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Frau Jenny Treibel oder »Wo sich Herz zum Herzen findt«: Roman (insel taschenbuch) Taschenbuch – 24. Januar 1984


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 268 Seiten
  • Verlag: Insel Verlag; Auflage: 9 (24. Januar 1984)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3458324461
  • ISBN-13: 978-3458324461
  • Größe und/oder Gewicht: 10,8 x 1,7 x 17,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (41 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.117.023 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Berlin. Hauptstadt des vereinten Deutschlands. Und Reichshauptstadt zu der Zeit, als dieser Roman erschien, 1892 in der Deutschen Rundschau. Theodor Fontane hat in seinen "Berliner Romanen" ein Stück deutsche Geschichte eingefangen -- die Gründerzeit. Zeit des Wohlhabens und der Wohlhäbigkeit, Zeit des Protzes und der Äußerlichkeiten; für den privilegierten Teil der Gesellschaft zumindest.

Es ist die Geschichte einer Neureichen, die Fontane hier kunstvoll erzählt, einer Vertreterin der von ihm so verachteten Bourgeoisie: Kommerzienrätin Jenny Treibel, geborene Bürstenbinder, Tochter eines kleinen Materialwarenhändlers. Eine seltsame Mischung aus Sentimentalität und Berechnung macht den Charakter der Protagonistin aus, die in ihrer Jugend den romantischen Gedichten des begabten, aber unbedeutenden Studenten Wilibald Schmidt lauschte, dann aber doch lieber den reichen Fabrikanten Treibel heiratete. Genau das, eine Heirat mit einem reichen Mann, verwehrt sie nun der klugen und geistreichen Corinna Schmidt, der Tochter Wilibalds. Denn der reiche Mann ist ihr Sohn Leopold, ein weiches und ziemlich langweiliges Muttersöhnchen. Trotz aller Hochmütigkeit und Hartherzigkeit bleibt die Zeichnung der Jenny Treibel, wie auch der anderen Figuren, immer ironisch, immer komisch; denn Fontane wollte keine moralische Vernichtung, sondern eine "humoristische Verhöhnung" der Bourgeoisie.

"Die Echtheit des Kolorits", die "treue Darstellung des gegenwärtigen Berliner Lebens" haben Zeitgenossen Fontane beschieden. Die realistische und subtil-ironische Zeichnung der Berliner Gesellschaft übt bis heute eine unglaubliche Faszination aus -- vielleicht besonders vor dem Hintergrund des vereinten Berlins, das sich, gut hundert Jahre nach der Gründerzeit im Kaiserreich, erneut in einer Phase des Aufschwungs befindet. --Lilli Belek -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Großartig ist das Sprachaufgebot mit Ulrich Matschoss, Imogen Kogge, Dietmar Mues und Maria Körber, die Jenny Treibel einzigartig verkörpert." (Ostthüringer Zeitung)

"Von 1985 stammt dieses schön lebendig gestaltete Hörspiel, dessen Fassung kein Geringerer als Fontane-Verehrer Walter Jens besorgte." (Westdeutsche Allgemeine Zeitung)

"Das aufwändige Hörspiel von 1985 mit Maria Körber als Jenny und Imogen Kogge als Corinna ist nun endlich im Handel." (Münchner Merkur) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Audio CD .

