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Die Faustregel, nach der Pop-Alben, die sich beim ersten Mal auf den Hörer so mitreißend auswirken wie ein Orkan, beim zweiten Mal oft kaum mehr ein laues Lüftchen von sich geben, trifft auf Franz Ferdinand nicht zu. Hot Hot Heat, Interpol, die Libertines sind Referenz- und Orientierungspunkte für den schnittigen, kunstbeflissenen, lauten und vor allem sehr selbstbewussten Gitarrenpop, den Bassist Bob Hardy, Gitarrist Nick McCarthy, Drummer Paul Thomson und Sänger/Gitarist Alex Kapranos 2003 auf der EP Darts Of Pleasure zum ersten Mal veröffentlichten.
Kaum mehr weg zu denken in solchen Zusammenhängen ist der Einfluss von Wire, die frühen Roxy Music ohne ihre schwül-luxuriöse Atmosphäre zischeln durch den Subtext, in den überraschenden, als solche kaum wahrnehmbaren Wendungen steckt Glamrock à la Bowie, das äußere Erscheinungsbild der Combo erinnert an The Jam, die Energie an die Sex Pistols, die punktgenaue Treffsicherheit an Nirvana. Kein Grunge allerdings, keine blutende Selbstentäußerung und Depression. Franz-Ferdinand-Songs, so mitreißend und forsch sie sind, bleiben immer ein bisschen abstrakt und das macht sie spannend und ziemlich abnutzungsresistent. Will gehört werden und sollte es auch. Öfter. Aber nicht immer. --Rolf Jäger
Wer sich so einen Bandnamen einfallen lässt (Ferdinand war der österreichische Thronfolger, dessen Mord 1914 den 1. Weltkrieg auslöste), setzt sich schon allein dadurch ab. Und als die in ihrer 1. Single "Darts Of Pleasure" plötzlich angefangen haben, die deutschsprachige Keule auszupacken, zweifelte man ein wenigen an ihrem Verstand. Bis man beim 2. Hören einfach mitgerissen wurde. Fantastic pleasure.
Der Nachfolger und Vorbote zum Album "Take Me Out" ist ein Ohrwurm derselben Klasse. Anfangs noch ein durchschnittlicher Rock'n'Roll-Songs, geht nach einer Strophe die Post ab und der Rhythmus ist am Durchdrehen. Absoluter Hit! Aber außer den beiden gibt es noch 9 weitere potenzielle Singles. Ja, alle könnten als irgendwo Heavy Rotation laufen.
Allen voran vielleicht "The Dark Of The Matinee", das mit seinem treibenden Refrain begeistern kann. Oder auch "Michael", zu dem man wirklich abgehen kann. "Tell Her Tonight", dessen Strophe ein wenig an Hot Hot Heat erinnert und dessen Refrain ein wenig trashig ankommt. Der Schlusstrack "40'" mit der saucoolen Melodie. Die Hommage "Auf Achse" an längst vergessene Klassiker. Alles eben.
"Franz Ferdinand" ist eine der wenigen Platten, die sich 1 Monat nach dem Kauf immer noch bei mir im CD-Player befindet. Vielleicht liegt es gerade an der relativ kurzen Spielzeit. Aber es sind wohl doch eher die Songs. Wenn "40'" verklingt, ist man automatisch dazu verdonnert, nochmals auf "Play" zu drücken. 39 minutes remain.
Highlights: Take Me Out; The Dark Of The Matinee; Auf Achse; Darts Of Pleasure; Michael
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