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Franz Kafka Gesamtwerk - Neuausgabe: Beim Bau der chinesischen Mauer: und andere Schriften aus dem Nachlaß
 
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Franz Kafka Gesamtwerk - Neuausgabe: Beim Bau der chinesischen Mauer: und andere Schriften aus dem Nachlaß [Taschenbuch]

Franz Kafka
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 269 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 1., Aufl. (6. Mai 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596181100
  • ISBN-13: 978-3596181100
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 11,8 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 443.476 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Franz Kafka
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Gegen Ende November 1916 begann Kafka Eintragungen in Oktavhefte zu machen; er setzte dies bis zum Februar 1918 fort - sie sind mit dem Dramenfragment »Der Gruftwächter« und Aphorismen in diesem zweiten Band mit Schriften aus dem Nachlaß zusammengefaßt. »Die chinesische Mauer ist an ihrer nördlichsten Stelle beendet worden. Von Südosten und Südwesten wurde der Bau herangeführt und hier vereinigt.«

»Franz Kafka ist ein romantischer Klassiker, zweifelsohne. Die tragische und skurrile Ironie seiner die Nichtigkeiten der Wissenschaften und des menschlichen Daseins persiflierenden Erzählungen, die Lebens- und Todesängste, das folterreiche Beamtendasein seiner Tiere und Menschen... steht mit seiner von Anbeginn unveränderlichen, weil vollendeten ethisch-menschlichen Natur jenseits von Lob und Tadel.«
Albert Ehrenstein -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Franz Kafka wurde am 3. Juli 1883 als Sohn jüdischer Eltern in Prag geboren, der Stadt, in der er nahezu sein ganzes Leben verbrachte. Nach Schulbesuch und Jurastudium, das er 1906 mit der Promotion abschloß, absolvierte er zunächst ein einjähriges Rechtspraktikum, bevor er 1907 in die Prager Filiale der »Assicurazioni Generali« und 1908 schließlich in die »Arbeiter-Unfall-Versicherungs-Anstalt« eintrat, deren Beamter er bis zu seiner frühzeitigen Pensionierung im Jahre 1922 blieb. Im Spätsommer 1917 erlitt Franz Kafka einen Blutsturz; es war der Ausbruch der Tuberkolose, an deren Folgen er am 3. Juni 1924, noch nicht 41 Jahre alt, starb. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
"Ich gehöre zu jener Art von Menschen, die immer am Rande dessen stehen, wozu sie gehören,
und nicht nur die Menschenmenge sehen, deren Teil sie sind, sondern auch die großen Räume daneben."
(Pessoa, 1930)

Franz Kafka (1883-1924) wäre am 3. Juli 125 Jahre alt geworden. Sich seiner zu erinnern, ist Grund vieler Feuilletons, über ihn zu berichten. Aber ihm nahe zu kommen gelingt nur über seine Erzählungen, Aphorismen, Gleichnisse und Parabeln.

Ab Ende 1916 schrieb er wieder intensiver, nachdem er eine fast zweijährige Schaffenspause ablegen konnte. Dieser Band aus den gesammelten Werken enthält aus dem Nachlass Kafkas stammenden erzählenden Stücke und Aphorismen. Er entspricht der Kritischen Kafka Ausgabe. Kafka widmet sich hier dem Dualismus, dem Orpheus Prinzip des Wandelns zwischen den Welten, den Welten des Lebens und des Todes. Ferne, unerreichbare Mächte, rätselhafte, zu spät eintreffende, vergebliche Bitten, undurchschaubar komplizierte Verfahren, unendlich gegliederte und abgestufte Raumfolgen bestimmen das Dasein der meist vereinzelten Menschen in nächtlich verschatteten, ausweglosen Welten. Das ist Kafka. Die pure Existenz des Menschen ist sein Fokus. Und doch hat er eine schwer zu bestimmende Dimension der menschlichen Existenz in Gleichnissen nachgebildet, die sich hier dem geneigten Leser offenbart.