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen

17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Rolf Dobelli HALL OF FAME REZENSENTTOP 500 REZENSENT am 6. Juni 2007
Format: Taschenbuch
Jenny Treibel hat es geschafft: Durch die Heirat mit einem Fabrikanten ist sie aus einfachen Verhältnissen ins Berliner Großbürgertum aufgestiegen. Stolz trägt sie den Pomp ihrer Klasse zur Schau und schwärmt gleichzeitig verklärt von der romantischen Liebe und vom einfachen Leben. Diese Ideale vergisst sie allerdings ganz schnell, als sich die kluge Professorentochter Corinna mit Jennys willenlosem Sohn Leopold verlobt. Die Mutter wirft ihr ganzes Gewicht in die Waagschale, um die nicht standesgemäße Verbindung zu verhindern. Der lebhaften Corinna bleibt trotz ihres Charmes der gesellschaftliche Aufstieg verwehrt, sie muss sich den bürgerlichen Konventionen fügen. Theodor Fontane hat mit "Frau Jenny Treibel" im Alter von 72 Jahren seine Höchstform erreicht. Voller Humor zeichnet der Meister des poetischen Realismus ein lebendiges Bild der Berliner Gesellschaft am Ende des 19. Jahrhunderts. Der Roman besitzt alle Qualitäten, für die Fontane verehrt wird: Lächelnd und voller Menschenliebe schildert der Autor unterschiedliche Charaktere, deren Gespräche er mit ironischen Seitenhieben auf die konservative Gesellschaft spickt. Die Lektüre von Fontanes witzigstem Werk ist eine Zeitreise in eine andere Welt, in der die Suche nach dem Glück aber offenbar ebenso dramatisch und komisch war wie heute.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von multibook am 27. März 2005
Format: Broschiert
Dieses Buch ist eines der wenigen, das mich in der Schule wirklich fasziniert hat! Die Handlung an sich gibt nicht besonders viel her: Jenny Treibel versucht die Heirat ihres Sohnes Leopold mit Corinna, einer Professorentochter, zu vereiteln, da sie diese als unter ihrerm Stand/Würde ansieht.
Hierbei kommt der Charakter der Jenny Treibel voll zur Geltung: selbst einmal arm gewesen versucht sie nun alles, um ihre Stellung im Besitzubürgertum zu halten und zu mehren. Fontane hat es wirklich verstanden den Realismus in dieses Buch zu bringen und er zeichnet ein detailliertes Bild der wilhelminischen Gesellschaft.
Ich empfehle dazu die Lektürehilfe von Klett, die einem wirklich noch jeden Winkelzug und die versteckten Genialitäten in diesem Werk aufzeigt, um voll in den Genuss dieses Buchs zu kommen.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 5. August 1999
Format: Taschenbuch
"Frau Jenny Treibel" gehört zu Theodor Fontanes bekanntesten und auch besten Romanen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der heiratsbedingte Aufstieg der Kleinbürgerin Jenny Bürstenbinder in die Kreise der Fabrikanten-Bourgeosie in den 1880er Jahren. Relativ schnell hat sie sich dem Verhalten, der Sprechweisen und dem Lebensstil ihrer neuen Schicht angepaßt und entsprechend hat sie auch ihre Söhne erzogen. In ihrem Gedächtnis, in ihrem Herzen - wie sie es nennt - trägt sie jedoch die Erinnerung an ihre Jugendzeit, die sie trotz der erlebten Armut zusehends als einfaches, aber glückliches Leben idealisiert. Voller Sentimentalität erinnert sie sich ständig an das Lied "Wenn sich Herz zum Herzen findet", das ihr damaliger Verehrer für sie geschrieben hat; sie läßt es auf ihren Gesellschaften vortragen und wird nicht müde zu beteuern, daß "Herz" und "Liebe" die eigentlichen Werte seien, ohne die man nicht glücklich werden könne. Nichtsdestotrotz hatte sie seinerzeit ihren Verehrer im Regen stehen lassen, als der renommierte und vor allem reiche Fabrikant Treibel um ihre Hand anhielt. Diese Vergangenheit Jennys wird Gegenwart, als die Tochter ihres ehemaligen Verehrers ihren willenschwachen Sohn heiraten will und somit selbst den Aufstieg in die Bourgeosie beabsichtigt. Alle heeren Worte, alle beschworenen Werte sind bei Jenny schnell über Bord geworfen, sie kämpft nun wie eine Löwin, um diese unstandesgemäße Heirat zu verhindern. Diese Geschichte ist höchst amüsant geschrieben und brilliert in ihrer subtilen Ironie, hinter der der Leser immer wieder den augenzwinkernden Fontane erkennt. Unbedingt zu empfehlen! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von margarita TOP 1000 REZENSENTVINE-PRODUKTTESTER am 1. August 2010
Format: Broschiert
Im Muster einer klassischen Komödie verbunden mit schönsten fontanschen Beschreibungen wird einem das wohlhabende Leben des berliner Fabrikanten und Kommerzienrats Treibel mit seiner dünkelhaften und dominanten Gattin Jenny - geborene Bürstenbinder - aufgezeigt. Jenny, eine typische Vertreterin der neu geborenen Bourgeoisie, ist oberflächlich und sentimental, hängt in ihrem wohlbetuchten Leben gerne romantischen Erinnerungen an ihre Jugendliebe Professor Schmidt nach, der ihr einst ein Gedicht widmete, welches sie noch heute mit dünner Stimme auf Gesellschaften vorzusingen pflegt. Sie umgibt sich gerne mit der klugen und unterhaltsamen Corinna, Tochter des Professor Schmidt, welche sie regelmäßig zu Dinners und Festen quasi als "Zierde" ins Haus einlädt. Das Blatt wendet sich jedoch, als Corinna Leopold, den Sohn der Treibels, verführt. Jenny Treibel, Tochter eines kleinen Krämers, ist mit der nicht standesgemäßen Eheschließung alles andere als einverstanden und setzt alles dran, den Bund zu verhindern. Sie hat relativ leichtes Spiel, denn Corinna scheint tatsächlich in erster Linie aus sportlichem Ehrgeiz und dem Verlangen nach Komfort, nicht aus Liebe, gehandelt zu haben.

Historisch gesehen ist der Roman nicht ubedeutend, da er das Berliner Besitzbürgertum (Bourgeoisie) und Bildungsbürgertum gegenüberstellt, sowie die Beziehung der beiden Schichten verdeutlicht. Die Bourgeoisie ziert sich gerne mit allem "künstlerischen" und "intellektuellen", die Welten bleiben aber strikt getrennt. Allerdings geht das Buch für meinen Geschmack nicht so in die Tiefe, daß es wirklich fesselt. Die Personen kämpfen nicht wirklich und erleiden auch keine großen Schicksalsschläge. Nicht vergleichbar mit einer Effi Briest! In der Summe ist das einfach eine nette Geschichte, nett zu lesen, aber kein Muss.
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