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Frau Sorgedahls schöne weiße Arme
 
 
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Frau Sorgedahls schöne weiße Arme [Broschiert]

Lars Gustafsson , Verena Reichel
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 236 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 2 (6. April 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596186617
  • ISBN-13: 978-3596186617
  • Originaltitel: Fru Sorgedahls vackra vita armar
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,4 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 228.215 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Lars Gustafsson
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Mittendrin im Schweden der 50er Jahre. Lars Gustafsson, der große schwedische Autor, begibt sich auf eine Zeitreise, kehrt zurück ins vertraute Västmanland. Zum Geschmack der Zimtbirnen, dem Geruch der Schilfbänke am See und vor allem zu den Frauen, die noch genauso verführerisch sind wie damals. Auf unnachahmlich beiläufig verschmitzte Weise erzählt Lars Gustafsson von früher erotischer Verzauberung.

Klappentext

4

Inmitten der Musik gefangen

Ich verspüre Schwindel, wenn ich mich über meine eigenen Erinnerungen beuge. Ich höre die Zeit wie einen Wasserfall donnern. Die Zeit ist ein Fluss. Und ich bin die Zeit. Und der Schwindel wächst immerzu. Ich habe Angst davor zu fallen. Aber ich habe auch Angst davor, frei zu werden.

Gewiss erinnere ich mich an Frau Sorgedahl. Ich erinnere mich sehr gut an sie.

Ihr langes, volles rotes Haar in diesem sanften Lampenlicht, wenn sie sich vorbeugt, um die siamesische Katze zu streicheln, die seidenweich auf meinem Schoß liegt.

Und ich erinnere mich an Frau Sorgedahls schöne weiße Arme. Es war ein Frühlingsabend 1954. Wie viel Zeit uns trennt!

Nein. So geht das nicht. So geht das überhaupt nicht.

Ich fange noch einmal an – es ist zu spät zum Aufgeben: Woher kommen all diese Dinge, die es nur in den Träumen gibt?

Nach einem ungewöhnlich langen und langweiligen Traum, der von einer mühseligen Wanderung durch eine Landschaft voll von allen möglichen Schneehindernissen handelte und wo es fast unmöglich schien, vom Fleck zu kommen, wachte ich in einer melancholischen grauen Dämmerung auf und bemerkte, dass ich Sehnsucht nach Frau Sorgedahl hatte. Meine Sehnsucht nach ihr war intensiv. Ich erwachte mit dem Gefühl, dass es entsetzlich sei, sie nicht in der Nähe zu haben.

Und dass ich nicht wusste, ob sie noch lebt oder tot ist.

Das kam sehr überraschend. Es muss mehr als fünfzig Jahre her sein, seit ich sie zuletzt gesehen habe. Ich hatte keine Ahnung, dass es sie irgendwo in mir noch geben könnte. Aber jetzt war sie plötzlich da. Mit ihren schönen weißen Armen. Ihren schönen weißen Armen, die sich jetzt – im Traum, aber nicht in der Wirklichkeit – so zärtlich um meinen dünnen, noch halbwüchsigen Körper schlangen. Der jetzt der Körper eines sehnigen, weißhaarigen alten Mannes ist. Wo einer der Finger an der linken Hand sich nicht strecken lässt, wo die Schulter fast ständig schmerzt. Ein alter, aus Schweden stammender Fellow am Magdalen College wird im Traum zu einem Teenager und sieht sich zusammen mit einer Frau, wie sie ihm eine Katze auf den Schoß legt. Einer Frau, die damals fast, aber nicht ganz, doppelt so alt gewesen sein muss wie er selbst.

Damals muss sie etwas über dreißig gewesen sein.

So, wie sie damals war, hätte sie die Tochter dessen sein können, der ich heute bin. Mit Leichtigkeit. Aber ich habe keine Töchter.

Frau Sorgedahl – war sie schön? Ich erinnere mich an ihre roten Haare und ihre weichen, weißen Hände, als sie behutsam den Rücken der Katze streichelte, die da auf meinem Schoß lag. Freilich war sie schön. Sehr schön. Das Schönste, was ich bis dahin gesehen hatte.

