Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Science-Fiction-Geschichte von 1929, 8. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Frau im Mond - FAZ DVD 01 (DVD)
Ein recht unterhaltsamer Science-Fiction-Film von 1929, der in gleicher Bild- und Tonqualität auch auf der "Fritz Lang Collection" (6 DVDs) zu finden ist, dort zusammen mit "Dr. Mabuse" und "Spione". Aber Vorsicht: Rasante Weltraum-Action darf man hier nicht erwarten. Dafür jede Menge sorgfältig recherchierter Raketentechnik (Technik-Pionier Hermann Oberth wurde als Berater engagiert) und eine Mondreise die (nach dem Wissensstand von 1929) insgesamt sehr überzeugend dargestellt ist. Es gibt z. B. einen Countdown (für diesen Film erfunden), eine mehrstufige Rakete, Schwerelosigkeit, Raumanzüge und auch sonst viel Technik - aber auch Phantasmen wie Sauerstoff und Goldvorkommen auf dem Mond. "Frau im Mond" ist nicht nur sehr lang (2,5 Stunden), sondern hat auch seine stummflilm-typischen Lääängen. Bis zum Start der Mondrakete vergeht über eine Stunde mit einer kolportagenhaften Handlung, die wohl nur hartgesottene Stummfilmfans wie mich zufriedenstellen dürfte. Aber dann, wenn die Reise endlich begonnen hat, wird es richtig gut und am Ende auch sehr spannend. Denn die Expedition droht zum Fiasko zu werden: Erst die Bruchlandung. Dann ein Konflikt, der zu zwei Toten führt. Schließlich scheitert die Rückreise beinahe - einer muss zurückbleiben, damit die anderen es schaffen. Mehr sei nicht verraten. Nur eines: Außerirdische kommen nicht vor. Dafür überzeugende Darsteller: Stummfilm-Legende Gerda Maurus ist wirklich bezaubernd, Willy Fritsch ist der jugendliche Held. Fritz Rasp ist, wie meistens, der zweilichtige Schurke. Alles in allem ein lohnenswertes DVD-Erlebnis mit einem von Fritz Langs besten Filmen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Großartig gespielt, manchmal unfreiwillig komisch, 9. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Frau im Mond - FAZ DVD 01 (DVD)
Der Film "Frau im Mond" zählt zweifellos zu den ganz großen Klassikern der Weltall-Filmgeschichte und entpuppt sich als langer, aber dennoch sehr unterhaltsamer, bei allem Ernst manchmal etwas schräger Streifen. Zunächst: Regisseur Fritz Lang macht seinem Namen alle Ehre, denn mit 2:42 h ist der Film wahrlich "lang"; allerdings, und ich betone dies gern, nicht langweilig. Nein, überaus unterhaltsam, was man sieht, gefällt. In der 1. Stunde wird ein weitestgehend zeitgenössischer Krimi inszeniert, der vor allem durch die großartigen schauspielerischen Leistungen des völlig verarmten Professors Georg Manfeldt (KLaus Pohl) besticht. Eine halbe Stunde Flug und eine Stunde Mond folgen. Interessant, dass der amerikanische Ganove Turner (Fritz Rasp) aussieht wie ein schlecht frisierter Adolf Hitler - und sich auch so in etwa benimmt. Erwähnenswert noch, dass der in weit über 100 Filmrollen mitspielende Gustl Stark-Gstettenbaur als Junge Gustav eine Top-Frührolle abliefert; dass er bei den Dreharbeiten bereits 15 war, glaubt man kaum; heute sehen 11jährige so aus. Grüße von der Akzeleration? Wie dem auch sei, gespielt ist es richtig gut, das Drehbuch ist auch ganz passabel; leider kann die musikalische Begleitung nicht ganz mithalten, denn was bei "Metropolis" ein großartiges Orchester zelebriert, muss in diesem Film mit einer Solo-Piano-Klimperei auskommen; die Grundmelodie ist ganz nett, der Rest allerdings... na ja, passt schon, einigermaßen. Kann aber auch ein bisschen nerven. Nebenbei möchte ich lobend erwähnen, dass "Frau im Mond" tatsächlich dadurch besticht, dass an der Raumfahrt eine Frau teilnimmt; zu einer Zeit, wo Frauen zuständig waren für die drei K's (Küche, Kinder, Kirche), war es eine mutige, eine fortschrittliche Entscheidung, diesen Film so und genau so zu drehen. Manchmal wird es aber echt unfreiwillig komisch. Ich meine damit weniger die aus heutiger Sicht grusligen Effekte, wenn man die Rakete von außen sieht, ich meine damit auch nicht, dass man damals glaubte (und verfilmte), dass eine Rakete aus einem Wasserbassin heraus starten müsse, nein, amüsant wird es bei handwerklich-logischen Fehlern: Das Raumschiff hat nur eine dünne (Papp-)Tür. In den Ecken des Schiffs stehen billigste Feldbetten. Das Hauptsteuerpult befindet sich (trotz des damals schon vorhandenen Wissens um die nötige Beschleunigung, sie wird ja auch angezeigt, wie überzeugend, kann jeder selbst sehen) nicht ÜBER einem Bett (Bedienung im Liegen), sondern ZWISCHEN zwei Betten - Bedienung im