Eine der besten Serien die es gibt. Es ist eine Freude so talentierten Schauspielern bei der Ausübung ihrer Tätigkeit zuzusehen. Dieses Timing bei den Witzen, die Mimik dazu, die Stimme, Gestik - alles so perfekt aufeinander abgestimmt, dass es eine Freude ist sich die Folgen anzusehen.
Ich möchte kurz zu Rezessionen zu 'Frasier' Stellung nehmen, die bei der sechsten/siebten Staffel zu finden sind. Dort wurde bemängelt, dass die Qualität der Serie abnimmt/langweilig wird/... Meiner Meinung nach lässt die Serie nicht in ihrer Qualität nach (weder bei den Geschichten noch im Schauspiel), sondern sie verändert sich. Kelsey Grammer verändert im Laufe der Zeit die Art und Weise, wie er Frasier Crane spielt. Schaut man sich seine ersten Auftritte bei Cheers an, dann wirkt Frasier Crane noch recht künstlich und überzogen dargestellt, so als ob Kelsey Grammer sich zu sehr bemüht. Irgendwann hat er sich in seiner Rolle wohl gefühlt und er wirkte natürlich. Bis zur achten Staffel Frasier spielte Kelsey Grammer insgesamt bereits seit 16 Jahren Frasier Crane. Ich finde es also nicht verwunderlich, dass Kelsey Grammer wenn er Frasier Crane darstellt im Laufe der Zeit verschiedene Dinge ausprobiert oder Akzente setzt. Würde ich mich besser mit klassischen Theaterstücken auskennen oder berühmten Schauspielern aus vergangener Zeit, dann würde ich bestimmt öfter mitgekommen, wenn sein Schauspiel sich darauf bezieht. David Hyde Pierce hat, wenn ich mich recht erinnere, in einem Interview mal gesagt, dass Kelsey Grammer auch mal Duffy Duck imitiert hat - und zwar so, dass das die Szene ganz und gar nicht gekünzelt wirkte sondern echt. Diese Entwicklung in der Art und Weise, wie Kelsey Grammer seinen Charakter Frasier darstellt, finde ich sehr positiv.
Aber nicht nur die Art und Weise wie die Schauspieler ihren Charakter darstellen verändert sich, auch die Charaktere selber. Wie langweilig wäre es, wenn über so viele Jahre alles gleich bliebe!?! Es ist doch viel interessanter, dass Roz ein Kind und einen Hund hat, das Niles wieder geheiratet hat (nur nicht Daphne), dass Daphne heiraten wollte, obwohl sie aber Niles liebt, etc. etc.
Fakt ist, dass sich die verschiedenen Charaktere unterschiedlich stark weiterentwickeln, manche für eine kurze Zeit und manche dauerhaft. Ob man diese Veränderung mag oder nicht, dass muss jeder selbst entscheiden. Besonders gut gelungen finde ich, dass Niles und Daphne nicht von jetzt auf sofort zusammen kommen und der Himmel voller Geigen hängt, sondern das die beiden erst das ein oder andere Problem lösen müssen (z. B. die Ehe von Niles mit Mel oder die Tatsache, dass sie sich so lange und gut als Freunde kennen, ohne den gringsten Schimmer zu haben, wie es in einer Beziehung mit ihnen aussieht). Bis inklusive der achten Staffel finde ich keine der Entwicklungen schlecht. (Die gereifte Daphne aus der elften Staffel gefällt mir zwar nicht mehr so gut wie die aus vorherigen Staffeln, aber deswegen Frasier gleich schlecht zu finden, fiele mir im Traum nicht ein ... aber das ist an dieser Stelle vorausgegriffen).
Fazit:
Wer sich an dem Talent der Schauspieler erfreut und die niveauvolle Unterhaltung schätzt, der wird auch die achte Staffel so toll finden, wie alle anderen vorher auch.