Es handelt sich hier um eine solide Verfilmung des Grimm-Stoffs, die einige interessante Akzente setzt, aber insgesamt recht betulich wirkt.
- Der Einstieg in die Geschichte ist ungewöhnlich, aber langatmig verfilmt (Schmied, der sie auf dem Wagen mitnimmt). Man fängt sich an, zu langweilen. Der Film verbessert sich allerdings dann.
+ Gut war es, die Wetteridee (Sonne --> Fenster putzen, Regen --> Fische etc) aufzugreifen.
- Die Goldmarie kann leider überhaupt nicht überzeugen. Die Schauspielerin ist hier leider komplett fehlbesetzt. Sie ist einsilbig und wirkt mitunter etwas bockig (und dadurch unsympathisch). Finds auch unpassend, dass sie so ungeduldig ist. So sagt sie, als sie kaum reingekommen ist und Frau Holle ihr den Dienst anbietet, dass sie nicht weiß, ob sie das schafft/ nicht weiß, wie das geht. Hallo?! Sie kriegt doch danach gleich alles erklärt und hat sich noch nicht einmal umgesehen.
Madleine Binsfeld kann leider überhaupt nicht schauspielern - ist wohl einfach zu jung für die Rolle gewesen. Ich fand es in früheren und späteren Verfilmungen eigentlich auch immer ganz reizvoll, dass beide Maries in einem Alter sind, ist hier aber nicht so.
Irritierend fand ich, dass sie sich am Anfang schon Goldmarie nennt, das kommt doch erst zum Schluss!
+ Die Überzeichnung von Pechmarie ist hier ganz gut gelungen. Schön lustig! Kann leider aber nicht über die Mängel hinwegtäuschen.
Wer eine gute und nicht nur mittelprächtige Verfilmung des Stoffs sehen will, den verweise ich auf die DEFA-Verfilmung: Gute Darsteller - allen voran mit einer lustigen und schön überzeichneten Pechmarie, eine herzerwärmende Goldmarie und gerechte Frau Holle! Schöne Ohrwürmer! Die Kulissen sind einfach gehalten, aber fantasievoll und erzeugen dadurch einen besonderen Reiz und eine Theateratmosphäre.