Zu Beginn des Buches, ich habe es der Bibliothek entliehen, war ich etwas enttäuscht, diese depressive Frau Meier und ihr manischer Mann gingen mir ganz schön auf den Keks. Frau Meier macht sich ständig Sorgen, sieht alles Schwarz, was noch durch die Bilder Erlbruchs unterstützt wird. Aber die Wendung tritt nach ca. 3 Doppelseiten ein. Frau Meier findet ein kleines Vogeljunges im Garten und all ihre Sorgen konzentrieren sich auf das kleine Vögelchen und wandeln sich in mütterliche Zuwendung. Eines Tages ist das Vögelchen soweit um Fliegen zu lernen. Frau Meier klettert mit ihm, nach anfänglichen Startproblemen am Boden, auf den alten Kirschbaum. Gemeinsam sitzen sie auf einem Ast und plötzlich kann Frau Meier fliegen, aufgeregt nimmt der kleine Vogel das wahr, um es dann selbst zu probieren. Von Da ab fliegen sie noch oft zu zweit, davon weiß aber nur Frau Meier und wir die Leser, denn Herr Meier scheint es nur am Rande mitzubekommen und möglicher Weise tut er es als Hirngespinnst seiner Frau ab. Aber das ist reine Spekulation von mir.
Ab der Wandlung von Frau Meier mit dem Auffinden des Vogelbabys wird das Buch zart und liebevoll und dieser Prozess wird gut veranschaulicht. Deshalb volle Punktzahl. Mein Sohn 3,5 liebt das Buch, so dass ich es noch kaufen werde. Auch der Kleine freut sich über die Amsel.