Es gibt nicht viel (im Fernsehen), worüber man auch bei wiederholtem Ansehen noch wirklich lachen kann. Aber die zweite Staffel von "Frasier" ist mindestens genauso gut und vielseitig wie die erste. Die einzelnen Folgen sind so brillant und dicht aufgebaut, dass man einige komische Details beim ersten Sehen gar nicht bemerkt. Situationskomik und schnelle, scharfe Dialoge voll Wortwitz gehören ebenso selbstverständlich dazu wie ernstere Momente, die nie sentimental werden, weil die Sache dann doch immer noch einen Haken hat... Die Episoden im Zusammenhang und im Original zu sehen, macht natürlich am meisten Spaß, und die Running Gags entfalten ihre volle Wirkung.
Am besten man hat auch noch die zwei Skript-Bücher zur Hand, in denen man - neben vielen anderen - die Drehbücher von insgesamt acht Folgen der zweiten Staffel findet. So lässt sich wunderbar beobacheten, wie die großartigen Schauspieler die genialen Vorlagen zum Leben erwecken, welche Änderungen vorgenommen wurden und was aus Zeitgründen weggelassen werden musste.
Wer "Frasier" nicht kennt, glaubt nicht, dass es intelligente Sitcoms gibt. Wer erstmal Feuer gefangen hat, kann sich nicht vorstellen, wie das Leben vorher war. "Frasier" ist die perfekte Ablenkung und Aufmunterung und hat wirkliche komische Tiefe...das kann nachwirken. Wenn Sie jemanden irgendwo auf der Straße plötzlich scheinbar unmotiviert grinsen sehen, könnte es sein, dass derjenige gerade an eine "Frasier"-Szene zurückdenkt. (Oder geht das nur mir so?)