Herauskriechenmüssen bei mehrfacher Erdanziehungskraft... au au au. Dazu passt, dass für die kurze Zeit der Schwerelosigkeit (ca. 5 Minuten)im Fußboden lauter Riemchen verankert sind, damit man Halt findet (sprich: mit den Füßen hineinschlüpft). Passt prima, blöd bloß, dass diese Riemchen immer da sind... will sagen, ein Charlie Chaplin wäre bei einem normalen Rundgang durch das Raumschiff wenigstens 20 Mal auf die sogenannte Gosch geflogen... Von der extrem harten Bruchlandung, bei der niemand verletzt wird, will ich gar nicht anfangen... Auch auf dem Mond (oje, diese Pappwände im Hintergrund!) ist nicht immer alles logisch. Nicht desto Trotz: Ja, dieser Film ist eine Empfehlung wert! Schon auch, um das sogar im Vorspann als Schauspielerin mit erwähnte Mäuschen zu beobachten. Ist ja auch eine ganz nette Idee. Fazit: Gut, ernst, trotzdem manchmal unfreiwillig komisch. Herzlichst Brabaks
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein echter SF-Klassiker, 11. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Frau im Mond - FAZ DVD 01 (DVD)
Frau im Mond. Deutschland 1929. Mit: Willy Fritsch, Gerda Maurus, Klaus Pohl, Gustav von Wangenheim, Fritz Rasp, Gustl Stark-Gstettenbaur, Alexa von Porembsky, die Maus Josephine u. A. Genre: Stummfilm > Science Fiction > SF-Thriller Der Film behandelt eine Expedition auf den Mond mit einer Rakete samt Verwicklungen, Konflikten, Problemen und Lösungen. Im Filmtitel ist verdichtet die außergewöhnliche Tatsache, dass eine Frau den Mond betritt, was der dominierenden Männerwelt auf Erden verwehrt bleibt. Der erste Teil des Films zeigt die Vorgeschichte um die Idee des Mondflugs, in der die verschiedenen Motive der lauteren und unlauteren Teilnehmer der Expedition dargestellt werden. Ab Minute 64: ausführlich dargestellte Vorbereitungen auf den unmittelbar bevorstehenden Raketenstart samt Countdown. Massen von Zuschauern bejubeln frenetisch die sensationelle Premiere. Eine Frau und vier Männer bilden die offizielle Besatzung. Dazu gehört noch die kleine Maus Josephine (die sich selbst spielt) und der abenteuerverliebte, wagemutige Junge Gustav, der sich unbeobachtet in die Rakete reinschmuggelt (gespielt von Gustl Gstettenbaur, der sich auch selbst spielt). Ab Minute 90: Abflug und der Aufenthalt in der Rakete. Ab Minute 115: Landung auf dem Mond und Finale. Es war der letzte Stummfilm von Fritz Lang. Wieder perfekt inszeniertes Meisterwerk mit einer Fülle von Ideen und Innovationen, Szenen und Details. Fritz Lang muß ein Mensch gewesen sein, aus dem die improvisatorischen und kreativen Einfälle nur so heraussprudelten. Die Darstellung sämtlicher menschlicher Charaktere, ihre genaue Typisierung visuell präsentiert und mittels Bildtechnik intensiviert; die Dynamik der Szenenabfolge, nicht nur in den mobilen Sequenzen, sondern genauso Gesichtsausdrücken, Mimiken, Posen - alles in einer visuell sich harmonisch erschließenden Handlung. Beeindruckend zu sehen, wie sich die Raketenkapsel authentisch am Raketenkopf befindet, was sich in den tatsächlichen Raumflügen viele Jahre später bewahrheitete. Desgleichen die geometrische Darstellung der Flugbahn; fortschrittlich der riesige, bewegliche Kran auf den Schienen, der die Rakete in ihre Startposition bringt; die vier seitlichen, großen Metallstützen der Rakete, welche sich vor dem Start lösen; das Zählen im Countdown von 10 auf Zero ist eine Erfindung des innovativen Visionärs Fritz Lang; die exakt korrekte Angabe der Fluggeschwindigkeit von 11,2 Kilometer pro Sekunde; die liegenden Astronauten vor dem Start, um den gefährlichen Druck auszuhalten bevor es zum Ausgleich kommt; die fixe, senkrechte Metallleiter unter der offenen Luke im Inneren der Rakete wird spätere SF-Filme prägend begleiten; schöne Einfälle und Tricktechniken auch in bezug auf die Schwerelosigkeit; die markant dramatisierten psychischen Verhaltensveränderungen bei einigen der Personen während des Flugs; die Weltraumanzüge. All das und Vieles mehr ist sensationell und für einen Film von Damals faszinierend. Die Rakete und Mondlandschaft mit Bergen, brodelndem Schlamm oder dem Höhlenbereich sind toll gestaltet. Das Finale als Höhepunkt des Films äußerst packend und spannend - die Pointe am Schluß romantisch, heldenhaft, bewegend und mit klassichem Ausgang wegweisend für spätere Filmwerke. Die Schauspieler spielen bis in die kleinsten Rollen ihre Charaktere sehr engagiert, ausdrucksstark und glaubwürdig. Ein echter Filmklassiker.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja
Nein
|