Friedrich Weissensteiner porträtiert hier sechs Kaiserinnen der Habsburger Dynastie zwischen 1790 und 1989, nämlich drei der Gemahlinnen Kaiser Franz I. sowie Marie Anna, die Gemahlin des kranken Kaisers Ferdinand I. sowie Sisi und die letzte Habsburger Kaiserin Zita, die noch bis 1989 lebte.
Er tut das auf sehr anschauliche Art und Weise und seine Sympathien liegen eindeutig sehr viel mehr bei Sisis Vorgängerinnen und Nachfolgerin, die ihre hohe Stellung ernsthaft und mit Pflichtbewusstsein wahrgenommen haben und dabei durchaus politisch engagiert (wie Maria Ludovica) oder karitativ tätig (wie Karoline Auguste und Maria Anna) waren oder auch einfach für reichlich Nachkommen des Kaiserhauses sorgten, wie Marie Therese, die in 17 Jahren Ehe 12 Kindern das Leben schenkte.
Sisi, die österreichische Kaiserin schlechthin, wird von ihrem Sockel gehoben, obwohl der Autor durchaus Verständnis für ihre schwierige Lage zeigt. Mit gerade 16 Jahren wurde sie aus dem freien und zwanglosen Possenhofen in das starre Wiener Etikett gezwängt und dann noch einer tonangebenden Schwiegermutter ausgesetzt, mit der sie viele Zwistigkeiten zu bestehen hatte.
Das Buch liest sich sehr gut, ist kurzweilig und bringt dem Leser Personen näher, die auch in der Geschichtsschreibung immer nur im Schatten ihrer Männer standen und durchaus einmal mehr Beachtung verdienen.