In ihrem dritten Fall soll die Bamberger Privatdetektivin Katinka Palfy einen Spuk vertreiben. Da ihre neue Klientin die 70 längst überschritten hat, glaubt Palfy an einen Fall von überschäumender Phantasie. Aber dann sieht sie selbst den als "Bamberger Reiter" maskierten Mann im Garten. Der Mann entwischt, die Auftraggeberin ist tot. Unterstützt von ihrem hingebungsvollen Freund Tom und dem persönlich in den Fall verwickelten Kommissar Harduin Uttenreuther deckt sie mehr als ein dunkles Familiengeheimnis auf.
"Meistens ist erst mal eine Figur da, auch Bilder oder sogar kleine Filmsequenzen, ähnlich Schnappschüssen. Dann lasse ich erstmal den Genius arbeiten, die Ideen kommen, denke nicht, schreibe bloß. Die Nacharbeit erledigt dann der Handwerker: Er korrigiert, strukturiert den Plot und kritisiert, damit aus einer sprühenden Ideensammlung auch ein richtiges Buch wird",
antwortete Friederike Schmöe dem Frauenmagazin brikada.de in einem Interview anlässlich des Erscheinens ihres ersten Katinka-Palfv-Romans Maskenspiel auf die Frage, wie sie denn beim Schreiben eines Buches vorgehe.
An Ideen mangelt es dem dritten Teil nicht, so macht die Autorin in der Eingangsszene Appetit auf die Geschichte Palfys vielgereister Klientin, deutet Übersinnliches an, führt interessante Nebenfiguren ein. Der Handwerker hatte wohl frei. Bei der promovierten Germanistin und Romanistin tummeln sich Schnapsflaschen auf einem Tablett, lehnen Protagonisten leise schwankend im Türrahmen und die Leiche ist oh Wunder eine Minute nach dem Mord noch warm.
Die Vergangenheit der alten Dame bleibt ein Geheimnis, der Hauptverdächtige wird aufgrund eines nebulösen Eindrucks aussortiert, Kommissar Zufall ist mehr als einmal zur Stelle und des Rätsels Lösung voller technischer Unstimmigkeiten. Schade um den psychologisch ausgesprochen interessanten Ansatz.
Trotzdem macht es Spaß, die etwas planlose Privatdetektivin Palfy bei ihren Ermittlungen zu begleiten. Wie ein fröhliches Fast-Food-Mahl, bei dem man sich hinterher ja auch nicht fragt, was eigentlich drin war.