Kafka hat eben seit November 1916 in Oktavhefte geschrieben, acht sind es geworden. Und so sind sie zu lesen wie eine Ideensammlung. Der Gruft-Wächter, der Versuch eines Theaterstücks, wird lesetechnisch unterbrochen von neuen Gedanken. So wie der Gruftwächter lernte, nachts zu arbeiten, damit die Toten nicht aus ihrem Park hinausgehen. Die Vollendung der Wache ist die Wache in der Gruft selbst, eben als "wirkliche Bewachung unwirklicher dem Menschen entrückter Dinge". Wie es in diesem Stück um das Wandeln zwischen Lebenden und Toten geht, so auch die Erzählung vom Jäger Gracchus nicht minder die Geschichte eines Grenzgängers. Als wenn dieser die Flüsse des Hades mit dem Bootsmann fährt, allerdings so, dass dieser nicht mehr das Boot zu lenken versteht und so ein Toter auf der Barke auf den Ozeanen der wirklichen Welt verbringt. Die Schuldfrage auch hier, denn dem Toten wird nicht die Ewigkeit gewährt. Stellte Kafka noch anfangs fest, dass Tote zuversichtlicher als Lebende sind, weiß er beim Gracchus zu sagen, dass diese Zuversicht der Toten auf der höchsten Stufe vor dem leuchtenden Tor sich als Traum entpuppt und das Erwachen die unteren Stufen der Leiter zuweist. Als Kübelreiter zeigt er sich in der Welt voller Kälte, wo "der Himmel ein silbernes Schild gegen den [ist], der von ihm Hilfe will".

"Schakale und Araber" sind so etwas wie eine Utopie des Friedens, Der Bau der Mauer ist die gigantische Bewegung eines zerstrittenes Europas und in allem streut er Fragmente und Aphorismen wie: "In was für eine Gleichgültigkeit Menschen kommen können, in wie tiefe Überzeugung, für immer die rechte Spur verloren zu haben."

"Ich weiß keinen Ausweg" - Kafka schon krank erkennt seinen nahenden Tod und so schreibt er: "Falls ich nächster Zeit sterben [...]werden sollte - diese Möglichkeit ist groß ..." und die Frage zum Glauben beantwortet er so kurz: "Ich weiß nicht!" Kürzer kann einer, der im jüdischen Glauben aufgewachsen und seine Schriften so geheimnisvoll wie eine Kabbala verfasste den Unterschied zwischen Wissen und Glauben nicht deutlich machen.

"Wer war hier?" - "Eben ist er fortgegangen", so erfährt man bei Kafka den Hang zum Absurden, dem vergleichbar nur noch Beckett fähig war. Kafka ist so wie Beckett, kein Wort zuviel, dem Leser wird schweigend Zustimmung abverlangt, nein, eher Verständnis und Miterleben dieser Tiefen der menschlichen Existenz. Von Kierkegaard über Nietzsche und Kafka hat sich der Existenzialismus gestaltet. In den Schriften Kafkas zeigt er sich in der absurdesten Weise. Und so ist es ihm ein Leichtes zu schreiben, das er als Wandler wie einst Orpheus das Totenhemd überzieht wie ein junges Mädchen ihr Hochzeitskleid.

Kafka starb am 11. Juni 1924. Angeregt hat er mit seinen Schriften u. a. Benjamin (Über den Begriff der Geschichte), Foucault, der im Dispositiv Macht Kafkas Nachdenken über Rede und Herrschaft aufgreift, Agamben, der den Homo sacer (vgl. Rez) nicht ohne Kafkas Ansatz von Gesetz, Gericht, Strafe finden konnte, Derrida findet gar Kafkas Parabel: Vor dem Gesetz als Chiffre seiner Philosophie und Agamben findet hierin die Allegorie eines Gesetzes, welches Geltung hat aber keine Bedeutung. Ein Ort und ein Nicht-Ort, ein Zeitpunkt des Zauderns. (vgl. Rez. Vogl, Über das Zaudern, 2007)
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Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
"Ich gehöre zu jener Art von Menschen, die immer am Rande dessen stehen, wozu sie gehören,
und nicht nur die Menschenmenge sehen, deren Teil sie sind, sondern auch die großen Räume daneben."
(Pessoa, 1930)

Franz Kafka (1883-1924) wäre am 3. Juli 125 Jahre alt geworden. Sich seiner zu erinnern, ist Grund vieler Feuilletons, über ihn zu berichten. Aber ihm nahe zu kommen gelingt nur über seine Erzählungen, Aphorismen, Gleichnisse und Parabeln.

