Gedanken, die mir durch den Kopf geschossen sind, als ich das Buch zugeklappt habe. Insgesamt ist "Frauen" also ein sehr lesenswerter Roman, in dem viel mehr steckt, als man auf dem ersten (Lese-)Blick erkennt.
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