Kurzbeschreibung
Für den abschließenden dritten Band seiner Trilogie über die Frauen des 12. Jahrhunderts (Bd.1:
Héloise, Isolde und andere, Bd.2:
Mütter, Witwen, Konkubinen) wechselt Georges Duby erneut die Perspektive: Diesmal interessiert er sich für den Blick der Kirche auf die Frauen dieser Zeit. Erstmals wandten die Kleriker einen kleinen Teil ihrer (theologischen) Aufmerksamkeit dem weiblichen Geschlecht zu, und einige erkannten es tatsächlich als Pflicht der Kirche, auch den Frauen auf dem Weg zum Seelenheil Stütze und Halt zu geben - schon um sie vor den sich ausbreitenden christlichen Sekten zu bewahren bzw. sie ihnen wieder zu entwinden. Einige wenige Spuren dieser seelsorgerischen Aufmerksamkeit finden sich in den Quellen - natürlich nur als männlicher Blick und nochmals verzerrt durch den geradezu archaischen, furchtsamen Haß der Kirche auf das unbekannte, sündhafte Weib. Georges Duby gelingt erneut das Kunststück, aus diesen Quellen Bilder von der besonderen Lebenswirklichkeit der Frauen im Mittelalter entstehen zu lassen.
Über den Autor
Georges Duby, Mediävist und einer der wichtigsten Vertreter der Annales-Schule, wurde 1919 in Paris geboren. Ab 1970 hatte er einen Lehrstuhl als Professor für mittelalterliche Geschichte am College de France und verfaßte zahlreiche Abhandlungen über Historie und Kunst des Mittelalters. Seit 1987 Mitglied der Academie fran aise, war Duby unter anderem Vorsitzender im Aufsichtsrat von La Sept sowie Leiter der Zeitschriften "Etudes rurales" und "Moyen Age". Er starb 1996 im Alter von 77 Jahren in Aix-en-Provence.