Mittlerweile träume ich ziemlich viel. Das macht vielleicht das Alter. Die Kindheit kehrt in der Form von Träumen zurück. Das Sommerhäuschen, klein und braun an seinem allzu steilen Hang. Der Brennball, den wir auf dem erschreckend großen Schulhof mit seinen duftenden Balsampappeln spielten. Der stechende Schmerz, wenn man ausrutschte und das Knie über den Kies schrammte. Die Aussicht vom Volksschulzimmer aus, so hoch da droben in dem alten roten Ziegelhaus, dass wir praktisch in den Kronen der Kastanienbäume saßen. All die sonderbaren Typen, die sich damals auf den Straßen herumtrieben.

Västerås in der Mitte der fünfziger Jahre. Es war ein ziemlich geschlossenes System, glaube ich. Wie geschlossen, begriffen wir damals nicht. Zu denen, die auch nur im mindesten anders waren als wir, waren wir unbarmherzig, glaube ich.

Scheiß-Oskar, bärtig und ungepflegt, mit seinem Karren voller alter Gegenstände, den er hinter sich herzog, scheinbar völlig sinnlos. Niemand begriff, was er damit vorhatte. Verkaufte er sie? Brachte er sie an eine geheime Stelle? Wo wohnte er? Irgendwo in der Richtung von Nordanby gård. Wir überholten ihn oft auf dem Heimweg auf unseren Fahrrädern, unterwegs auf der fast endlosen Kristiansborgsallé.

Ich träume jetzt oft von der Kristiansborgsallé. Ich radele und radele. Aber ich komme nicht voran. Es hängt zu viel Schnee zwischen den Rädern, im Generator, an den Schutzblechen. Überall. Die ganze Welt ist voller Schnee. Woher kommt er? Erschaffe ich all diesen Schnee in meinem Traum? Wie soll das enden?

Dass ich vor lauter Schnee nicht vom Fleck komme, ist ein wiederkehrendes Thema. Mein Vater, jetzt schon lange tot, ist ein anderes. In meinen Träumen ist er noch sehr jung, gerade dreißig. Er sitzt in einem Sessel, der mit grünem Plüsch bezogen ist, und raucht kleine, starke Zigarillos. Der bläuliche Rauch vermischt sich mit der Musik aus dem Radio, das auf Bratislava eingestellt ist. Hat es einen solchen Sessel je gegeben?

Woher kommen all diese Dinge, die es nur in den Träumen gibt?

So ist alles wieder da, aber ergänzt um einige Dinge, die es außerhalb des Traums nicht gegeben hat. Ja, ich glaube sogar um Menschen, die es außerhalb des Traums nie gegeben hat. Das Jahr 1954. Die Bäume, die Straßen mit großen amerikanischen Autos und diesen dunklen, fast fensterlosen Volvos PV 444. Die Straßen noch fast unberührt von Verkehrsreglern und anderen Störenfrieden. Die alten Handwerkerhäuser aus Holz noch nicht abgerissen. Die Stadtbibliothek im Sundinska huset unten am Fluss, die Treppe nach alten Bucheinbänden und Putzmitteln riechend, die Türen braun mit harten Türschließern, die Bücher bewacht von mürrischen Bibliothekarinnen, die genau darauf achten, was man liest.

Ich war im Grunde genommen einsam. Sehr zerbrechlich. Und furchtbar stark. Das erkenne ich jetzt. Zerbrechlich zu sein kann tatsächlich ein Voraussetzung dafür sein, dass man stark ist.

Alte Männer auf Fahrrädern – es gab mehrere davon. Der ungeheuer kurzsichtige Aquarellmaler David Söderholm, die Brillengläser dick wie Flaschenböden, unterwegs hinaus in eine Landschaft, die zu einem Bild werden soll. Das Fahrrad geschickt mit allem beladen, was er brauchen kann: große geheimnisvolle Papiere in Rollen, Pinsel, Farben aller Art in verschiedenen kleinen Blechschachteln, Wasserflaschen, Schwämme, Fixative, Rubbelkrepp, Fernglas und Kompass und nicht weniger als zwei verschiedene zusammenklappbare Staffeleien.

