Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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42 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Billy Wilders Klassiker des Film Noir, 27. Mai 2008
FRAU OHNE GEWISSEN (Double Indemnity) gehört zweifellos zu den besten amerikanischen Filmen aller Zeiten und ist vielleicht der ultimative Film Noir. Die Zutaten des Thrillers sind längst Geschichte: eine habgierige, verführerische Femme Fatale (Barbara Stanwyck), ein charakterloser Versicherungsvertreter (Fred MacMurray), ein komplizierter Mordplan, der beiden das Geld aus einer Lebensversicherung bringen soll, und das Scheitern sämtlicher Hoffnungen auf ein bisschen Glück. Billy Wilder inszeniert die Geschichte von skrupellosen Menschen in packenden Schwarz/Weiß-Bildern, das Drehbuch von Wilder und Raymond Chandler strotzt nur so von bissigen, intelligenten Dialogen und Doppeldeutigkeiten. Allein die erste Begegnung von Stanwyck und MacMurray knistert vor erotischer Spannung. MacMurray ist genial gegen seinen Typ besetzt (er war sonst auf den lieben Onkel abonniert), und in einer wichtigen Nebenrolle glänzt Edward G. Robinson als väterlicher Kollege MacMurrays und einzig positive Figur. Doch FRAU OHNE GEWISSEN ist letztlich Barbara Stanwycks Film. Sie ist die ultimative Femme Fatale - aufreizend, ordinär und manipulativ. Sie zerstört alles, was ihr in die Hände kommt - inklusive sich selbst. Ihr Look ist unvergesslich. Oft wurde ihre (offensichtliche) Perücke als geschmacklos kritisiert, doch für Wilder war es genau dieser künstliche, billige Look, der ihr Wesen perfekt zum Ausdruck bringt. Verkommene Menschen in verkommender Umgebung. Sollte man den Film Noir anhand nur eines Films erklären, dann wäre es FRAU OHNE GWISSEN. Ein Meisterwerk.
Zur DVD: FRAU OHNE GEWISSEN hat eine würdige DVD-Umsetzung mit einem einzigen Manko erfahren. Die (4:3)-Bildqualität ist dem Alter des Films entsprechend gut und sauber (glücklicherweise wurde er nicht für 16:9 bearbeitet), der Ton liegt in Deutsch und Englisch 2.0 vor. Zwar bleibt der deutsche Ton dumpf und verrauscht (zumindest die meiste Zeit, eine kurze Texttafel zu Beginn entschuldigt das), doch man darf froh sein, dass der Film nicht neu synchronisiert wurde. Die O-Fassung ist ohnehin um Längen besser.
Die Extras können sich dagegen sehen lassen. Zwei Audiokommentare - der Erste von Filmhistoriker Richard Schickel, der sehr unterhaltsam praktisch alles Wissenswerte über den Film erzählt, ein Zweiter von den Filmhistorikern Lem Dobbs und Nick Redman, die sich auch als Filmfans begeistern. Dazu gibt es eine kurze Einführung des Films von Robert Osbourne, die 40-minütige Dokumentation "Shadows of Suspense", in der Experten (inklusive Regisseur William Friedkin) den Film Noir anhand von "Double Indemnity" erklären, sowie den US-Kinotrailer. Einziges Manko der DVD - es finden sich keinerlei Untertitel, weder für den Hauptfilm noch für die Extras. Da die "Shadows"-Doku durchgehend Englisch ist, wären hier Untertitel dringend angeraten. Sehr bedauerlich, denn bis auf diesen Fehler ist dies eine gute Veröffentlichung. Und noch ein Hinweis - wer den Film zum ersten Mal sieht, der sollte auf keinen Fall die Inhaltsangabe auf dem Cover lesen, diese verrät unnötigerweise viel zu viel.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Meisterwerk der schwarzen Serie , 5. September 2008
In vielen Filmgenres hat sich Billy Wilder bewegt und Standards gesetzt. Mit "Double Indemnity" hat er die Latte für den "Film noir" ganz hoch gelegt. Dieser düstere Film gilt mit Recht als einer der besten Werke der schwarzen Serie. Endlich gibt es ihn auch auf dem deutschen Markt auf DVD.
"Double Indemnity" heißt so viel wie doppelte Auszahlung der Versicherungssumme" Den reißerischen deutschen Titel "Frau ohne Gewissen" mochte Wilder nicht. Das träfe doch auf zwei Drittel aller Frauen zu, meinte er mit dem ihm typischen Sarkasmus.
