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"In spartanischer Kulisse inszeniert und gnadenlos didaktisch ausgeschlachtet", quäkte die (westdeutsche) Kritik. So kann man's natürlich auch sehen. Die Geschichte von der Goldmarie und der Pechmarie ist besonders farbenfroh verfilmt worden. Alle Requisiten sind quietschbunt und dadurch sehr klar zum einfarbigen Hintergrund abgegrenzt. Die Umgebung, in der die Charaktere agieren, ist deutlich künstlich, sodass der Zuschauerblick ganz auf die Figuren und wenige wichtige Gegenstände konzentriert wird. Dadurch kommen die guten schauspielerischen Leistungen der Pechmarie besonders zur Geltung: Sie ist nervig, jammerig, entsetzlich faul und furchtbar albern in ihrem Gehabe. Kinder werden ihre Freude an dieser clownesken Figur haben. Die betont künstliche Kulisse ermöglicht hübsche Tricks (etwa das Herausnehmen eines realen Töpfchens aus einem gezeichneten Regal), die wahrscheinlich aber nur erwachsene Zuschauer bemerken werden.
Der Vorwurf der überdeutlichen Moraldarstellung geht genauso an die Vorlage und jegliche Märchen, die in Schwarzweißmalerei eine Tugend gegen die Untugend ausspielen: Fleiß und Faulheit, Treue und Untreue, Wahrheitsliebe und Lüge usw. Hier ist fast zu vermuten, dass an dieser Stelle ideologische Kritik am Arbeiter- und Bauernstaat geübt wird, in dem (angeblich) Fleiß, Emsigkeit und Arbeitslust verherrlicht werden, anstatt sich auf die Ebene der Filmkritik zu beschränken. Trotzdem ist die eigenwillige Ästhetik des Films wahrlich Geschmacksache, Freunde von realitätsnäheren Verfilmungen sollten sich an andere Beiträge der Reihe DEFA Märchen-Klassiker halten. --Christina Kalkuhl
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