Wer in Prag durch die verschiedenen Buchläden schlendert, wird früher oder später auf das Buch von Harald Salfellner stoßen, dessen schwarzer Einband mit dem Motiv vom nächtlichen Prag ganz besonders gut geeignet scheint, die geheimnisvolle Verbindung Kafkas zu seiner Heimatstadt zu illustrieren. So ist auch die Fülle des Bildmaterials, das sich auf den 203 Seiten des Buches verteilt, beeindruckend und die Auswahl zumeist gut gewählt. Wer wissen möchte, wie Prag zur Zeit der Jahrhundertwende aussah, wird das Buch immer wieder gerne zur Hand nehmen. Die Aufteilung der Kapitel ist sehr übersichtlich und einheitlich: den Anfang macht eine tabellarische Einführung in Zeitgeschichte und Leben des Autors, dem eine knappe Einführung zu den wichtigsten Lebensstationen folgt. Begleitet werden diese Texte von ausführlichen Zitaten, die Salfellner aus Briefen, dem Tagebuch, aber auch aus alten Reiseführern zusammengestellt hat. Manchmal wurde hier des Guten zu viel getan, da einige Zitate oft nur wie Monolithe dem eigenen Text beigestellt wurden und der Gesamtzusammenhang dadurch manchmal verloren geht. Dennoch: wer sich in Prag auf die Spuren Kafkas begeben möchte, findet in diesem sehr gut lesbaren Buch einen wertvollen Begleiter.