Der erfolgreiche, eloquente Versicherungsvertreter Walter Neff (Fred McMurray) und die aufreizende Phyllis Dietrichson (Barbara Stanwyck) haben ein Verhältnis. Phyllis bringt Walter dazu, gemeinsam ihren Mann zu ermorden und es wie einen Unfall aussehen zu lassen, um eine hohe Versicherungssumme zu kassieren. Zunächst klappt auch alles wie am Schnürchen.
Walters Freund und Kollege Barton Keyes (Edward G. Robinson) ist für die Aufklärung von Versicherungsbetrug zuständig und ein alter Fuchs. Aber auch er glaubt zunächst an die Unfallversion. In Walters Gegenwart putzt er sogar den ignoranten Boss der Versicherungsgesellschaft runter und weist ihm anhand seiner Statistiken nach, dass dessen Verdacht, es sei Selbstmord gewesen, völlig blödsinnig ist.
- Ein absolut sehenswerter Monolog von Robinson der natürlich im englischen Original am Besten ist. In seinen Erinnerungen berichtet Wilder, dass Robinson diesen schwierigen und langen Text in nur einem einzigen Take zum Besten gegeben hat ohne den geringsten Fehler zu machen. -
Doch dann kommen Keyes dennoch Zweifel. Er denkt allerdings an Mord. Er sucht seinen Freund Walter zu Hause auf, um mit ihm darüber zu reden. Aber der hat gerade seine Geliebte zu Besuch. Unter keinen Umständen darf Keyes sie sehen, denn dann weis er alles. Sie versteckt sich hinter der offenen Wohnungstür während die beiden Männer reden.
- Ganz bewusst hat Wilder hier einen Fehler" eingebaut. In ganz Amerika gibt es keine Wohnungstür die nach außen aufgeht, aber das war ihm egal. Denn sonst hätte diese spannende Schlüsselszene nicht funktioniert.-
Mehr und mehr zieht sich die Schlinge um Walter Neff und seine Geliebte zu, bis sie schließlich gegenseitig versuchen sich umzubringen um ihren Kopf noch zu retten. In der Nacht diktiert der angeschossene Walter ein Geständnis in die Diktiermaschine seines Freundes. Erst am Ende merkt er, dass der schon länger hinter ihm steht und alles mit angehört hat.
- Mit großem Aufwand hat Wilder noch die Hinrichtung von Walter Neff in Gegenwart seines Freundes Keyes gedreht und sogar eine Gaskammer originalgetreu nachbauen lassen, um die ganze Szene dann doch wegzulassen. Mit einem einfachen Symbol deutet er statt dessen an, dass Keyes künftig seinen Weg allein gehen wird. -
Nie hatte Keyes Feuer um seine Zigarre anzuzünden, immer war Walter mit einem Streichholz zur Stelle. Nun gibt er dem schwer verwundeten, sterbenden Walter ganz beiläufig Feuer für seine letzte Zigarette. Sein Streichholz funktioniert.
Ein sehenswerter Film der sogar noch mit der Dokumentation "Shadow of Suspense" als Bonusmaterial ausgestattet ist. Für Fans klassischer Filme ein Muss. 5 Sterne - was sonst.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Dämlich an diesem Film sind nur 2 Dinge, 16. Februar 2009
Frau Stanwycks Pony und der deutsche Titel.
Ansonsten ein trotz Vorhersehbarkeit fesselnder sowie grandios gespielter und inszenierter "Krimmi".
Bildqualität und Ton sind trotz Restauration etwas altersschwach (ab und an flimmernde Punkte, leichtes Rauschen im Hintergrund, 1 oder 2 Worte nicht verständlich), was aber für meinen Geschmack den Filmgenuß nicht stört, sondern heutzutage einen Teil des Charmes ausmacht.
Zudem wird vor Filmbeginn auf diesen Punkt hingewiesen: "...Trotz sorgfältiger Bearbeitung konnten einige wenige Stellen im deutschen Ton nicht vollständig wiederhergestellt werden."
Und mir ist es lieber so, als eine neue Synchronisation mit aktuellen Stimmen, die man obendrein aus x anderen Filmen kennt.
Der Film kann auch auf Englisch angesehen werden.
Untertitel - deutsche wie englische - gibt es nicht.
Das ist besonders bedauerlich angesichts des umfangreichen Bonusmaterials, welches aus der fast 40minütigen Dokumentation "Shadow of Suspense" und gleich 2 Audiokommentaren besteht, einer vom Filmkritiker Richard Schickel, der andere von Lem Dobbs und Nick Redman.
Hinzu kommen noch einige Trailer und eine dem Film vorgeschaltete Einführung von Robert Osbourne.
So kann ich der DVD leider nur 3, dem Film aber 5 Sterne geben, macht zusammen 4 Sterne.
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