Germanistik in Ireland, 2(2007)
[...] this is an engagingly written book on women in Nazi cinema. The many facets of the pertinent contexts this study seeks to provide, make it an ambitious undertaking and some relevant aspects (such as the issue of censorship, for example) are necessarily only touched upon. However, this is a highliy useful introductory text that both students and teachers of Nazi cinema and of gender studies will find enlightening.
literaturkritik.de, 25.04.06
[...] Eine wichtige thematische Facette des deutschen Films im Nationalsozialismus behandelt Angela Vaupel in ihrem Buch "Frauen im NS-Film". Aus der Fülle 'unpolitischer' Unterhaltungsfilme hat sie eine Auswahl getroffen und im Hinblick auf die filmische Konstruktion von Weiblichkeit untersucht. [...] Durch genaue Beobachtung kommt sie der Faszination der Filmstoffe auf die Spur. Die beobachteten Filmbotschaften sind eindeutig: Wenn Frauen ihre Pflicht nicht erfüllen, werden sie bestraft; aus eigener Kraft können sie ihr Leben nicht meistern; Frauen sind dem Manne untertan; sie sind untereinander Rivalinnen. Zusammenfassend stellt sie fest, dass der Konsum dieser Unterhaltungsfilme der Beruhigung der weiblichen Bevölkerung diente - hinzugefügt sei die Frage: auch zur Besänftigung der Männer? Die Filme sind ein "systemkonformes und systemerhaltendes Mittel des nationalsozialistischen Staates." [...]
shoa.de, 10.05.05
[...] Die Filmforschung hat sich bisher kaum mit dem mit dem Bild der Frauen im Film des Dritten Reiches beschäftigt. Studien wie die von Angela Vaupel sind daher immer noch Pionierarbeiten auf einem bisher wenig bearbeiteten Feld. [...] Angela Vaupel hat eine lesenswerte Studie zum Thema vorgelegt. Dass sie zugleich neugierig auf weitere Nachforschungen macht, ist ein zusätzlicher Verdienst dieser Arbeit.
Schlangenbrut, Nr. 91 - 23.Jg.2005
Ist die ideologische Propaganda und das in ihr propagierte Frauenbild des nationalsozialistischen Deutschlands heute weithin bekannt, so betritt Angela Vaupel mit ihrer Analyse des Frauenbildes in 15 Spielfilmen aus der Zeit des Dritten Reiches noch Neuland. Lassen ihre ersten Ergebnisse erstaunen - die dargestellten Frauen erscheinen weit selbstbewusster und autonomer als zu erwarten -, so kann Vaupel auch diese Darstellung in die Strategie der Nationalsozialisten einordnen: Die Filme zeigen, wie starke und selbstbewusste Frauen sich am Ende stets freiwillig und zu ihrem eigenen Glück der Obhut der Männer unterordnen.
Kurzbeschreibung
Sowohl die ideologisch durchfärbten Dokumentarfilme als auch die großen Spielfilmproduktionen des Dritten Reiches waren eigens dafür geschaffen, das Kinopublikum zu indoktrinieren. Sie schufen damit die indirekte Basis für die Akzeptanz des faschistischen Systems in der Bevölkerung. Doch auch die weniger erfolgreichen und seichten Unterhaltungsfilme der NS-Filmproduktion dienten trotz ihres oberflächlich betrachtet unpolitischen Inhalts der umfassenden Manipulation des ab 1940 vorwiegend weiblichen Publikums.
Diese Studie untersucht die Problematik der filmischen Konstruktion von Weiblichkeit im Spannungsfeld von NS-Ideologie und -Propaganda in den Unterhaltungsfilmen des Dritten Reiches. Die besondere Rolle und das Image von Frauen werden ausführlich anhand exemplarischer Filme der Genres Melodram, Komödie, Musikfilm, Historienfilm und NS-Dokumentarfilm dargestellt und mit der nationalsozialistischen Wirklichkeit in Beziehung gesetzt. Dabei werden Einblicke in die Wirkungspsychologie und in Aspekte der feministischen Filmtheorie geboten. Abgerundet wird die Untersuchung durch konkrete Filmanalysen von insgesamt 15 typischen Filmproduktionen des Drittes Reiches.