Ab Ende 1916 schrieb er wieder intensiver, nachdem er eine fast zweijährige Schaffenspause ablegen konnte. Dieser Band aus den gesammelten Werken enthält aus dem Nachlass Kafkas stammenden erzählenden Stücke und Aphorismen. Er entspricht der Kritischen Kafka Ausgabe. Kafka widmet sich hier dem Dualismus, dem Orpheus Prinzip des Wandelns zwischen den Welten, den Welten des Lebens und des Todes. Ferne, unerreichbare Mächte, rätselhafte, zu spät eintreffende, vergebliche Bitten, undurchschaubar komplizierte Verfahren, unendlich gegliederte und abgestufte Raumfolgen bestimmen das Dasein der meist vereinzelten Menschen in nächtlich verschatteten, ausweglosen Welten. Das ist Kafka. Die pure Existenz des Menschen ist sein Fokus. Und doch hat er eine schwer zu bestimmende Dimension der menschlichen Existenz in Gleichnissen nachgebildet, die sich hier dem geneigten Leser offenbart.

Kafka hat eben seit November 1916 in Oktavhefte geschrieben, acht sind es geworden. Und so sind sie zu lesen wie eine Ideensammlung. Der Gruft-Wächter, der Versuch eines Theaterstücks, wird lesetechnisch unterbrochen von neuen Gedanken. So wie der Gruftwächter lernte, nachts zu arbeiten, damit die Toten nicht aus ihrem Park hinausgehen. Die Vollendung der Wache ist die Wache in der Gruft selbst, eben als "wirkliche Bewachung unwirklicher dem Menschen entrückter Dinge". Wie es in diesem Stück um das Wandeln zwischen Lebenden und Toten geht, so auch die Erzählung vom Jäger Gracchus nicht minder die Geschichte eines Grenzgängers. Als wenn dieser die Flüsse des Hades mit dem Bootsmann fährt, allerdings so, dass dieser nicht mehr das Boot zu lenken versteht und so ein Toter auf der Barke auf den Ozeanen der wirklichen Welt verbringt. Die Schuldfrage auch hier, denn dem Toten wird nicht die Ewigkeit gewährt. Stellte Kafka noch anfangs fest, dass Tote zuversichtlicher als Lebende sind, weiß er beim Gracchus zu sagen, dass diese Zuversicht der Toten auf der höchsten Stufe vor dem leuchtenden Tor sich als Traum entpuppt und das Erwachen die unteren Stufen der Leiter zuweist. Als Kübelreiter zeigt er sich in der Welt voller Kälte, wo "der Himmel ein silbernes Schild gegen den [ist], der von ihm Hilfe will".

"Schakale und Araber" sind so etwas wie eine Utopie des Friedens, Der Bau der Mauer ist die gigantische Bewegung eines zerstrittenes Europas und in allem streut er Fragmente und Aphorismen wie: "In was für eine Gleichgültigkeit Menschen kommen können, in wie tiefe Überzeugung, für immer die rechte Spur verloren zu haben."

"Ich weiß keinen Ausweg" - Kafka schon krank erkennt seinen nahenden Tod und so schreibt er: "Falls ich nächster Zeit sterben [...]werden sollte - diese Möglichkeit ist groß ..." und die Frage zum Glauben beantwortet er so kurz: "Ich weiß nicht!" Kürzer kann einer, der im jüdischen Glauben aufgewachsen und seine Schriften so geheimnisvoll wie eine Kabbala verfasste den Unterschied zwischen Wissen und Glauben nicht deutlich machen.

"Wer war hier?" - "Eben ist er fortgegangen", so erfährt man bei Kafka den Hang zum Absurden, dem vergleichbar nur noch Beckett fähig war. Kafka ist so wie Beckett, kein Wort zuviel, dem Leser wird schweigend Zustimmung abverlangt, nein, eher Verständnis und Miterleben dieser Tiefen der menschlichen Existenz. Von Kierkegaard über Nietzsche und Kafka hat sich der Existenzialismus gestaltet. In den Schriften Kafkas zeigt er sich in der absurdesten Weise. Und so ist es ihm ein Leichtes zu schreiben, das er als Wandler wie einst Orpheus das Totenhemd überzieht wie ein junges Mädchen ihr Hochzeitskleid.
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