Wenn man sich über Franziskus mal eben kurz und knapp informieren möchte, stehen einem schon seit langem 100-Seiten-Kurzbiographien in Hülle und Fülle zur Verfügung. Sucht man aber als theologischer Laie etwas Ausführliches, Fundiertes und noch dazu gut Lesbares - dann steht man ziemlich im Regen.
Doch Helmut Feld ist es (wohl als erstem) mit diesem Buch gelungen, die Ergebnisse der modernen Forschung in einem ausführlichen Standardwerk zusammenzutragen, das gleichzeitig den Kriterien eines wissenschaftlichen Textes genügt und sich trotzdem äußerst flüssig liest. Dem Autor ist dabei seine Begeisterung für die frühe und ursprüngliche franziskanische Bewegung durchaus anzumerken und so hält er auch mit seiner Meinung über historische Persönlichkeiten, die seiner Meinung nach nicht der Sache des Franziskus dienlich waren (z. B. Gregor IX.), nicht hinterm Berg. Dies heißt jedoch nicht, dass ihm die gebotene wissenschaftliche Distanz fehlen würde. Vielmehr geht er (auch bei der Fzanziskusdarstellung) nüchtern und schonungslos zu Werke und tritt sicher manchem Gläubigen auf die Füße. Aber wäre es sonst Wissenschaft?
Fazit: Ein Buch für jedermann, ob Theologe oder Laie, das grundlegend und umfassend über Franziskus informiert.