Und der Volksschullehrer, Magister Skoglund, klein und breit mit seiner Goldrandbrille. Ein Mann, der praktisch alles über die Welt und das Universum weiß, was wissenswert ist.

Und der, wenn er etwas nicht weiß, durchaus bereit ist, im Nordisk Familjebok nachzuschlagen, das in seinem Glasschrank in seiner speziellen Ecke des Klassenzimmers steht.

So lange her. Tief in den 1940er Jahren. Eine Welt, so seltsam, so fern mit ihren rasselnden Panzern auf der Kristiansborgsallé, ihren endlosen Warteschlangen für die Rationierungskarten bei der Lebensmittelkommission und den erschreckend kalten Wintern und erregten Stimmen im Radio.

Jetzt ist es April 1954.

»Wir befinden uns mitten im zwanzigsten Jahrhundert«, sagt der sehr betuliche Religionslehrer, Studienrat Johansson, in der Einleitung zu einer Morgenandacht.

Deren Rest ich verschlief.

Kann man träumen, dass man einschläft? Warum nicht? Man kann ja auch träumen, dass man aufwacht, nicht wahr?

Der Sommer kommt. Der Juniwind weht. Und kommt immer von links und bringt oft den Duft nach Schlehen und Traubenkirschen mit, von großen Nadelwäldern und fernen Feuern, von Traktoren und allerlei Blüten, und dieser Juniwind ist irgendwie ewig. Er wird immer auf diese Weise kommen, an den ersten Tagen im Juni, und bis zu dieser anderen, der dunklen, regnerischen Periode anhalten, die stets an den letzten Tagen vor Mittsommer beginnt.

5 1954: Frau Sorgedahl holt ihre Kamera

Frau Sorgedahl fand uns unterhaltsam. Die Jungen des Studienrats und deren Freunde. An einem solchen Frühlingsabend holte sie ganz überraschend ihre Kamera hervor und photographierte uns.

Durch einen eigentümlichen Zufall ist das Bild noch in meinem Besitz. Nach so vielen Umzügen ist es tatsächlich noch da.

Trotz ihres Namens war sie Italienerin. Nein. Sie war nicht Italienerin. Sie kam aus dem Teil der Schweiz, in dem man Italienisch spricht. Und sie hatte unendlich schöne weiße Arme.

Den Namen hatte sie von ihrem Mann, Ingenieur Sorgedahl, einem Schweden. Wie so viele Männer von wirklich attraktiven Frauen war er unbedeutend. Ich habe keine deutliche Erinnerung an ihn.

Auch Frau Sorgedahl war Ingenieurin. Das kam damals bei Frauen nicht so häufig vor. Sie kam als die Repräsentantin einer überlegenen Kultur zu uns. Unsere Mütter konnten häkeln. Frau Sorgedahl konnte einen Kraftwerksgenerator konstruieren. Jedenfalls war sie in einer Abteilung, die das machte. Wir fanden es bemerkenswert. Aber es war eigentlich genau das, was man von ihr erwarten konnte.

Es war ein lustiges Gruppenbild. Offenbar mit einer sehr guten Kamera aufgenommen. Jedes einzelne Haar, jeder Pubertätspickel legt Zeugnis ab. Niemand von uns hatte die Kamera gehalten. Das tat Frau Sorgedahl, eine schöne rothaarige Frau aus einem italienischen Kanton in der Schweiz.

Wir sind ziemlich ungepflegt. Meine Haare sind viel zu lang. Sie scheinen auch nicht besonders gut gewaschen zu sein. Das, wie ich glaube, ziemlich brutal rasierte Kinn springt auf eine herausfordernde Art vor. Heute mildere ich es durch einen Bart.

Benke, ironisch ausgelassen wie immer, Lennart, Folke, Claes-Herman, und ich selbst in der Mitte. Ich weiß nicht einmal, wer von ihnen noch am Leben oder tot ist. Dieses Bild hat Frau Sorgedahl gemacht. Sie ist die einzige, die darauf fehlt.

