Ein Buch, das sehr zum Nachdneken anregt... ein Roman, der wie selbstverständlich Geschlechterkategorien dekonstruiert und mit Essentialisierungen aufräumt.
Auf den ersten Blick geht es um eine Frau, die in den 70er Jahren zu unrecht in einer US-amerikanischen Psychiatrie gelandet ist. Eines Tages spürt sie Kontakt zu einer anderen Person und ihr Bewußtsein unternimmt immer längere Reisen in die Zukunft, in die Welt ihrer Kontaktperson.
Diese zukünftige Welt ist eine Vision, in der alle Geschlechterzuschreibungen über den Haufen geworfen werden, im Einklang mit der Natur gelebt wird und gesellschafliche Strukturen gründlich reformiert, Hierarchien abgeschafft werden. Dem Publikum werden ganz neue Denkmuster nahegelegt, man wird förmlich ins Nachdenken gesogen und beginnt eigene Utopien zu entwickeln.
Das Buch gehört zur Reihe der social fantasies, was meiner Meinung nach eine sehr zutreffende Klassifizierung ist. Gerade der Kontrast zwischen der harmonischen Gesellschaft der Zukunft und der beklemmenden Atmospähre der Psychiatrie spiegelt mein Gefühl wieder, in einer kalten, falschen, konsum-orientierten Welt zu leben, die wunderschön sein könnte, wenn die Menschen ihren Egoismus ein wenig ablegen würden und sich für ihre Umwelt verantwortlich fühlen würden anstatt sie auszubeuten.