Der Roman behandelt den Lebensweg einer Architektin in der DDR. Sie erlebt eine Kindheit in den Nachkriegsjahren, heiratet dann früh einen Bekannten ihres Bruders, einen eher schlichten Typ, dessen Aussehen sie beeindruckt hat. Nach sehr kurzer Zeit verfällt er dem Alkoholismus, wird gewalttätig und sie lassen sich scheiden. Schon zu dieser Zeit studiert sie Architektur und wird von einem ihrer Professoren gefördert. Sie nimmt eine Stelle in einem kleinen Architekturbüro an, in einer Stadt, die Bitterfeld ähnelt. Sie wohnt dort in einer Art Wohnheim, wo sie mehrere Frauen kennenlernt, die in sozial eher misslichen Lagen stecken. Ihr Chef und ihr Kollege in dem Architekturbüro spielen wichtige Rollen. Ihr Kollege ist ein gutgelaunter Frauenheld mit einem aufsehenerregenden Auto, mit dem sie oft ausgeht, und der von seinem Job nicht mehr erwartet, als dass er etwas Einkommen abwirft. Ihr Chef sieht eher abstoßend aus. Er lebt mit seiner Frau, die ihn inzwischen nicht mehr interessiert, und mehreren Kindern auf dem Land. Als Franziska ihn dorthin einmal begleitet und die Ehefrau trifft, meint sie bei ihr eine tiefe Unzufriedenheit darüber zu entdecken, nie berufstätig gewesen zu sein und ihr Leben nur ihrer Familie gewidmet zu haben. Irgendwie besteht zwischen Franziska und dem Chef aber eine diffuse Anziehung.
Franziska ist von ihrer Arbeit enttäuscht, weil sie gehofft hatte, als Architektin etwas bewegen zu können, die ganzen Pläne von neuen, besseren Städten, von denen oft die Rede war, die ein besseres Leben ermöglichen sollten, umsetzen zu können. Tatsächlich wird ihr aber nur erlaubt, funktionale Wohnblöcke möglichst schnell hochzuziehen. Ihr Chef ist derjenige, mit dem sie diese Diskussionen immer wieder erfolglos ausfechten muss. Sie fängt irgendwann eine Affäre an mit einem robusten Typ, der früher einmal Redakteur war, aber wegen regimekritischer Artikel nicht mehr schreiben durfte. Er ist allerdings verheiratet und auch eigentlich relativ zufrieden in seiner Ehe.
Der Roman muss nicht als DDR-Roman gelesen werden. Er hat als ein zentrales Thema die Möglichkeit (oder Unmöglichkeit), im Beruf idealistische Ziele zu verfolgen. Er beschreibt diese Unmöglichkeit sachlich als Biografie, in der alle für ein Leben relevanten Einflüsse und Zwänge vorkommen, und macht auf diese Weise deutlich, wie das eine jeweils auf das andere ein- und zurückwirkt. Der Roman ist manchmal etwas ernst und relativ trocken erzählt, an vielen Stellen ziemlich ausführlich, manchmal auch sehr explizit. Streckenweise liest es sich etwas zäh. Aber das Fehlen von Ironie, die Zurückhaltung und die vielen Beobachtungen mit dokumentarischem Wert machen das Buch insgesamt sehr lesenswert.