Wie Folke sich mit den neuen Mietern anfreundete, weiß ich nicht. Aber plötzlich ging er bei diesen jungen, ehrgeizigen und offenbar sehr intelligenten Menschen aus und ein, als wäre er ein Kind im Hause.

Freilich: als neu Hinzugezogene in dieser ziemlich langweiligen Industriestadt, in der ich so viele Jahre verbracht habe, fiel es ihnen nicht so leicht, unterhaltsame Freunde zu finden. Ich glaube, es war möglicherweise die Musik. Folke spielte sehr gut Klavier. Er war der einzige von uns, der ein Instrument richtig beherrschte, und er spielte sogar bei manchen Morgenandachten in der Schule auf der Orgel des Gymnasiums. Ja, ich glaube, er

war der einzige von uns, der wirklich musikalisch war.

Wir alle lebten in diesen Jahren viel in der Musik.

Folke spielte Klavier und Orgel. Aber vor allem spielte er Grammophon. Sein Vater war freundlich und großzügig. Folke hatte für unsere Verhältnisse ziemlich teure Sachen, ein Tandberggrammophon mit einem Saphir statt der erbärmlichen Stahl- und Kaktusnadeln, die wir benutzten. Aus meinem Grammophon brummte immer ein Basston, der irgendwie vom Motor kam. Das gab mir manchmal das Gefühl, das Dasein selbst hätte einen solchen Grundton, einen leise brummenden Ton der Angst, der die Erkennungsmelodie für unsere eigene Existenz war.

Gewiss hat unsere Existenz einen Ton. Wie alles andere auch.

Warum soll man dankbar dafür sein, dass man eine Existenz hat? Ich brauchte viele Jahre, um mich mit der Tatsache abzufinden, dass ich tatsächlich eine solche habe; dass ich imstande bin, Zahnschmerzen, Orgasmen, Wut und Liebe, saures Aufstoßen und Pilze zwischen den Zehen zu spüren, und dass mich diese bemerkenswerte Fähigkeit auf eine radikale Art von den Steinen und dem Wasser unterscheidet. Mittlerweile gibt es so-gar Augenblicke, in denen ich imstande bin, die kurzen Augenblicke völlig zu genießen, die noch von dieser sogenannten Existenz bleiben.

Als junger Mann empfand ich die Existenz als quälend, ja, nahezu unerträglich. Und nicht zuletzt als irgendwie beschämend.

Wozu brauchte mich die Welt eigentlich?

Was für uns Geltung hatte, was wichtig war, waren Mahlers Symphonien und die von Brahms. Schon die von Sibelius fanden wir weniger interessant. Ich glaube nicht, dass wir jemals darüber nachdachten, wie originell wir doch für Gymnasiasten im Västerås der fünfziger Jahre gewesen sein mussten. Als alle anderen, nein, nicht alle anderen, aber die sehr musikalischen und avancierten, Charlie Parker hörten. Wobei ich erst ein paar Jahre später, im Nachrichtentrupp auf dem Polacksbacken, erkennen sollte, dass das, was die anderen hörten, Charlie Parker war.

Mit Mahler und Brahms lebte man in einer anderen Zeit. Aber es war unsere Zeit. Es war unsere andere Welt, und wir flüchteten uns in sie. Was hatten eigentlich diese Symphonien, Erzählungen von Leidenschaften, Kümmernissen und Triumphen einer ganz anderen Schicht in einem ganz anderen Jahrhundert uns zu sagen? Es war unsere andere Welt. Wir konnten uns in sie hineinflüchten.

Wir hatten gute Gründe zum Flüchten. Benke zum Beispiel floh aus einer Wohnung mit einem Zimmer und einer Küche und einem Bruder, der gewöhnlich in

ste war und den Spezialkurs in Mathematik besuchte.

Das war das Wichtige.

