Durch die kontroversen Meinungen zu diesem Buch neugierig geworden, wollte ich mir ein eigenes Bild machen und dieses ist durchaus positiv.
Elke Schmitter vermittelt schon durch ihre Sprache einen guten Eindruck, wie eintönig das Leben der Frau Sartoris verläuft.
Dass ihr Leben keine nennenswerte Höhepunkte aufweist, bemerkt Frau Sartoris ausschließlich daran, dass die Couchgarnitur im Laufe der Jahre dunkler, der Teppich vor dem Sofa an der immer gleichen Stelle, an der ihr Mann sitzt, ständig abgewetzter und dass es im Zimmer Jahr für Jahr dunkler wird, weil der vor dem Fenster stehende Baum immer mehr Licht wegnimmt.
Es gelingt der Autorin hervorragend, diese Tristesse auf den Leser zu übertragen und man spürt geradezu, wie sehr sich Frau Sartoris' Alltag verändert, als ein Mann in ihr Leben tritt und sie eine Liebesbeziehung mit ihm beginnt.
Und so fühlt man sich auch betroffen, als diese Affäre ein unschönes Ende nimmt.
Die immer wieder eingeworfenen kurzen Zeitungsmeldungen erscheinen zunächst verwirrend, aber zum Schluss werden die Zusammenhänge dann doch klar.
Ein lesenswertes Buch.