Als ich den Titel las, war ich hellauf begeistert, da ich mich halt für solche Bücher sehr interessiert. Meine Begeisterung hat sich zwar ein wenig gelegt, aber nicht unbedingt viel (trotz der drei Sterne).
Das Buch:
Zum Inhalt kann man nur wenig sagen, außer, ich bin da völlig begeistert. Es zeigt, dass viele der weiblichen Probleme/Krankheiten brutalst behandelt werden, obwohl sie ein sanfteres Vorgehen benötigten. Hier wird erklärt, dass frau eher auf sich besinnen sollte als auf unnötige Hormone. Jedoch stellt sich mir wie so oft eine Frage: Wie? Und hier wird sie auch beantwortet, lies unsere andere Bücher. Aber wie frau hier lesen kann, sind viele Probleme in ihr zu suchen und zu finden. Mit manchen Deutungen hatte ich jedoch einige Probleme. Ob es daran liegt, dass ich mich nicht darin wiederfinden möchte, dass es von zwei Männern und einer Frau gedeutet wird (also in Übermaß von Männern) oder sonstiges ist, weiß ich nicht. Aber frau sollte sich ruhig darauf einlassen.
Die Symbolik/Die Geschichte:
Als ich die Interpretation über das Matriarchat gelesen habe, blieb mir nichts anderes übrig, als entnervt den Kopf zu schütteln. Da wurde die Meinung von Heide Göttner-Abendroth wirklich bestätigt, dass Männer mit einem patriarchalischem Bewusstsein niemals über Männer in einem Matriarchat schreiben sollten, denn sonst drehen sie einfach alles um und deuten es falsch. Und wenn man und frau sich die Bücher ansieht, die sie benutzt haben, ist es auch bestätigt, da anscheinend nur Bachofen als Quelle benutzt wurde und nicht Quellen wie die Bücher von Heide Göttner-Abendroth, Gerda Weiler und bedingt auch Christa Mulack. Dafür gibt es klar ein Sternabzug, weil ich es unschön finde die Leute mit falschen Informationen zu beliefern. Auch andere Symboliken fand ich unfein gedeuetet.
Die Sprache:
Schön fand ich, dass das AutorInnenteam die Männersprache ein wenig eingegrenzt hat und endlich mal von Patientinnen gesprochen haben und nicht Patienten (in vielen anderen Büchern, scheint es ja daher möglich zu sein, dass auch Männer schwanger werden können, hier nicht). Aber es wurde meiner Meinung nach nicht konsequent genug durchgeführt. Denn nur so kommen dann solch lächerliche Sätze wie "er und sein Partner" (was für mich dann erschließt, dass es sich hierbei um schwule Männer handelt, oder wie?). Daher empfehle ich hier auch einfach mal Luisfe F. Pusch zu lesen um zu verstehen, was hiermit auch gemeint ist.
Was mich aber auch gewaltig stört, ist der Vergleich mit dem typisch männlichen Geschlechtsorgan als Schwert und Zauberstab. Wieso wurde hier nicht Kindchen beim Namen genannt als solche Vergleiche?
Zum Abschluss kann ich dazu folgendes sagen:
Das Buch ist toll und ich bin mir sicher, ich werde es weiterverschenken, da ich nach solchen Sachen immer wieder gerne suche. Leider nervt es doch ein wenig, dass ich neben diesem Buch gleich noch die halbe Reihe des Autors Rüdiger Dahlke mitschenken müsste, damit ich ein vollständiges Bild über mich und meine Krankheiten bekommen kann. Und neben dem Buch kann ich auch nur empfehlen diverse andere Literatur (siehe meine Beispiele oben) zu lesen um ein gesamtes Bild zu bekommen.
Das Buch ist aber auch gut für Männer geeignet um zu sehen, wo sie auch an den Krankheiten der Frauen mitschuldig sind (zum Beispiel wenn sie nicht schwanger werden kann). Also ein Buch für Paare kann man sagen.