Frau Sorgedahls Interesse an uns war vielleicht doch nicht ganz unschuldig. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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35 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Apefred
Format:Gebundene Ausgabe
Lars Gustafson ist für mich einer der besten Autoren des philosophischen Romans. Vielleicht gibt es diese Katalogisierung gar nicht, aber ich bewundere diese Weltklugheit, diese Weitsicht, dieses auch naturwissenschaftliche, immense Wissen von Gustafson, welches immer wieder hier und aus den Seiten perlt. Früher habe ich seine Sätze gerne unterstrichen (Z.B in Die Sache mit dem Hund" oder Der Dekan"), aber wenn ein Buch in Gänze gut ist, dann bleibt eben die Gesamtunterstreichung. Es ist beängstigend gut, wie uns Gustafson in der Gestalt eines Oxforder Philosophieprofessors an die Eigentümlichkeiten des Alters heranführt. Nämlich die unaufhaltsame Deutlichkeit des Langzeitgedächtnisses im Gegensatz zum unerträglichen Gesabber und Geplapper von heute. Er denkt über seine Jugendzeit nach und speziell die Spannungen des Erwachsenwerdens, über den aufkeimenden (vor 68ger) Widerstand der Jugend gegen barsche Schulstrukturen und die ersten Zärtlichkeiten und Staunereien über das andere Geschlecht. Und ich wiederhole es, das alles ist gepaart mit einem profunden philosophisch-naturwissenschaftlichen Hintergrund, welcher uns wie nebenbei (Besonderheiten der) Astrophysik nahebringt, was man aber alles nicht wirklich verstehen muss. Wer kennt schon den Begriff des Möbiusbandes (Die Zeit hat kein Anfang kein Ende und wenn überhaupt nur eine Kante) und wenn wir am Ende des Buches in den schönen weißen Armen von Frau Sorgendahl gelandet sind, dann wissen wir, es gibt Menschen auf dieser Welt, die auch im hohen Alter Ruhe bewahren.Wenn dazu gehört, solch ein kleine Meisterwerk zu schreiben, welches vielleicht zufällig entstanden ist (denn manchmal hat man das Gefühl, Gustafson hat den Roman beim Schreiben entwickelt), dann kann man vielleicht wieder ein wenig ruhiger dem Lauf der Dinge entgegen sehen.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ganz große Kunst 12. Juli 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Lars Gustafsson ist ein Meisterwerk gelungen, nichts weniger. Ein alter Professor erinnert sich an seine Jugend in Schweden. Aber ist das so? G. lässt alles in der Schwebe, denn er philosophiert auch über das, was Erinnerung ist, was Zeit ist, was sie mit uns macht (oder wir mit ihr). Kunstvolle kleine Szenen erster Liebe, Erlebnisse eines großen Sommers vermischen sich mit klugen Einsichten über Sinn und Sinnlosigkeit des Daseins, aber alles mit leichter Hand geschrieben, in gelassener Sprache, ein ganz großer Genuss, ein Buch, das man mit dem Bedauern aus der Hand legt, es nicht noch einmal entdecken zu können, weil man es schon gelesen hat.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die Essenz eines Lebens 12. September 2009
Format:Gebundene Ausgabe
Ein Siebzigjähriger "Ich-Erzähler" (der Autor?) erinnert sich an die essenziellen Episoden aus seinem Leben. Jedes Kapitel ist in sich abgeschlossen und könnte ohne weiteres als Kurzgeschichte gelesen werden. Die einzelnen Kapitel werden leitmotivisch zusammen gehalten mit Fragen, die kaum jemand beantworten kann. In seine Erinnerungen lässt der Autor sagenartige Geschichten voller Poesie und Rätsel einfliessen, die ihm mal seine Mutter erzählt hatte. Immer wieder tauchen im Text lebensphilosophische Überlegungen zu den ewig aktuellen Themen auf, die den Leser mit ihrem Witz und tiefsinnigem Inhalt zum Schmunzeln und zugleich zum Nachdenken bringen. Ein literarisch geschliffener Text, kein Wort zuviel oder zu wenig, in dem jeder etwas für sich findet. Ein Muss für jeden, der über das Gelesene gern nachdenkt!
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