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Ich habe mich nach dem Durchstudieren mehrerer Yogabücher dazu entschlossen, nach diesem Buch meine ersten Yoga-Erfahrungen zu machen, und bin sehr zufrieden damit.
>Yoga für Frauen< ist vor allem ein Praxisbuch. Der Übungsteil umfasst 204 Seiten. Er beginnt mit dem Schneidersitz und schließt mit der "Krieger-Sequenz", die mit einer Papaya-Gesichtsmaske ergänzt wird. Duftend und faltenfrei in den Kampf!
Zu den Übungen gibt es eine Fülle stimmungsvoller Farbfotos, Erfahrungsberichte sowie Kosmetik- und Ernährungstipps. Das Yogaverständnis der in Virginia, USA, lebenden Montessori-Pädagogin, Kundalini-Yogalehrerin und Schülerin von Yogi Bhajan ist primär von Wellness und Gesundheit geprägt.
Bei der Theorie und den Hintergründen hapert es allerdings.
Es beginnt damit, dass das Alter des Yoga mit 10 000 Jahren angegeben wird, nähere Hinweise zur Datierung fehlen. Erste Hinweise auf Yoga finden sich tatsächlich "erst" um 2800 v.Chr. in der Industal-Kultur und diese ersten Hinweise sind vage.
Auf der folgenden Seite ist von der "Systematisierung der Yogalehre in den so genannten Yogasutren" die Rede, vorgenommen von dem "Arzt Patanjali". Die Berufsbezeichnung ist eine reine Erfindung von Shakta Kaur Khalsa und der von Patanjali verfasste >Leitfaden< heisst richtig: Das Yoga Sûtra.
Überraschend und unzutreffend ist auch die Übersetzung von Kundalini mit "Haarlocke vom geliebten Menschen" und der anschließenden Deutung: "Das Entrollen dieser >Haarlocke< ist das Erwecken der Kundalini".
Kundalini leitet sich von dem Sanskritwort >kundalin< ab, was 1. >geringelt< und 2. >Schlange< heisst und auch vom Bild her mehr Sinn macht als eine entlang der Wirbelsäule sich aufrichtende Haarlocke.
Von einer Lehrerin für Kundalini-Yoga sollte man eigentlich erwarten, dass sie über die Grundlagen ihres Spezialgebietes Bescheid weiß!
Die dargestellten Übungen sind größtenteils gut nachvollziehbar, allerdings fehlen stets Alternativen und Kontraindikationen, was bei fortgeschrittenen âsanas (Haltungen) Risiken birgt, zumal die Rückbeugen oft in extremer Form und zudem mit gestauchtem Nacken abgebildet sind.
Trotz gelungener, ästhetisch inspirierender Gestaltung ist "Yoga für Frauen" für Anfängerinnen nur bedingt und nicht zum Selbststudium geeignet.
Für im Yoga bereits Erfahrene und ergänzend zu qualifiziertem Unterricht kann die Lektüre dieses Buch anregend und sinnvoll sein.
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